Stand: 29.04.2017 20:04 Uhr

Auch Kiel verpasst das Final Four

von Johannes Freytag, NDR.de

Das Final Four in der Handball-Champions-League in Köln findet erstmals seit seinem Bestehen (2010) ohne deutsche Beteiligung statt. Nach dem Viertelfinal-Aus der SG Flensburg-Handewitt am Donnerstag scheiterte am Sonnabend auch der deutsche Rekordmeister THW Kiel. Die "Zebras" unterlagen nach dem 28:26-Sieg im Hinspiel beim spanischen Titelträger FC Barcelona mit 18:23 (9:13). Marko Vujin und Niclas Ekberg waren mit jeweils vier Toren die treffsichersten THW-Akteure. Bei Barcelona ragte Valero Rivera Folch mit sieben Toren heraus. Im Vorjahr hatte der THW die Katalanen ebenfalls in der Runde der letzten Acht noch ausgeschaltet.

Kiel anfangs gut, dann unkonzentriert

Im Hexenkessel des "Palaugrana" hielten die Kieler in der Anfangsphase gut mit und ließen Barcelona nicht enteilen. Vorne trafen Ekberg und Vujin, hinten stand die Defensive einigermaßen sicher. Erst nach knapp zehn Minuten und einigen THW-Fehlwürfen gingen die Katalanen erstmals mit drei Treffern in Front (6:3). Aber auch davon ließen sich die Norddeutschen nicht beeindrucken, kamen wieder ran - auch, weil THW-Keeper Niklas Landin einen Siebenmeter hielt (16./6:7).

Barcelona - THW Kiel 23:18 (13:9)

Tore Barcelona: Rivera Folch 7/3, Tomás 4, Lazarov 3, Noddesbo 2, Syprzak 2, Arino 1, Entrerríos 1, Mem 1, N'Guessan 1, Sorhaindo 1
Tore THW Kiel: Ekberg 4, Vujin 4/3, Bilyk 2, Brozovic 2, Nilsson 2, Lackovic 1, Santos 1, Weinhold 1, Wiencek 1
Zuschauer: 7.083
Strafen: 4 / 4

Dann aber folgte der Bruch: Statt den möglichen Ausgleich zu erzielen (Vujin traf nur den Pfosten), lagen die Kieler plötzlich wieder mit drei Toren zurück - Barcelona hatte eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Ilija Brozovic konsequent genutzt (20./6:9). Als der Kroate zum zweiten Mal vom Platz musste, bauten die Hausherren die Führung auf vier Tore aus (24./11:7), kurz danach waren es fünf Treffer (26./13:8). Der THW hingegen schaffte es nicht, ein eigenes Überzahl-Spiel in Tore umzumünzen, viel zu überhastet vergab allein Lukas Nilsson zwei gute Chancen. Erst Sekunden vor der Pausensirene verkürzte Vujin auf 9:13.

Starker Landin reicht nicht

Gislason stellte im zweiten Durchgang auf eine offensivere Deckung um, und es begann gut für Kiel: Landin wehrte einen Wurf ab, Steffen Weinhold traf - nur noch 10:13 (32.). Doch gegen die aggressive und gut stehende Barcelona-Abwehr gab es für die THW-Profis kein Durchkommen. Hinten wurde jeder noch so kleine Fehler von den Gastgebern gnadenlos bestraft, und so lag Barcelona nach 39 Minuten wieder mit fünf Toren vorn - Jesper Brian Nöddesbo hatte per Kempa-Trick getroffen (16:11). THW-Keeper Landin hielt sein Team mit zahlreichen Paraden lange im Spiel, aber weil seine Vorderleute im Angriff viele Möglichkeiten ungenutzt ließen, konnte auch der Däne nicht verhindern, dass der Rückstand zwölf Minuten vor dem Ende immer noch fünf Treffer betrug (48./14:19). Denn auch Barcelona hatte in Gonzalo Perez de Vargas einen bärenstarken Rückhalt im Tor, der die THW-Würfe reihenweise entschärfte. So reichte es nicht mehr für den Bundesligisten - der Traum vom Final Four war ausgeträumt.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 30.04.2017 | 22:50 Uhr