Stand: 07.06.2017 08:16 Uhr

Baskets Oldenburg wollen den Sieg

von Oliver Gressieker

Die Baskets Oldenburg haben zweifellos eine stattliche Anzahl an Fans. Für das zweite Finalspiel um die Deutsche Basketball-Meisterschaft heute gegen die Baskets Bamberg gab es sage und schreibe 20.000 Interessenten für die rund 6.200 Tickets. Innerhalb weniger Minuten war die Halle ausverkauft. Kein Wunder: Denn es ist ein wichtiges Spiel. In der Finalserie der deutschen Basketball-Meisterschaft wollen die Oldenburger nach der Auftakt-Niederlage den ersten Sieg holen. Schließlich müssen für den Titelgewinn drei von fünf Spielen gewonnen werden. Der Leidenschaft der Anhänger können sie sich gewiss sein - und die hat viele Gesichter und ist unterschiedlich stark ausgeprägt: Es gibt Erfolgsfans, Gelegenheitsbesucher, Basketball-Liebhaber, die lautstarken Stimmungsmacher im Fanblock und schließlich den Oldenburger Basketball-Enthusiasten schlechthin, Peter Mydla.

Vom durchgeschwitzten Trikot bis zum Parkettstück

Seltene Fanartikel jeglicher Art

Der 54-jährige Versicherungskaufmann ist nicht nur seit 20 Jahren bei fast jedem Spiel dabei, sondern hat auch eine einzigartige Sammlung an Erinnerungstücken rund um die Oldenburger Basketballer zusammengetragen. Das obere Stockwerk von Mydlas Einfamilienhaus gleicht einem kleinen Museum. Handsignierte Basketbälle und Schuhe, Plakate von Europacup-Spielen, seltene Wimpel, Mannschaftsposter und sogar der Original-Spielerpass des heutigen NBA-Spielers Bobby Brown: In den Regalen und Schränken lagern jede Menge außergewöhnliche Fanartikel. Außerdem archiviert Mydla, der 2001 den Fanclub "Flying Moins" gegründet hat, sämtliche Programmhefte und Video-Mitschnitte von den wichtigsten Spielen. "Meine Sammelleidenschaft lässt sich nur schwer erklären", sagt er im Gespräch mit NDR.de. "Ich freue mich einfach immer wieder unheimlich, wenn ich besondere Sachen bekomme."

Handsignierte Trikots von den Baskets-Stars

Absoluter Höhepunkt der Sammlung, die Mydla gerne einmal in geeigneten Räumen ausstellen würde, sind 50 größtenteils handsignierte Trikots - darunter die Shirts von Baskets-Legenden wie Pavel Becka, Tyron McCoy und Rickey Paulding. Die meisten davon verdankt Mydla seinen guten Kontakten zu Mannschaft und Geschäftsstelle sowie seiner sehr offenen Art. "Ich spreche die Spieler oft einfach direkt an und fast immer sind sie dann sehr großzügig", erzählt der Edel-Fan. Sein Lieblingsstück ist ein Aufwärmtrikot, dass der Centerspieler Ruben Boumtje-Boumtje beim größten Erfolg der Baskets-Geschichte, dem Meistertitel 2009, trug. Das Shirt ist mit Größe 5XL so riesig, dass sich zwei kleinere Erwachsene darin verstecken könnten.

Einziger Baskets-Fan bei Spiel in Griechenland

Außenstehende betrachten die Leidenschaft von Mydla durchaus mit Skepsis. "Bekloppt ist da noch einer der harmloseren Formulierungen", sagt er mit einem Schmunzeln. Doch damit kann er gut leben, denn die Begeisterung für die Baskets hat ihm schon zahlreiche unvergessliche Momente und Reisen durch ganz Europa beschert. "In der Saison 2008/2009 war ich beim einem Europacup-Auswärtsspiel in Griechenland mal der einzige deutsche Fan in der Halle", erinnert sich Mydla. "Die griechischen Gastgeber fanden das so toll, dass sie mich damals auf die Haupttribüne gebeten und mit Essen und Trinken versorgt haben."

Ein einziges Autogramm fehlt

Was seine Sammlung betrifft, hat Mydla nur noch ganz wenige Wünsche offen. Eine Sache, die ihm fehlt, ist die Unterschrift des ehemaligen Trainers Anthony Taylor, der von 2001 bis 2002 in Oldenburg tätig war. "Der ist mir irgendwie durchgerutscht", sagt der 54-Jährige, der sämtliche Autogrammkarten seit 2001 besitzt. Ein Traum wäre für ihn außerdem eine Original-Medaille vom Meistertitel 2009 oder dem Pokalsieg 2015. "Das ist aber ziemlich unrealistisch", weiß Mydla. "Denn die Medaillen werden in genau abgezählter Stückzahl nur für die Spieler, Trainer und Betreuer produziert."

Hoffnung auf Meistertitel gering

Dass in dieser Saison eine weitere Meisterplakette für die Baskets Oldenburg hinzukommt, glaubt Mydla eher nicht. "Bamberg dreimal zu schlagen, ist nüchtern betrachtet schon ziemlich utopisch", sagt er. "Ich habe allerdings die Hoffnung, dass wir zumindest ein Spiel gewinnen können, falls die Bamberger uns nach dem deutlichen Auftaktsieg auf die leichte Schulter nehmen." Aber auch sonst sei die Saison schon jetzt ein Erfolg. Schließlich habe nach der durchwachsenen Hauptrunde niemand mit dem Finaleinzug gerechnet. Für den Fall, dass es am Ende nicht zum Titel reicht, hat Mydla zudem ein bewährtes Trostpflaster: "Wenn es mir schlecht geht, schaue ich mir einfach immer wieder das Video vom Endspielsieg 2009 gegen Bonn an."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.06.2017 | 20:00 Uhr