Seite wird geladen
00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00
Startseite

Bye-bye, Usain Bolt

Achtfacher Olympiasieger, elfmaliger Weltmeister, Weltrekordhalter über 100 und 200 m sowie mit der Staffel: Usain Bolt ist der größte Sprinter aller Zeiten. Bei der WM in London nahm er nun seinen Hut. NDR.de blickt in einer Multimedia-Doku auf die einzigartige Karriere des Jamaikaners zurück.

Hinweis: Die Multimedia-Doku ist auf Desktop-Nutzung optimiert. Auf einigen mobilen Geräten funktioniert das automatische Abspielen der Videos nicht. Bitte benutzen Sie den Play-Button links unten, um das Video per Hand zu starten.

Die Anfänge

Ein schwer zu bändigender Schlaks

Bolt ist ein aktives, vielleicht sogar hyperaktives Kind, seine Eltern haben ihre liebe Mühe mit dem quirligen Filius. Ärzte raten, ihn zum Sport zu schicken. Seine erste Leidenschaft heißt Kricket. Wegen eines Sportstipendiums setzt das großgewachsene, schlaksige Ausnahmetalent schließlich auf die Leichtathletik. Für die 100 m scheint er zu groß zu sein, die 400 m sind ihm zu trainingsintensiv - die 200 m sind Bolts Ding.

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

Die Anfänge

 

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

Die Anfänge

Jüngster Weltmeister aller Zeiten

2002 findet die Junioren-WM in Kingston statt. Bolt verspürt vor dem Heimrennen einen Riesendruck, doch er hält stand: Der schmale 15-Jährige besiegt die drei bis vier Jahre ältere Konkurrenz in 20,61 Sekunden und avanciert zum jüngsten Junioren-Weltmeister aller Zeiten. Das ganze Stadion ruft "Lightning Bolt". Der Sieg gibt dem Teenager das Gefühl, mental unschlagbar zu sein und macht ihn über Nacht berühmt. Bis heute bezeichnet er es als sein wichtigstes Rennen.

Die Anfänge

"Der Doktor ist ein ganz großer Mann"

Obwohl sein Trainingsfleiß zuweilen zu wünschen übrig lässt, läuft Bolt mit 16 schon schneller als sein Idol Michael Johnson mit 20. 2004 bleibt er erstmals unter 20 Sekunden: 19,93. Dennoch wird sein erstes Profijahr zum Reinfall. Er ist viel verletzt, hat starke Rücken- und Muskelschmerzen. Auch die Psyche leidet. Bei seinem Olympia-Debüt in Athen zieht er sich im Vorlauf eine Blessur an der Wade zu. Der deutsche Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, den der Superstar noch heute regelmäßig zu Rate zieht, diagnostiziert an seinem Rücken eine schwere Skoliose. Das Ende der jungen Karriere? "Mull" empfiehlt Stabilisationstraining und Krankengymnastik. "Der Doktor ist ein ganz großer Mann", sagt Bolt: "Ich vertraue ihm zu 100 Prozent."

Die Anfänge

WM-Silber 2007 der entscheidende Weckruf

Bei der WM 2005 in Helsinki schafft es Bolt als 18-Jähriger ins Finale, humpelt dann aber verletzt als Letzter ins Ziel. Zwei Jahre später holt er bei den Welt-Titelkämpfen in Osaka mit gerade einmal 20 seine erste Medaille auf der großen internationalen Bühne: Silber in 19,91 Sekunden hinter Tyson Gay. Ein Erfolg - und ein Weckruf für Bolt. Wie konnte der US-Amerikaner so an ihm vorbeiziehen? Der Ehrgeiz des Youngsters, der nichts mehr hasst als Niederlagen, ist endgültig geweckt.

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

Die Anfänge

 

Der Durchbruch

"Blitzeinschlag" auf der kurzen Sprintstrecke

2008 fabriziert Bolt dann auch grandiose Zeiten über die ungeliebten 100 m. In Kingston steigert er sich Anfang Mai auf 9,76 Sekunden - es ist die zweitbeste je gelaufene Zeit hinter seinem Landsmann Asafa Powell. Keine vier Wochen später verbessert er auf regennasser Bahn in New York dessen Weltrekord im erst fünften 100-m-Wettkampf seiner Profi-Karriere auf 9,72 Sekunden. Die Medien orakeln: Geht das mit rechten Dingen zu?

Der Durchbruch

Peking: Die Legendenbildung beginnt

2008 im olympischen 100-m-Finale gewinnt Bolt trotz offenen Schuhs in erneuter Weltrekordzeit von 9,69 Sekunden - eine Sensation. Am Ende trudelt er locker aus und vergibt eine noch bessere Zeit. Über 200 m dominiert Bolt ebenfalls in Weltrekordzeit (19,30) und auch die jamaikanische Staffel siegt in bis dato unerreichten 37,10 Sekunden. Acht Jahre später wird das Gold allerdings aberkannt: Bolts Teamkollege Nesta Carter war gedopt. Nach seinem 100-m-Triumph zeigt Bolt erstmals die "To Di World"-Geste. Sie wird sein Markenzeichen.

