Stand: 24.09.2017 23:14 Uhr

Hilflose "Zebras" gehen in Kielce unter

von Christian Görtzen, NDR.de
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Patrick Wiencek (l.) kann Krzysztof Lijewski nicht am Torwurf hindern.

Für den deutschen Handball-Rekordmeister THW Kiel ist der doppelte Fehlstart perfekt. Nach dem Absturz in die Mittelmäßigkeit der Bundesliga-Tabelle mit 6:6 Punkten ist auch der Beginn in der Champions League gründlich missraten. Ohne den stark in die Kritik geratenen Trainer Alfred Gislason (Bandscheiben-Vorfall) gab es am Sonntagabend beim polnischen Meister Vive Kielce das nächste Debakel. Die "Zebras", die von Assistenztrainer Christian Sprenger und Profi Domagoj Duvnjak (Reha nach Knie-OP) betreut wurden, kassierten nach einer zum Teil blamablen Vorstellung ein 21:32 (11:18). Drei Tage zuvor hatte es für den THW in der Bundesliga ein 22:30 bei der HSG Wetzlar gesetzt. In der Gruppe B der Königsklasse finden sich die Kieler achten und damit letzten Platz wieder. Eine Rückkehr von Gislason scheint ausgemacht: Geschäftsführer Torsten Storm hatte vorab im Sportclub erklärt, dass alle hinter dem 58-Jährigen stünden.

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Kiel leistet sich peinliche Fehler en masse

Vive Kielce - THW Kiel 32:21 (18:11)

Tore Vive Kielce: Bielecki 8/3, Dujshebaev 4, Jurecki 4, Dukic 3/2, Janc 3, Jachlewski 2, Jurkiewicz 2, Zorman 2, Aguinagalde 1, Bombac 1, Lijewski 1, Strlek 1
Tore THW Kiel: Dahmke 6, Ekberg 4/3, Wiencek 4, Weinhold 3, Nilsson 2, Rahmel 1, Zarabec 1
Zuschauer: 4.200 (ausverkauft)
Zeitstrafen: 8/6

Die Schleswig-Holsteiner bekamen schon in den ersten Minuten der Partie zu spüren, was in Sachen Stimmung auf sie zukommen sollte. Der polnische Meister wurde von den eigenen Fans frenetisch angetrieben. Doch die ganz in schwarz spielenden Kieler ließen sich durch das 2:5 (7.) noch nicht aus der Bahn werfen. Rune Dahmke brachte sein Team wieder auf 4:5 (10.) heran. Nur: So konzentriert ging es nicht weiter. Vorne leisteten sich die Kieler einige technische Fehler, zudem waren die Würfe auf das Tor von Slawomir Szmal nicht präzise genug. Und in der Defensive fehlte es an Geschlossenheit. Den Polen boten sich viele Lücken - und die nutzten sie. Die Gastgeber zogen an, und die "Zebras" kamen nicht hinterher. Michal Jurecki erzielte in der 16. Minute das 11:5. Das Kieler Interims-Trainerduo reagierte: Andreas Wolff ersetzte im Tor den glücklosen Dänen Niklas Landin. Besser wurde es dadurch aber nicht. Gegen Ende der ersten Halbzeit wurde es aus Kieler Sicht peinlich. Lukas Nilsson leistete sich zwei schlimme technische Fehler. Jurecki sorgte per Tempo-Gegenstoß für das 18:9 (28.). Der beste Kieler, Dahmke, erzielte das Tor zum 11:18-Pausenstand.

Schlimmes Foul an Ekberg

Dass es nach der Auftaktniederlage in Paris in der Champions League eine weitere Pleite für den THW geben würde, daran bestand nach der erschreckenden Vorstellung im ersten Durchgang kein Zweifel. Für die Kieler ging es nur noch um Schadensbegrenzung. Zunächst schien es, als könnte dies gelingen: Patrick Wiencek verkürzte per Tempo-Gegenstoß zum 17:23 (44.). Kurz darauf gab es einen Schreckensmoment für die Norddeutschen. Mateusz Jachlewski streckte Niclas Ekberg mit einem Schlag zum Hals zu Boden. Der Kieler blieb einige Sekunden regungslos auf dem Hallenboden liegen. Dann konnte er, gestützt auf Mitspieler, zur Ersatzbank gehen. Jachlewski erhielt nur eine Zwei-Minuten-Strafe. In der Schlussphase brachen die Schleswig-Holsteiner ein. Am Ende hieß es 21:32. Kiel empfängt schon am kommenden Mittwoch - dann vielleicht wieder mit einem genesenen Gislason an der Seitenlinie - den dänischen Meister Aalborg Handbold.

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