Stand: 24.02.2016 20:35 Uhr

THW Kiel erfüllt Pflicht vor Geister-Kulisse

von Christian Görtzen, NDR.de
THW-Rückraumspieler Marko Vujin erzielt eines seiner sechs Tore im Spiel bei Besiktas Istanbul.

Es fühlte sich an wie ein Trainingsspiel, es war aber die Champions League. Vor gerade einmal 320 Zuschauern in der mehr als 16.000 Zuschauer fassenden Arena "Sinan Erdem Spor Salonu" erfüllte der THW Kiel am Mittwochabend mit einem 32:27 (17:14) beim türkischen Meister Besiktas Istanbul ohne Glanz seine Pflichtaufgabe. Dank des Erfolges beim Tabellenletzten haben sich die Schleswig-Holsteiner den vierten Rang in der Gruppe A der Hauptrunde gesichert. Kiel bringt es dort jetzt auf 15:11 Punkte. Die abschließende Partie am 3. März gegen RK Zagreb vor heimischem Publikum besitzt dadurch nur noch Testspiel-Charakter - weder nach oben noch nach unten ist für die Mannschaft von THW-Alfred Gislason eine Verschiebung möglich. Durch den vorzeitig gesicherten vierten Rang haben die "Zebras" in der Runde der letzten 16 Teams im Rückspiel das wertvolle Heimrecht. Im Achtelfinale, das Mitte März gespielt wird, treffen die «Zebras» jetzt auf den Fünften der Parallelgruppe B. Derzeit belegt der mazedonische Club Vardar Skopje diese Position. Bester Torschütze der Kieler in Istanbul war Marko Vujin mit sechs Treffern.

Kiel im ersten Abschnitt zu leichtfertig

Besiktas Istanbul - THW Kiel 27:32

Tore Besiktas Istanbul: Djukic 9/3, Döne 7, Özbahar 4, Demirezhen 3, Pribak 1, Buljabasic 1, Dacevic 1, Coban 1
Tore THW Kiel: Vujin 6/2, Jaanimaa 5, Cañellas 4, Ekberg 4, Dahmke 4, Brozovic 3, Anic 2, Klein 2, Mamelund 1, Jansen 1
Zuschauer: 320
Strafminuten: 6:10

Die Kieler begannen entschlossen gegen Besiktas, das mit 412 Gegentoren schon vor der Partie die schlechteste Abwehr dieser Champions-League-Saison gestellt hatte. Nach zwei Minuten gelang Kreisläufer Ilija Brozovic das 3:0. Es schien ein sehr leichter Gang zu werden. Aber dem war dann doch nicht ganz so. In der 20. Minute brachte Darko Djukic Istanbul auf 10:11 heran. Der THW Kiel, bei dem Nikolas Katsigiannis im Tor stand, nahm es vor allem mit der Entschlossenheit in der Defensivarbeit nicht so genau. Und so hielten die Türken den Rückstand zu jeder Zeit in erträglichem Rahmen. Letztlich erging es den "Zebras" ähnlich wie dem Erzrivalen SG Flensburg-Handewitt am 6. Dezember des vergangenen Jahres beim 34:26 am Bosporus. Zur Pause führte das Gislason-Team nur mit 17:14. Im Hinspiel hatten die "Zebras"Besiktas beim 32:21 keine Chance gelassen.

Gislason bringt Routinier Jansen

Die Partie bot auch in der zweiten Halbzeit keinen allzu großen Unterhaltungswert. In der 38. Minute brachte Gislason den Esten Dener Jaanimaa, der vor wenigen Wochen vom insolventen HSV Hamburg an die Förde gewechselt war. Der isländische Coach nutzte die Partie jetzt vor allem dazu aus, um seine Mannschaft unter Wettbewerbsbedingungen Spielzüge einstudieren zu lassen. Zehn Minuten vor dem Ende der Partie kam der 39 Jahre alte Linksaußen Torsten Jansen beim Stand von 27:23 zu seinem ersten Champions-League-Einsatz im Trikot des THW. Der Weltmeister von 2007 hatte in den vergangenen Wochen wegen einer hartnäckigen Wadenverletzung pausieren müssen. Jansen gelang auch der letzte Treffer zum 32:27. "Für uns zählen nur die beiden Punkte und dass alle gesund durch das Spiel gekommen sind. Jetzt gilt die gesamte Konzentration dem nächsten Heimspiel gegen Berlin", sagte THW-Geschäftsführer Thorsten Storm. Am Sonnabend sind die Füchse zu Gast in Kiel.

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