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

Der Durchbruch

 

Der Durchbruch

Die Marke Usain Bolt

Peking ist der Durchbruch, Bolt avanciert zum millionenschweren Topverdiener und zu einer Weltmarke. Neben schnellen Zeiten erwarten die Zuschauer, Medien und Sponsoren jetzt immer auch eine Show, die der schnellste Mann des Planeten zuverlässig liefert. "Ich bin ein Sprinter, aber auch ein Entertainer", sagt er. Die Rennen des 1,95-m-Mannes sind eine Attraktion, er begeistert auch Menschen, die sich sonst nicht sehr für die Leichtathletik interessieren. Er fesselt und dirigiert das Publikum. Manchmal auch zum Missfallen der Konkurrenz, die zur Staffage wird.

Der Durchbruch

Good vibrations und karibische Coolness

Der Ruhm hat seinen Preis: Bolt soll keine Negativschlagzeilen produzieren, auf seine geliebten Partys, langen Nächte und Fast Food verzichten. Doch der Ausnahmeathlet, der intensiv lebt und die Abwechslung braucht, entscheidet sich bewusst gegen die totale Askese: Sein Erfolgsrezept lautet harte Arbeit gepaart mit Spaß. Sponsoren und Fans lieben die Geschichte des hart trainierenden Sportlers aus Jamaika, der aber auch viel Lebensfreude versprüht und für karibische Coolness steht. "Er ist kein Workaholic. Aber er arbeitet immer hart, wenn es die Situation erfordert", sagt Coach Glen Mills. All das zusammen macht Bolt, der auch stark an den Turntables und ein begnadeter Tänzer ist, zum aufregendsten Leichtathleten der Gegenwart.

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

WM in Berlin

Blaues Wunder in Berlin

Vor der WM in Berlin 2009 spuckt Tyson Gay große Töne, will Bolt den Weltrekord über 100 m abjagen. Doch der Amerikaner erlebt ebenso wie die rund 50.000 Zuschauer im Olympiastadion sein blaues Wunder. Bolt siegt in sagenhaften 9,58 Sekunden vor seinem Herausforderer (9,71). Zwischen 60 und 80 m erreicht er eine Geschwindigkeit von 44,72 Stundenkilometer - Wahnsinn!

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

WM in Berlin

Noch ein Fabel-Weltrekord

Auch über 200 m pulverisiert Bolt seinen eigenen Weltrekord: 19,19 Sekunden! Beide Bestmarken sind bis heute unerreicht. Mit dem abschließenden Staffelsieg wiederholt der Sprinter sein Gold-Triple von Olympia. Ein Novum. Das Olympiastadion bebt.

WM in Berlin

Doping? "Ich bin echt"

Die phänomenalen Erfolge rufen Begeisterung, aber auch Skepsis hervor. "Ich kann immer nur wieder betonen, dass ich sauber bin. Ich werde ständig getestet, ich trainiere hart, ich bin echt", sagt Bolt, der bei 1,95 m Körpergröße 110 cm lange Beine besitzt. Seine maximal gemessene Schrittlänge beträgt unglaubliche 2,95 m. Durch seine Größe ist er nur ein durchschnittlicher Starter, hinten raus aber der beste und längste Beschleuniger. Für viele Experten wäre er auch auf den 400 m kaum zu schlagen, doch für das Training sei er viel zu faul, meint Bolt.

WM 2011

Bolt schlägt sich selbst

Wer kann Bolt überhaupt noch besiegen? Die Antwort liefert der Superstar 2011 bei der WM im südkoreanischen Daegu höchstpersönlich - er selbst! Im 100-m-Finale leistet er sich einen Fehlstart, das Aus. Es siegt sein zuvor schon einmal wegen Dopings gesperrter Landsmann Yohan Blake in 9,92 Sekunden. Bolt ist über seinen Lapsus stinksauer, es ist der Tiefpunkt seiner Karriere. Später sagt er: "Ich habe daraus gelernt. Du lebst und du lernst, so ist das eben."

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

WM 2011

 

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

WM 2011

Zweimal Gold zum Trost

Bis zu den 200 m hat sich Bolt wieder gefangen. Er holt ebenso Gold wie mit der Staffel, die in 37,04 Sekunden einen Weltrekord aufstellt.

Olympia 2012

Ein König im Vereinten Königreich

Die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in London verläuft nicht optimal. Bolt feiert viel, hat mit Verletzungen zu kämpfen. Bei den jamaikanischen Meisterschaften unterliegt er Yohan Blake, der ihn danach auch verbal herausfordert, zweimal. Der Rummel um den Ausnahmesprinter im Vereinigten Königreich ist gigantisch. Er versteckt sich im olympischen Dorf, um zur Ruhe zu kommen.

