Stand: 08.03.2016 20:32 Uhr

0:3 – SSC gegen Galatasaray chancenlos

von Henning Strüber, NDR.de
Gegen Galatasaray Istanbul war für Tabitha Love und den Schweriner SC nichts zu holen.

Die Volleyballerinnen des Schweriner SC haben im Halbfinal-Hinspiel des CEV-Cups die erhoffte Sensation verpasst. Der deutsche Rekordmeister unterlag dem favorisierten türkischen Spitzen-Team Galatasaray Istanbul deutlich mit 0:3 (10:25, 23:25, 19:25). Damit drohen die Mecklenburgerinnen wie schon im vergangenen Jahr gegen Bursa erneut in einem europäischen Semifinale an einer Top-Mannschaft aus der Türkei zu scheitern. Das Rückspiel findet am Sonnabend in Istanbul statt. Der Schweriner SC benötigt dort ein 3:0 oder 3:1 und den Gewinn des Golden Sets, um den Einzug in das Endspiel noch zu schaffen. "Wir wollten mehr Druck auf sie ausüben, das haben sie aber unterbunden. Sie haben viel Druck gemacht im Aufschlag und wir hatten Probleme in der Annahme. Wenn sie mit dieser Qualität spielen, wird es für uns schwer", sagte SSC-Coach Felix Koslowski. "Aber wir werden nicht aufgeben. Vielleicht unterschätzen sie uns."

Verschlafener Beginn

Die Schwerinerinnen fanden überhaupt nicht in die Partie und hatten insbesondere bei der Annahme große Probleme. Auch den Angriffen über Anja Brandt und Zuspielerin Denise Hanke mangelte es an Durchschlagskraft, sodass die Gäste nach ihrer anfänglichen 4:0-Führung schnell auf 18:6 davonzogen und den ersten Satz problemlos für sich verbuchen konnten. Die Türkinnen, die im diesjährigen Europapokal noch kein Spiel verloren haben und deren Star-Spielerin Nadia Centoni allein vermutlich so viel verdient, wie der gesamte Schweriner Kader zusammen, waren auch im zweiten Abschnitt zunächst perfekt auf die Gastgeberinnen eingestellt. Die 2.100 Zuschauer feuerten die eigene Mannschaft frenetisch an, doch die vermochte dem Spiel nicht die erhoffte Wendung zu geben. Die Angriffsbälle landeten meist beim Gegner oder im Aus, und die Abwehr hatte mit dem druckvollen Spiel Galatasarays weiterhin große Schwierigkeiten.

SSC kämpft sich in die Partie

Selbst in einer Phase, als die SSC-Spielerinnen etwas mehr Stabilität in die eigenen Aktionen bekamen, versäumte es der Underdog nach einem doppelten Aufschlagfehler, den Anschluss wiederherzustellen. Doch die Mannschaft besann sich auf ihre kämpferischen Qualitäten und profitierte zugleich von Fehlern des Gegners. Der SSC kam auf 14:16 heran und Galatasaray-Trainer Ataman Güneyligil sah sich erstmals genötigt, eine Auszeit zu nehmen. Die SSC-Spielerinnen hatten nun das bessere Timing und gingen beim 21:20 erstmals in Führung, allerdings zeigten sich in den entscheidenden Momenten Konzentrationsschwächen, Istanbul gewann den Satz mit 25:23. Im dritten Satz sah das Publikum anfangs eine Partie auf Augenhöhe. Mittelblockerin Anja Brandt und die kanadische Nationalspielerin Tabitha Love kamen nun auch besser ins Spiel und stellten die Türkinnen immer wieder vor Probleme. Doch nicht selten gab die individuelle Klasse einer Nadia Centoni den Ausschlag zugunsten der Gäste, die am Ende verdient mit 3:0 gewannen und nun mit mehr als nur einem Bein im Finale stehen. "Man kann aus diesem Spiel nur lernen", sagte Denise Hanke.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 08.03.2016 | 21:00 Uhr