Stand: 26.09.2017 16:20 Uhr

Rothenbaum-Entscheidung: Stich kritisiert DTB

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Michael Stich wird 2018 letztmalig als Turnierdirektor am Rothenbaum fungieren.

Turnierdirektor Michael Stich hat sich nach dem Verlust der Lizenz für die traditionelle Sandplatzveranstaltung am Hamburger Rothenbaum enttäuscht gezeigt und den Deutschen Tennis Bund (DTB) kritisiert. "Das Verfahren war nicht fair und transparent", sagte der ehemalige Wimbledonsieger am Dienstag: "Allein die Tatsache, dass ich gefragt wurde, ob ich bereit wäre für einen anderen Ausrichter als Turnierdirektor zu arbeiten, lässt uns daran zweifeln, dass das ganz fair abgelaufen ist." Das schloss der 48-Jährige auch aus. "Nein, ganz klar nein. Ich bin ein loyaler Mensch. Ich gebe ja nicht meinen Namen, nur um einen Job zu haben." Ab 2019 erhält der Österreicher Peter-Michael Reichel für zunächst fünf Jahre die Lizenz für die German Open.

Stich: "Der DTB möchte nicht mit mir arbeiten"

Zudem prangerte Stich an, dass sein letztes Angebot in Höhe von 670.000 Euro nicht mehr berücksichtigt worden sei. Darüber hinaus seien den DTB-Gremien vor der Entscheidung offenbar falsche Zahlen vorgelegt worden. Bis heute kenne er aber nicht die Gründe für die DTB-Entscheidung. "Ich muss für mich feststellen, dass der DTB mit mir nicht arbeiten möchte", sagte Stich, der 2009 am Rothenbaum eingestiegen war und das Turnier 2018 letztmals ausrichten wird. Zwar sei er "überrascht" und "enttäuscht", dass er mit seinem Team die "erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre nicht fortführen" dürfe, aber "es ist klar, dass wir die Entscheidung akzeptieren".

Neuer Lizenz-Inhaber will Damenturnier dazunehmen

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Der neue Lizenzinhaber Reichel erwägt derweil einen Wechsel des Belags von Sand auf Hartplatz. "Wenn die ATP mitspielen würde, wäre das eine Überlegung wert", sagte der 64 Jahre alte Österreicher dem "Hamburger Abendblatt". Der Gründer des WTA-Turniers in Linz und Ausrichter des Nürnberger Damenturniers hatte am vorigen Wochenende vom DTB den Zuschlag erhalten. Auch in der Hansestadt würde Reichel "gerne ein Damenturnier dazunehmen, um die ganze Veranstaltung auf zwei Wochen auszubauen".

"Wollen prinzipiell in Hamburg bleiben, aber nicht um jeden Preis"

Um sowohl Belag als auch Termin ändern zu können, will Reichel "Gespräche mit dem DTB, der ATP und noch anderen" führen. Nicht gesichert ist, dass die Hansestadt Turnierstandort bleibt. "Wir wollen prinzipiell in Hamburg bleiben, aber nicht um jeden Preis", sagte Reichel. Festgelegt hat er sich lediglich auf Deutschland als Schauplatz für das Turnier der drittklassigen 500er-Serie. "Wir müssen jetzt sehen, wie die anstehenden Gespräche mit der Stadt Hamburg laufen werden."

Reichel erwartet finanzielle Unterstützung der Stadt bei der Sanierung der Anlage. Sportstaatsrat Christoph Holstein hatte vor übertriebenen Erwartungen gewarnt. Es sollte "niemand glauben, dass sich die Stadt unter Druck setzen lässt", sagte er. Grundsätzlich sei man aber gesprächsbereit. Sollte ab 2019 in einer anderen deutschen Stadt aufgeschlagen werden, will Stich versuchen, trotzdem am Rothenbaum ein Tennisturnier auf die Beine zu stellen.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 26.09.2017 | 16:25 Uhr

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