Stand: 24.08.2017 21:20 Uhr

Bei Anmeldung vergessen: Keine WM für Reppe

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Bei den Paralympischen Spielen in Rio 2016 gewinnt Reppe Gold beim Straßenrennen.

"Nun wird es langsam ernst. Zwei Wochen intensives Training in 1.800 Metern Höhe mit der Nationalmannschaft sind fast geschafft! Ich bin sehr gut drauf und kann es kaum erwarten, dass die Weltmeisterschaft in Südafrika endlich losgeht!!" Das schrieb Christiane Reppe vor gut zwei Wochen auf ihrem Facebook-Profil. Doch die Teilnahme an der WM am Zipfel Afrikas, das große Ziel der beinamputierten Handbike-Fahrerin, ist gestrichen. Warum? Die Antwort klingt erst einmal nach einem großen Missverständnis, doch ist wahr: Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hat vergessen, sie anzumelden. Besonders bitter für die Ausnahmesportlerin vom GC Nendorf im Landkreis Nienburg/Weser, die Gold-Gewinnerin beim Handbike-Straßenrennen bei den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016, die zweimalige Weltmeisterin: Die 30-Jährige galt als eine der Favoritinnen, hatte nach langen und intensiven Vorbereitungen Gold im Straßenrennen und bei Einzelfahrten im Blick.

Reppe: "Das darf nicht noch mal passieren"

Der DBS aber vergaß, sie auf die offizielle Meldeliste zu schreiben. Offenbar hatte eine Mitarbeiterin nicht gemerkt, dass Reppes Name auf der Liste fehlte. Gegengecheckt wurde sie nicht. Als der Fehler auffiel, war es schon zu spät. Eine Nachnominierung ist nicht mehr möglich, sagt der Weltradsportverband UCI. Keine Teilnahme an der WM wegen eines formalen Fehlers - das war wie "ein Schlag ins Gesicht", erzählt Reppe im Gespräch mit dem NDR. Sie habe schon mit der verantwortlichen Person gesprochen. "Ich denke, das Problem war, dass niemand mehr auf die Liste geschaut hat." Fehler könnten passieren. "Wir sind ja alle nur Menschen, aber das darf einfach nicht noch einmal passieren."

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Verband vergisst Anmeldung von Weltmeisterin

Hallo Niedersachsen -

Handbikerin Christiane Reppe galt als Favoritin bei der WM in Südafrika, doch nun ist ihre Teilnahme geplatzt. Der Deutsche Behindertensportverband hatte vergessen, sie anzumelden.

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Gibt es zumindest eine finanzielle Entschädigung?

"Ich war dieses Jahr sehr, sehr gut drauf und habe sehr gute Ergebnisse erzielt", fährt Reppe fort. Allein an Prämien entfallen für die Sportlerin gut 6.000 Euro. Der Behindertensport Verband Niedersachsen fordert nun zumindest eine finanzielle Entschädigung für Reppe. Das aber könne erst nach den Wettkämpfen in Südafrika besprochen werden, sagte Anders Spielmeyer, Leistungssport-Koordinator beim Verband.

#roadtotokyo2020

Der Deutsche Behindertensportverband hat sich für die Panne entschuldigt und versichert, dass Reppe auch ohne WM-Teilnahme im Bundeskader bleiben darf. Damit erhält sie weiter finanzielle Unterstützung. Nicht unwichtig bei den Sportlern, die häufig Trainingslager und Wettkampfreisen aus eigener Tasche bezahlen müssen. Für Reppe, der wenige Monate nach ihrem Gold-Sieg in Rio die Medaille geklaut wurde, geht der Blick nach vorn: Ihren Facebook-Eintrag, er zeigt die zugeschickte Doping-Kontrolle des UCI trotz Nicht-Teilnahme, hat sie mit dem Schlagwort "roadtotokyo2020" versehen. In der japanischen Hauptstadt finden in drei Jahren wieder die Paralympischen Spiele statt. Auch zu lesen: "nothingcanstopme" - zu Deutsch: Niemand kann mich aufhalten. Eine Kampfansage.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.08.2017 | 08:00 Uhr

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