Stand: 17.02.2016 13:29 Uhr

Theresa Ripke: Jungtalent lässt Profis zittern

von Anna Makovec

Groß, schlank, lange blonde Haare und eine richtig gute Reiterin, die auch an den VR Classics teilnimmt: Theresa Ripke aus Steinfeld im Kreis Schleswig-Flensburg hat das geschafft, wovon viele Mädchen träumen. Noch dazu kommt sie gut an: Sympathisch, auf dem Boden geblieben, für jeden Spaß zu haben - das sagt man über Theresa. Ihre Eltern sind in der Reiterwelt wohl bekannt. Mutter Cora Ackermann-Ripke ist deutsche Meisterin im Springreiten, Vater Andreas Ripke ist Nationenpreisreiter. Das Reiten wurde Theresa also in die Wiege gelegt. Los ging es ganz früh mit eigenes Ponys.

Eine ganz normale Reiterfamilie

Mit Calmado an die Spitze

Bis Theresa aber oben mitmischte, dauerte es eine ganze Weile. Die ersten eigenen Ponys hatten so gar keine Lust zu springen, erzählt sie. Erst mit 14 Jahren übernahm Theresa Calmado, das Spitzenpferd ihres Vaters Andreas. "Den hab ich ihm abgequatscht", lacht sie. Von da an ging es für die Nachwuchsamazone steil aufwärts. "Ich habe Pferde immer geliebt", sagt Theresa, "aber so ein richtiges Pferdemädchen bin ich erst durch Calmado geworden. Er ist mein bester Freund." So klischeehaft das klingt, man glaubt es ihr sofort. Und ihr bester Freund und ihr reiterliches Talent brachten den Teenie zu den ganz großen Turnieren. 2011 die erste Teilnahme an der Deutschen Jugendmeisterschaft und ein siebter Platz, 2013 der erste Sieg in einem S**-Springen in Aachen, 2014 Sieg im Preis der Besten in Warendorf und sowohl Landesmeisterin als auch Deutsche Meisterin der Junioren - und 2015 startete Theresa Ripke dann richtig durch.

Unbeschwert bei den Großen mitreiten

2015 war bisher Theresas erfolgreichstes Jahr. Mit Calmado, kurz Cali genannt, gewann sie zwei große Preise in Bad Segeberg und Odense in Dänemark, sie wurde Mannschaftseuropameisterin in Wien, deutsche Junioren-Meisterin und belegte beim traditionsreichen Championat der Kieler Baltic Horse Show den dritten Platz. Ganz locker, fröhlich und unbeschwert lässt sie dabei die namhafte Konkurrenz hinter sich. Und weil sie in allen Stresssituationen die Nerven behält und sogar nervöse Mitstreiter beruhigen kann, wird sie schon "Mutter Theresa" von den Reiterfreunden genannt.

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Auch ihren eigenen Vater, Andreas Ripke, lässt Theresa im Ranking inzwischen öfter mal hinter sich. "Aber ich reite ja auch seinen Calmado", lacht Theresa, "er muss sich ja erst einmal ein neues Toppferd aufbauen." Auch der jüngste Spross der Ripkes, der 13 Jahre alte Flemming, reitet und nimmt mit Guinco della Loggia bei den VR Classics am Jugend Team Cup teil - unterstützt von Theresa. Überhaupt, die Familie: Ein bisschen wie aus dem Bilderbuch, aber tatsächlich verstehen sich alle Ripkes gut und unterstützen sich gegenseitig, erzählt Theresa. "Das hilft schon eine ganze Menge", sagt sie. Wenn wegen der Schule zu wenig Zeit für das Pferd bleibt, übernimmt auch Mutter Cora das Training von Calmado.

Eine ganz normale junge Frau

Dadurch kommen auch die Freunde nicht zu kurz. Kino, shoppen, oder mal abends weggehen: Theresa ist eine ganz normale junge Frau, der es Freude macht, Menschen kennenzulernen. Ihr fester Freund ist allerdings ebenfalls Springreiter. "Das ist ganz praktisch", lacht die 18-Jährige, "dann kann man nämlich zusammen aufs Turnier fahren und sieht sich häufiger". Und dann schauen sie sich auch mal gemeinsam die Reiter-Elite an. "Janne Friederike Meyer zum Beispiel ist schon ein Vorbild für mich. Sie ist eine wahnsinnig starke Frau und hat schon so viel erreicht", erzählt Theresa.

Nach den VR Classics kommt das Abi

In diesem Jahr steht für Theresa das Abitur an. Sie darf es bereits kurz vor den Osterferien schreiben, um den Sommer für die Reitturniere frei zu haben. Ihre Schleswiger Schule sei ihr da immer entgegengekommen, erzählt die Springreiterin. Sie peilt einen Zweierschnitt an - und nach dem Turniersommer ein Studium. Möglichst in Flensburg, "dann kann ich weiter reiten." Aber erst einmal stehen jetzt die VR Classics an: internationale Springprüfungen und viel Konkurrenz - zum Beispiel Olympiagewinner und Mannschaftsweltmeister Carsten-Otto Nagel aus Wedel und Janne Friederike Meyer aus Schenefeld. Theresa ist wieder keine Nervosität anzumerken, aber sie gibt zu: "In Neumünster zu reiten - das ist schon etwas ganz Besonderes."

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