Stand: 04.11.2017 19:06 Uhr

Nervenstarke "Zebras" triumphieren in Brest

von Christian Görtzen, NDR.de
Keeper Niklas Landin wurde für das Team des THW Kiel zum großen Rückhalt.

Für Handball-Rekordmeister THW Kiel hat sich der Reisestress gelohnt. Nur drei Tage nach der erfolgreich absolvierten Bundesliga-Aufgabe gegen Ludwigshafen (28:21) kam die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason am Sonnabend in der Champions League zu einem 25:24 (12:14) bei HC Meschkov Brest (Weißrussland). Durch den hart erkämpften Erfolg, an dem Torwart Niklas Landin einen großen Anteil hatte, hat sich für die "Zebras" die Situation in der Gruppe B merklich verbessert. Kiel kann nach sechs Spielen jetzt 5:7 Punkten vorweisen und belegt nun hinter den punktgleichen Gastgebern auf Rang fünf der Achtergruppe. Der Gruppenerste qualifiziert sich direkt für das Viertelfinale, die Teams auf den Rängen zwei bis sechs ziehen ins Achtelfinale ein. Die in der Bundesliga nur siebtplatzierten Kieler feierten zudem erstmals seit Anfang September zwei Pflichtspielsiege in Folge.

"Zebras" nach gutem Start fahrig

HC Meschkow Brest - THW Kiel 24:25 (14:12)

Tore Brest: Schilowitsch (6), Schkurinskij (5), Nikulenkau (3), Stojkovic (3), Igropulo (1), Rutenka (1), Razgor (1), Vukic (1), Kulak (1), Horak (1), Prodanovic (1)
Tore Kiel: (6), Bilyk (6), Rahmel (3), Dahmke (3), Weinhold (2), Toft Hansen (2), Zarabec (1), Zeitz (1), Landin (1)
Zuschauer: 3.450
Strafminuten: 6 / 6

Die "Zebras" traten vor 3.450 Fans, die ihr Team frenetisch nach vorne peitschten, zunächst recht gefestigt auf. Das war kein Vergleich zu so einigen Vorstellungen im Spätsommer, als die Kieler nur ein Schatten ihrer selbst waren. In Brest führten die mit einer 6:0-Deckung spielenden Schleswig-Holsteiner durch einen Treffer von Rückraumspieler Steffen Weinhold nach 18 Minuten mit 7:4. Hinten erwies sich dänische Keeper Landin als wertvoller Rückhalt. Mehrmals wehrte der 28-Jährige freie Würfe des Gegners ab - so etwa in der 22. Minute, als er gegen Dzianis Rutenka, den jüngeren Bruder des inzwischen zurückgetretenen Ex-Weltstars Siarhei Rutenka, die Oberhand behielt. Da sich die Kieler im Laufe der ersten Halbzeit in der Offensive mehr und mehr gegen HC-Keeper Ivan Pesic schwer taten, schmolz der Vorsprung. Aleksander Schkurinskij glich zum 10:10 (26.) aus. In den letzten Minuten der ersten Halbzeit machten die Gastgeber durch zwei Tore in wenigen Sekunden aus einem 12:12 eine 14:12-Pausenführung.

Bilyk lässt Kieler jubeln

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So schlecht die erste Halbzeit endete, so prächtig begann die zweite. Kiel gelang ein 4:0-Lauf, Nikola Bilyk erzielte das 16:14. Doch das Team, das weiterhin ohne seinen Spielmacher Domagoj Duvnjak (Reha nach Knie-Operation) auskommen muss, konnte sich nicht weiter absetzen. Viele einfache Möglichkeiten wurden vergeben, so etwa durch Marko Vujin, der einen Siebenmeter deutlich über das Tor der Gastgeber setzte. Brest glich wieder zum 16:16 (40.) aus. Vujins Tor zum 24:20 (57.) schien schon die Entscheidung zu sein. Doch weit gefehlt. Brest gab noch nicht auf, Rajko Prodanovic verkürzte auf 23:24. 40 Sekunden noch. Für die in Unterzahl spielenden Kieler (Strafe für Patrick Wiencek) erzielte Bilyk das entscheidende Tor. Die Gastgeber verkürzten noch auf 24:25. Erfolgreichste Kieler waren Vujin und Bilyk mit je sechs Toren.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 04.11.2017 | 19:25 Uhr

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