Stand: 18.06.2017 11:47 Uhr

Toba: Der "Hero de Janeiro" ist zurück

Andreas Toba an seinem Spezialgerät, dem Pauschenpferd.

Die Nachricht war kurz, die Andreas Toba am Sonnabend auf Twitter verfasste. Sie hatte es aber in sich. "I'm back", schrieb der Turner aus Hannover und packte noch einen Link auf seine Facebook-Seite dazu. Wer diesen anklickt, sieht Toba an seinem Spezialgerät, dem Pauschenpferd, turnen - zum Auftakt der zweiten Bundesliga für seinen Verein TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau. Nichts spektakuläres, aber ein Meilenstein in der Karriere des dreifachen deutschen Meisters. Es war der erste Wettkampf des 26-Jährigen nach seiner schweren Verletzung bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro vor gut zehn Monaten. "Es war zwar nur ein kleiner erster Schritt, aber für mich ein sehr wichtiger. Ich liebe diesen tollen Sport", sagte der Hannoveraner.

Trotz Kreuzbandriss am Pauschenpferd

Tobas Geschichte war eine der bewegendsten der Spiele in der brasilianischen Metropole. Am ersten Wettkampftag hatte sich der deutsche Mehrkampfmeister bei seiner Boden-Übung in der Mannschafts-Qualifikation einen Kreuzbandriss zugezogen. Doch Toba biss auf die Zähne, trat danach am Pauschenpferd an und sicherte mit der besten Übung der deutschen Mannschaft den Finaleinzug. Der "Hero de Janeiro" war geboren und wurde anschließend mit Preisen überhäuft.

"Ich habe mir öfter überlegt, ob ich aufhören sollte"

Zehn Monate später ist Toba zurück, gab aber zu, dass er nach seiner dritten Operation sogar ans Karriereende gedacht habe. "Gerade im Krankenhaus habe ich mir tatsächlich öfter überlegt, ob ich aufhören sollte", sagte der 26-Jährige. Er tat es nicht und heimste am Sonnabend von den Kampfrichter 13,75 Punkte für seinen sauberen Vortrag mit dem Schwierigkeitsgrad 5,3 ein. Damit steuerte Toba vier Score-Punkte zum 65:16-Auftakterfolg seines Clubs gegen den TuS Vinnhorst aus seiner Heimatstadt Hannover bei. Im Vorjahr hatte Schwäbisch Gmünd wegen des Ausfalls seines Leistungsträgers die erste Bundesliga nicht halten können, gilt nun aber als erster Anwärter für die Rückkehr in die Deutsche Turnliga.

Ziel ist die WM in Montreal

Dennoch bleibt Toba noch zurückhaltend: "Ich bin zwar ziemlich beschwerdefrei, aber es ist auch noch ein bisschen Zurückhaltung da." Sein Saisonziel bleibt die Qualifikation für die diesjährigen Weltmeisterschaften Anfang Oktober in Montreal. "Es wird aber bestenfalls für das Pauschenpferd und die Ringe reichen", sagte er: "Ich will nichts übers Knie brechen."

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Sport aktuell | 18.06.2017 | 18:05 Uhr

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