Stand: 15.10.2017 20:08 Uhr

Kein Sieger im Derby zwischen Kiel und Flensburg

von Johannes Freytag, NDR.de

Das 94. Handball-Landesderby zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt ist am Sonntag ohne Sieger zu Ende gegangen. Im Gruppenspiel der Champions League trennten sich die beiden Nordrivalen 20:20 (9:7). Als moralischer Sieger dürften sich allerdings die Flensburger fühlen, die im ersten Durchgang zwischenzeitlich mit fünf Toren zurückgelegen hatten. Aber auch der THW zeigte eine starke Leistung, allen voran Torwart Niklas Landin, der zahlreiche Würfe der SG entschärfte. Beste Werfer in einer umkämpften Partie waren Marko Vujin mit fünf Toren für Kiel sowie Lasse Svan und Kentin Mahé mit je vier Treffern für die Flensburger. In der Tabelle ist der THW Vorletzter der Achtergruppe, Flensburg Dritter.

Nur vier Tore nach einer Viertelstunde

Beide Teams zeigten von Beginn an Tempo-Handball mit schnellen Abschlüssen. Im Mittelpunkt standen die Torhüter: Landin auf Kieler Seite und Mattias Andersson auf Flensburger Seite glänzten mit starken Paraden und sorgten dafür, dass es nach einer Viertelstunde gerade mal 2:2 stand. Flensburg, das defensiv sehr kompakt stand, hatte dabei sogar eine Zwei-Minuten-Strafe für Svan schadlos überstanden. Danach aber legte Kiel einen Zwischenspurt hin: Niclas Ekbergs verwandelter Siebenmeter bedeutete eine Drei-Tore-Führung (19./5:2), Vujins zweiter Treffer sogar einen Fünf-Tore-Vorsprung (24./8:3). Aber die SG biss sich zurück in die Partie und kam wieder bis auf zwei Tore heran (28./7:9).

Furioses Finale

Unmittelbar nach Wiederanpfiff verkürzte Thomas Mogensen auf 8:9 (31.). Es folgte ein 4:1-Lauf der Flensburger, der in die erstmalige SG-Führung seit der vierten Spielminute mündete (35./10:9). Aber der THW fing sich wieder - es entwickelte sich eine hoch emotionale und enge Partie. Die "Zebras" zogen auf drei Tore davon (41./14:11), Flensburg kam wieder bis auf einen Treffer heran (46./15:14). Mehrfach vergaben die SG-Profis aber beste Gelegenheiten zum Ausgleich - genauer gesagt, sie scheiterten an Landin, der einen absoluten Sahnetag im Kieler Gehäuse erwischte. Vier Minuten vor traf Lukas Nilsson mit einem Gewaltwurf zum 19:17 - im Gegenzug traf Mahé per Siebenmeter zum 19:18 und Svan erzielte den Ausgleich (58./19:19). 17 Sekunden vor dem Ende - beim Stand von 20:20 - nahm THW-Coach Alfred Gislason noch einmal eine Auszeit, um den letzten Angriff zu besprechen. Ekberg kam von außen an den Ball, warf aber über das Tor - Gislason ("ein klarer Siebenmeter") wollte dabei ein Foul von Mahé an Ekberg gesehen haben.

Kiel - Flensburg 20:20 (9:7)

Tore Kiel: Vujin 5/1, Ekberg 3/2, Dissinger 3, Dahmke 3, Nilsson 3, Weinhold 2, Zeitz 1
Flensburg: Svan 4, Mahé 4/3, Glandorf 3, Wanne 3, Mogensen 2, Röd 1, Jeppsson 1, Lauge 1, Toft Hansen 1
Zuschauer: 10.049 (ausverkauft)
Strafminuten: 8 / 6

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 15.10.2017 | 23:10 Uhr

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