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

Olympia 2012

Schwacher Start, aber dann...

Im 100-m-Endlauf dominiert Bolt trotz schwachen Starts, der wohl auch der Erinnerung an Daegu geschuldet ist, in 9,63 Sekunden: Die zweitschnellste Zeit der Geschichte und olympischer Rekord.

Olympia 2012

Olympischer Traum an der Themse

Auch über 200 m feiert Bolt einen klaren Sieg vor Blake und macht im Anschluss noch fünf Liegestütze für fünf olympische Goldmedaillen. Als erster Sprinter überhaupt wiederholt er das Olympia-Double über 100 und 200 m. Das nächste Edelmetall folgt mit der Staffel: Gold in Weltrekordzeit, Jamaika durchbricht als erstes Quartett in 36,84 die Schallmauer von 37 Sekunden.

Bolt vs. Gatlin

Gut gegen Böse auf der Bahn

2013 in Moskau gelingt Bolt ein erneutes Triple, er löst Carl Lewis als erfolgreichsten Athleten der WM-Geschichte ab. Über 100 m setzt er sich im strömenden Regen (9,77) gegen Justin Gatlin durch. Zwei Jahre später ist der Amerikaner bei den Welt-Titelkämpfen in Peking nach besseren Vorleistungen sogar Favorit. Das Duell zwischen dem unbescholtenen Bolt und seinem mehrfach des Dopings überführten Rivalen wird zum Kampf "Gut gegen Böse" stilisiert.

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

Bolt vs. Gatlin

 

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

Bolt vs. Gatlin

Nur vom Segway zu stoppen

Bolt feiert in Peking seinen dritten Dreifachtriumph bei einer WM. Zu stoppen ist er nur durch einen unglückseligen Kamermann, der ihn mit einem Segway umfährt. Der Rekord-Weltmeister bleibt unverletzt und reagiert gelassen: "Es gehen schon Gerüchte um, dass Justin (Gatlin, d.Red.) ihn dafür bezahlt hat."

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

Olympia 2016

Leichtfüßig zum "Triple-Triple"?

Muhammad Ali, Pelé - Bolt möchte zu den ganz Großen des Sports gehören. Das Ziel bei seinen letzten Olympischen Spielen 2016 in Rio lautet daher "Triple-Triple".

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

Olympia 2016

 

Olympia 2016

Mission erfüllt - aber einmal Gold verloren

Tatsächlich wird der Traum vom "Triple-Triple" zumindest vorübergehend Realität: Zum dritten Mal in Folge gewinnt Bolt olympisches Gold über 100, 200 m und mit der Sprintstaffel. Es ist die Krönung einer einzigartigen Karriere. "Meine Mission ist erfüllt", sagt er: "Jetzt eine Legende zu sein, ist etwas Großartiges." Kurz darauf verliert er allerdings das Staffel-Gold von Peking 2008, weil sein Teamkollege Nesta Carter des Dopings überführt wird. Er sei zunächst sauer gewesen, schildert er später, habe sich dann aber damit abgefunden: "Ich habe ja keinen Einfluss darauf."

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

Der Abschied

Abschied von den Heim-Fans

Im Juni 2017 startet der Pop-Star der Leichtathletik mit seinem letzten Rennen auf Jamaika seine Abschiedstour. 30.000 Anhänger feiern ihren Nationalhelden im vollgepackten Nationalstadion von Kingston. Dort hatte 15 Jahre zuvor mit dem Sieg bei der Junioren-WM alles begonnen. Die WM in London soll der Schlusspunkt sein.

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

Der Abschied

 

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

Der Abschied

"Bolt hängt hinterher"

Die Leichtigkeit früherer Tage auf der Bahn ist Bolt abhanden gekommen. Dennoch will er sich in seinem letzten Einzelrennen bei der WM in London mit einem Sieg verabschieden. Das misslingt: Sensationell muss er sich seinem Dauerrivalen Justin Gatlin und Christian Coleman geschlagen geben - nur Bronze.

Der Abschied

Drama im letzten Rennen

Ein Schrei, ein Fall - und alles ist aus: Bolts glanzvolle Karriere endet bei der WM tragisch. 50 Meter vor dem Ziel des Staffel-Finals geht der Megastar als Schlussläufer der Jamaikaner verletzt zu Boden. Ausgerechnet in seinem letzten Rennen erlebt er einen der bittersten Momente seines großen Sportlerlebens. Am Mythos Bolt kann allerdings auch das Drama von London nicht kratzen.

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

Der Abschied

 

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

Credits

Bettina Lenner
Matthias Stepien
Tim Tonder

Musik:
Moment of my life, Stefanie Rhein und die NDR Bigband

Bitte scrollen, um weiterzulesen