Stand: 23.04.2017 11:53 Uhr

Äthiopier Mekonnen siegt im Hamburger Hagel

Rund 15.000 Teilnehmer haben am Sonntag bei der 32. Auflage des Hamburg-Marathons die 42,195 Kilometer in Angriff genommen. Es siegte Tsegaye Mekonnen, der sich mit Stephen Kiprotich aus Uganda ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen lieferte. Am Ende setzte sich der Junioren-Weltrekordler aus Äthiopien, der 2014 mit 19 Jahren den Dubai-Marathon in 2:04:33 Stunden für sich entschieden hatte und damit der schnellste je gemeldete Marathonläufer in Hamburg ist, nach 2:07:26 Stunden mit fünf Sekunden Vorsprung auf den Olympiasieger von 2012 durch.

Schöfisch mit Bestzeit bester Deutscher

Der vier Jahre alten Streckenrekord des Kenianers Eliud Kipchoge (2:05:30) geriet allerdings bei widrigen Bedingungen mit Regen, Hagel und Wind nicht in Gefahr. Bester Deutscher war Marcus Schöfisch (lauftraining.com), der im Vorjahr in Frankfurt in 2:20:08 Stunden sein Marathon-Debüt gegeben hatte. Der deutsche Meister kam als Zwölfter ins Ziel und blieb in 2:17:56 Stunden mehr als zwei Minuten unter seinem Hausrekord.

Stockhecke verpasst Norm, aber kämpft sich durch

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Bei den Frauen feierte die Portugiesin Jessica Augusto einen Favoritensieg. In 2:25:30 Stunden verbuchte die ehemalige EM-Dritte die siebtschnellste je in Hamburg gelaufene Zeit. "Ich freue mich, dass ich gewonnen habe, auch wenn ich nicht Bestzeit laufen konnte. Ich bin das erste Mal bei Hagel und solcher Kälte gelaufen", so Augusto. Lokalmatadorin Mona Stockhecke musste in Anbetracht der erschwerten Bedingungen ihr Ziel, erstmals unter 2:30 Stunden zu bleiben und die Norm für die WM im August in London (2:29:30) zu knacken, frühzeitig verwerfen. Die 33-Jährige kämpfte sich jedoch durch und wurde in 2:36:36 Stunden Achte.

"Derbes Spiel mit den Jahreszeiten"

"Es war ein derbes Spiel mit den Jahreszeiten. Ab Kilometer 28 dachte ich, jetzt werden meine Beine warm, dann hatte ich Wadenkrämpfe, weil ich am Anfang im Hagel immer weggerutscht bin", sagte die gebürtige Hamburgerin: "Ich bin froh, dass ich im Ziel bin." Sie habe ab Kilometer drei gewusst, dass es an diesem Tag mit der Bestzeit nichts werden könne. Stockheckes Hausrekord liegt bei 2:31:30 Stunden, den sie Ende Oktober 2016 beim Frankfurt-Marathon gelaufen ist.

"Das ist grottenschlechtes Wetter, da muss man jede Zeit über Bord werfen und irgendwie durchkommen", unterstrich auch Sabrina Mockenhaupt. Die 43-malige deutsche Meisterin hatte am neu ins Programm genommenen Women's Race teilgenommen, bei dem sich zwei Frauen die 42,195 Kilometer teilen, und im Zuge dessen auf der ersten Marathon-Hälfte als Tempomacherin für Stockhecke fungiert.

Sicherheitskosten sind gestiegen

Insgesamt waren rund 25.000 Teilnehmer bei den unterschiedlichen Wettkämpfen wie Marathon, Zehntel, Staffel und Women's Race dabei. Die Läufer durften sich einmal mehr über die Unterstützung von Hunderttausenden Zuschauern an der Strecke freuen. Die Ausgaben für die Sicherheitsmaßnahmen und die Streckenorganisation waren erstmals auf mehr als 500.000 Euro gestiegen - der größte Posten im Gesamtbudget von 2,7 Millionen Euro. Unter anderem blockierten Lastwagen die Zufahrtsstraßen zur Strecke, um Zuschauer und Teilnehmer vom Verkehr abzuschirmen und einen ähnlichen Anschlag wie im Dezember auf dem Berliner Weihnachtsmarkt auszuschließen. Hinweise auf eine konkrete Gefahr lagen den Sicherheitsbehörden aber nicht vor.

Der Hamburg-Marathon 2017 in Bildern

Ergebnisse Hamburg-Marathon

Männer:
1. Tsegaye Mekonnen (Äthiopien) 2:07:26 Std.
Stephen Kiprotich (Uganda) 2:07:31
3. Jacob Kendagor (Kenia) 2:08:50
4. Robert Chemosin (Kenia) 2:09:01
5. Japhet Kosgei (Kenia) 2:11:12
6. Tsegay Kebede (Äthiopien) 2:12:31
7. Elkanah Kibet (USA) 2:13:36
8. David Nilsson (Schweden) 2:15:40
9. Brad Milosevic (Australien) 2:16:24
10. Kenta Iinuma (Japan) 2:16:52

Frauen:
1. Jessica Augusto (Portugal) 2:25:30
2. Megertu Ifa (Äthiopien) 2:29:47
3. Viola Jelagat Kibiwot (Kenia) 2:30:33
4. Marisa Casanueva (Spanien) 2:32:22
5. Magdalena Shauri (Tansania) 2:33:28
6. Adriana Aparecida da Silva (Brasilien) 2:35:44
7. Valdilene Dos Santos (Brasilien) 2:36:33
8. Mona Stockhecke (Hamburg) 2:36:36
9. Manuela Soccol (Belgien) 2:38:03
10. Lujan Urrutia (Argentinien) 2:39:39

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 23.04.2017 | 08:45 Uhr