Stand: 30.01.2016 16:48 Uhr

Angelique Kerber - Tennisprofi

Geb. am: 18.1.1988 in Bremen
Trainer: Torben Beltz
Beruf: Tennisprofi

Bestes WTA-Ranking: Platz 2 (01.02.2016)
Größte Erfolge:
- Siegerin Australian Open (2016)
- Sieben weitere WTA-Turniersiege: Stanford, Birmingham, Stuttgart/Halle, Charleston (alle 2015), Linz/Halle (2013), Kopenhagen/Halle, Paris/Halle (beide 2012)
- Halbfinale Wimbledon (2012)
- Halbfinale US Open (2011)

Angelique Kerbers Weg nach oben

Tatsächlich hat nicht viel gefehlt und aus Angelique Kerber wäre niemals eine der besten und beständigsten deutschen Tennisspielerinnen geworden. Es war in Wimbledon im Jahr 2011, als sich die Linkshänderin ernsthaft mit dem Gedanken trug, den Schläger endgültig in die Ecke zu stellen. "Ist es noch das Richtige?," fragte sie sich nach der zwölften Erstrundenniederlage der Saison. Der Frust war groß, aber das Herz und die Liebe zum "weißen Sport" waren doch stärker. Der Lohn blieb nicht aus: Nur ein paar Wochen später schaffte sie ihren bis dahin größten Erfolg auf der Tennis-Tour. Mit neuem Trainer und Verzicht auf alles Süße zog sie in New York - als erste deutsche Spielerin nach Steffi Graf 15 Jahre zuvor - ins Halbfinale der US Open ein, in dem sie der späteren Grand-Slam-Siegerin Samantha Stosur aus Australien allerdings in drei Sätzen unterlag.

Auf allen Belägen zu Hause

Die Tennis-Laufbahn wurde dem einstigen "Mauerblümchen" quasi in die Wiege gelegt. Als die Familie von Bremen, wo Kerber am 18. Januar 1988 geboren wurde, nach Kiel zog, war der Weg in die Tennishalle nur eine Treppe lang. Drei Jahre war der Blondschopf mit polnischen Wurzeln damals alt - und ihre Eltern Beata und Slawek arbeiteten in der besagten Tennishalle. Mutter Beata ist bis heute ihre Managerin geblieben und meistens dabei, wenn Kerber durch die Tennis-Welt reist. Vater Slawek dagegen ist schon länger nicht mehr ihr Trainer, was der Entwicklung der Tennisspielerin, die auf allen Belägen zurechtkommt, sicher zuträglich war.

Sieg in Melbourne idealer Auftakt der Saison 2016

Inzwischen ist aus der scheuen, zurückhaltenden und bisweilen sogar schüchternen Kerber eine selbstbewusste junge Frau geworden, die sich trotz allem im Hintergrund wohler fühlt als im Rampenlicht. Während sie zu Beginn ihrer Karriere nicht selten von Verletzungen gebremst wurde, ist die zähe Kämpferin mit der prächtigen Vorhand und den meist rot lackierten Fingernägeln von körperlichen Rückschlägen weitgehend verschont geblieben. Obwohl sie in Charleston, Stuttgart, Birmingham und Stanford noch vor den US Open ihre Turniersiege Nummer vier bis sieben holte, blieb die Grand-Slam-Saison 2015 insgesamt durchwachsen: Nach dem Erstrunden-Aus in Melbourne war dreimal in der dritten Runde Endstation. Aus den Top Ten musste sie sich zwischenzeitlich verabschieden und auch im Fed Cup blieb der große Titel nur ein Traum. Dennoch ist Bundestrainerin Barbara Rittner im Interview mit NDR.de überzeugt: "Angie traue ich einen Wimbledonsieg zu." Den ganz großen Triumph holte Kerber sich aber nicht im Londoner Stadtteil, sondern in Melbourne 2016: In einem packenden Finale - dem ersten Grand-Slam-Endspiel ihrer Karriere - bezwang sie Top-Favoritin Serena Williams in drei Sätzen und gewann die Australian Open. Gute Vorzeichen für Olympia in Rio...

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