Stand: 29.11.2017 09:00 Uhr

Ludwig/Walkenhorst: Das Ziel heißt Perfektion

von Matthias Heidrich, NDR.de
Schon alles gewonnen, aber trotzdem noch hungrig: Kira Walkenhorst (l.) und Laura Ludwig.

Der Weg zurück in den Sand der Copacabana war für Laura Ludwig doch etwas mühselig nach rund zwei Monaten Pause. "Es ist ein bisschen schwieriger in die Halle zu gehen, wenn es draußen noch dunkel ist und sich dann in den kalten Sand zu quälen", gibt die 31-Jährige unumwunden zu. Dabei hat es die Beachvolleyball-Olympiasiegerin gar nicht weit. Seit Anfang November stiefeln Ludwig und ihre Partnerin Kira Walkenhorst wieder täglich zum Training am Olympiastützpunkt in Hamburg-Dulsberg. Dort, wo ebenfalls der Sand vom legendären Strand in Rio de Janeiro liegt. Der wurde einst extra eingeflogen, um der Beachvolleyball-Elite in Hamburg perfekte Bedingungen in der Saison-Vorbereitung zu bieten.

Worauf fokussieren, wenn man schon alles gewonnen hat?

Auf dem "echten" an der Copacabana hatte das HSV-Duo im vergangenen Jahr den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert - Olympia-Gold in Brasilien. 2017 folgten der WM-Titel und der Sieg beim Weltcup-Finale in Hamburg. Das liegt im morgendlichen November-Grau der Hansestadt für Ludwig/Walkenhorst weit zurück. Der Blick des Top-Duos geht nach vorne. Aber worauf fokussieren, wenn man schon alles gewonnen hat? "Wir wollen an das perfekte Spiel herankommen, dafür trainieren wir hart", sagt Walkenhorst.

Die "Golden Girlz" wollen "The Perfect Match"

Der animierte Schriftzug "The Perfect Match" ist auch das erste, was User sehen, wenn sie die Homepage der "Golden Girlz" besuchen. Das sieht alles kräftig durchgestylt aus. Das Gold vergolden, lautet das Stichwort. Und wer würde es ihnen verdenken. Aber wieso dieses etwas abstrakt anmutende Ziel "Das perfekte Spiel", das wie ein Werbeslogan daherkommt? Vielleicht, weil die nächsten großen Aufgaben auf den Beachvolleyball-Courts dieser Welt noch weit weg sind. "2018 ist es schwierig, weil nicht die riesen Highlights anstehen", sagt Ludwig. Neben den World-Tour-Turnieren sind "nur" noch die Europameisterschaften in den Niederlanden (15. bis 22. Juli) als Leuchttürme im Beachvolleyball-Kalender auszumachen.

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Ludwig/Walkenhorst denken ebenso in olympischen Zyklen wie viele andere Leistungssportler. Die Titelverteidigung bei den Spielen 2020 in Tokio, da will das Hamburger Duo am Ende hin. "Wir setzen uns immer viele kleine Ziele, um ans große zu kommen", sagt Ludwig. "Wie die WM 2019 oder die Olympischen Spiele in Tokio." Gut möglich, dass die Weltmeisterschaft 2019 bereits der gefühlte Höhepunkt wird. Hamburg möchte die nächsten Welttitelkämpfe der besten Beachvolleyballer ausrichten. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber die Hansestadt soll gute Chancen haben. Auf dem Weg nach Tokio das WM-Gold in der eigenen Stadt verteidigen, das wär's.

"Irgendwann hat man wieder Hummeln im Hintern"

"Wir hoffen, dass wir die perfekten Spiele in den nächsten Jahren aufs Feld bringen werden", sagt Walkenhorst. Die wird es auch brauchen, um auf den Treppchen wieder ganz oben zu stehen. Dafür geht das Duo am Ende doch ganz gerne durch die kalten November-Morgen zum Training. Die 27 Jahre alte Blockspezialistin vielleicht etwas mehr als Partnerin Ludwig: "Wir hatten jetzt acht Wochen Urlaub. Irgendwann hat man wieder Hummeln im Arsch und möchte sich ein bisschen bewegen." Am liebsten im feinen Sand der Copacabana, auch wenn der in Dulsberg liegt.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 28.11.2017 | 11:25 Uhr

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