Stand: 04.01.2016 18:01 Uhr

Rallye Dakar: Von Zitzewitz will aufs Podium

Es ist ein Abenteuer, das Dirk von Zitzewitz in den kommenden zwei Wochen vor sich hat: Fast 10.000 Kilometer Strecke durch Argentinien und Bolivien, glühende Hitze, schwindelerregende Höhen und gefährliche Schotterpisten liegen vor dem Motorsportler aus Ostholstein. Er nimmt an der 38. Auflage der Rallye Dakar teil, deren erste Etappe am Sonntag beginnen sollte. Die Organisatoren sagten sie allerdings aus Sicherheitsgründen ab - nach schweren Regenfällen. Die 227 Kilometer lange Strecke zwischen Rosario und Villa Carlos Paz in Argentinien sei nach Gewitterstürmen teils unbefahrbar. Am Montag begann dann das Rennen mit der zweiten Etappe, die wegen schlechten Wetters von 510 auf 287 Kilometer verkürzt wurde.

Nach den bisherigen Plänen endet die Rallye am 16. Januar im argentinischen Rosario. Mittlerweile geht es für die Teilnehmer nicht mehr wie ursprünglich von Paris nach Dakar: Seit 2009 findet die Rallye in Südamerika statt.

Rallye Dakar: Dauerteilnehmer von Zitzewitz

Der Reiz des Ungewissen

Von Zitzewitz ist zum 16. Mal bei der Marathon-Rallye dabei, die als die härteste der Welt gilt. Den 47-Jährigen reizt das Ungewisse. "Jeden Tag können Probleme aus einer anderen Richtung auf dich zukommen, ob es nun technisch, navigatorisch oder fahrerisch ist", sagt von Zitzewitz.

Von Zitzewitz will wieder aufs Siegertreppchen

Seit die Rallye in Südamerika stattfindet, stand Dirk von Zitzewitz schon fünf Mal auf dem Podium: einmal sogar als Sieger. Im vergangenen Jahr raste der Co-Pilot zusammen mit seinem südafrikanischen Fahrer Giniel de Vielliers auf Platz zwei. Und der Ostholsteiner will wieder nach ganz vorne. Beim Prolog am Sonnabend kamen die beiden als Achte ins Ziel - bei dem Rennen ging es um den Startplatz für die erste Etappe.

Mini Cooper rast in eine Gruppe von Fans

Überschattet wurde der Prolog allerdings von einem schweren Unfall. Der Mini Cooper der chinesischen Pilotin Guo Meiling kam am Sonnabend in Arrecifes von der Strecke ab und raste in eine Gruppe von Fans, wie der Veranstalter mitteilte. Mindestens drei verletzte Zuschauer seien nach dem Unglück in einem kritischen Zustand, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Télam unter Berufung auf die Feuerwehr. Alle Verletzten - acht Erwachsene sowie fünf Kinder und Jugendliche - seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Organisatoren brachen den Prolog daraufhin ab, noch bevor die Trucks die Startplätze für die erste Etappe ausfahren konnten.

Genaue Analyse nach jedem Unfall

Bislang kostete die Rallye in ihrer Geschichte mehr als 60 Menschen das Leben, angefangen bei Teilnehmern, über Zuschauer bis hin zu Journalisten. Als im vergangenen Jahr ein Motorradfahrer starb, ging die Nachricht im Fahrerlager schnell herum. "Das ist immer bedrückend und ich versuche dann für mich möglichst genau herauszufinden, wie es passiert ist, um mich gegen so einen Unfall so gut wie möglich zu schützen", sagt von Zitzewitz.

Die Familie drückt die Daumen

Auch der erfahrene Motorsportler war schon in Situationen, wo er die Strecke falsch eingeschätzt hat oder einen kurzen Moment unaufmerksam war. Bislang hatte der 47-Jährige immer Glück. Und das Auto kam heil ans Ziel. Außerdem sind die Fahrzeuge bei der Rallye Dakar mit einem Tracking-System ausgestattet. Wenn sich ein Fahrzeug länger als zwei Minuten nicht bewegt, wird ein Alarm ausgelöst. Von Zitzewitz fühlt sich gut abgesichert. Und während er in Südamerika alles geben wird, um wieder aufs Treppchen zu fahren, drückt die Familie von zu Hause die Daumen.

Neues Jahr beginnt mit dem Ende der Rallye

Die ersten zwei Wochen im Januar sind für Dirk von Zitzewitz die wichtigsten des ganzen Jahres. Das neue Jahr beginnt für den Ostholsteiner erst nach dem 16. Januar, wenn die Rallye Dakar vorbei ist.

Rückblick

Vor der Rallye Dakar: Kraft tanken statt feiern

Der Countdown läuft für Rennfahrer Dirk von Zitzewitz. Er steckt mitten in den Vorbereitungen zur Rallye Dakar. Ein paar Tage vor dem Start feierte der Ostholsteiner Silvester in Argentinien. (01.01.2015) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Aktiv | 03.01.2016 | 15:30 Uhr