Stand: 15.04.2017 12:07 Uhr

Boxer Gutknecht wohl für immer pflegebedürftig

Eduard Gutknecht zog sich bei seinem Kampf im vergangenen November schwerste Kopfverletzungen zu.

Für den Gifhorner Profiboxer Eduard Gutknecht gibt es offenbar keine Hoffnung mehr auf vollständige Genesung. "Die Ärzte haben gesagt, dass er wohl oder übel für immer auf Pflege angewiesen sein wird. Die Verletzung ist einfach zu groß und selbst nach dieser langen Zeit macht er einfach zu wenig Fortschritte", erklärte seine Frau Julia Gutknecht in einem emotionalen Interview mit dem Portal "boxenplus.de". Ihr Mann könne derzeit weder laufen noch sprechen, sagte sie. Laut den behandelnen Ärzten sei es "ein Wunder", dass Gutknecht seinen Verletzungen, die er sich im Kampf gegen den Briten George Groves im vergangenen November zugezogen hat, nicht erlegen sei. "Die rechte Hirnhälfte ist fast komplett beschädigt. Dazu kamen noch mehrere Einklemmungen und immer wieder Schlaganfälle im gesamten Bereich des Gehirns", erklärte die Frau des früheren Europameisters.

Notoperation nach Kampf gegen Groves

Der gebürtige Kasache hatte nach seinem Duell mit Groves in London, das er deutlich nach Punkten verloren hatte, in der Kabine das Bewusstsein verloren. Wie seine Frau nun erzählte, sei er zunächst nicht einmal mehr transportfähig gewesen. Nach der Erstversorgung vor Ort wurde Gutknecht in ein Krankenhaus gebracht und dort notoperiert. Nach dem Eingriff habe er erst nach fünf Wochen das Bewusstsein wiedererlangt, berichtete Julia Gutknecht. Derzeit befinde sich ihr Mann noch in der Reha, die aber bald enden würde. Für die Zukunft hoffe sie, "dass er mich wieder in den Arm nehmen wird und sagt: 'Schatz ich liebe dich und ich weiß, du bist meine Frau und wir haben drei wundervolle Kinder.'"

Familie des Boxers finanziell nicht abgesichert

Der verunglückte Sportler und seine Familie stehen auch finanziell vor einer äußerst schwierigen Zukunft. Von seinem Boxstall ist offenbar keine Hilfe zu erwarten. Die Verbindung mit seinem Promoter sei "abgebrochen", erzählte Julia Gutknecht. Geld von einer Berufsgenossenschaft, die es für Boxer nicht gibt, oder einer ähnlichen Einrichtung wird der Gifhorner ebenfalls nicht erhalten. "Ich suche jetzt eine Arbeit für einige Stunden, je nach Möglichkeit. Was ich verkaufen konnte, habe ich verkauft", erzählte seine Frau.

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Sportclub | 04.12.2017 | 22:50 Uhr