Stand: 16.01.2016 20:06 Uhr

Handball: HSV bereitet Flensburg Sorgen

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Szene aus dem Hinspiel im September: Henrik Toft Hansen (r.) und Anders Eggert stoppen HSV-Spieler Matthias Flohr (l.).

Das eröffnete Insolvenzverfahren gegen die HSV-Handballer hat die Bundesliga-Konkurrenz alarmiert. Vor allem die SG Flensburg-Handewitt, die am 10. Februar der erste Gegner der Hanseaten wäre, fürchtet um die Austragung der bereits ausverkauften Partie in der mit 6.300 Zuschauer fassenden Arena in der Fördestadt: "Der HSV ist in der Pflicht, eine spielfähige Mannschaft an den Start zu bringen", sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke: "Würde der HSV abgemeldet vom Spielbetrieb, wäre das ein Fiasko für alle Bundesligisten. Wir haben aber noch keine offizielle Benachrichtigung, dass der HSV nicht spielt."

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Sollten die Hamburger aus dem Bundesliga-Betrieb ausscheiden, will Schmäschke für das Heimspiel eine attraktive Alternative präsentieren. "Das Finanzielle ist das eine, denn natürlich brauchen wir auch die Einnahmen. Aber auch sportlich ist das Spiel wichtig. Wir müssen nach der Pause wieder in den Rhythmus finden." Die Flensburger sind Dritter in der Tabelle mit drei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen. Auch die Mannheimer haben bereits auf das drohende Aus der Hamburger reagiert: Der Kartenverkauf für das Heimspiel am 17. Mai gegen den HSV wurde gestoppt: "Nach den Meldungen aus Hamburg haben wir berechtigte Zweifel, dass dieses Spiel überhaupt stattfinden wird", sagte Löwen-Manager Lars Lamadé.

Lindberg: "Enttäuscht, stinksauer, traurig, fassungslos"

Binnen der nächsten 14 Tage will Insolvenzverwalter Gideon Böhm entscheiden, ob er den HSV abmelden muss. Bis dahin müssten Geldgeber gefunden werden, die die Finanzierungslücke von zwei Millionen Euro bis zum Saisonende schließen. Außerdem droht Zudem steht bis zum Ende der Transferfrist am 15. Februar fest, welche Spieler überhaupt noch zur Verfügung stehen. Die Profis dürfen fristlos kündigen und den Verein ablösefrei verlassen. Rechtsaußen Hans Lindberg deutete bereits an, den Club zu verlassen: Auf seiner Facebook-Seite bedankte sich der Däne "bei allen Fans des HSV Handball für neun unglaublich schöne Jahre. Ich dachte, dass wir in dieser Stadt den Rest unseres Lebens bleiben", schrieb Lindberg, der mit seiner Frau Jeanette und seinem halbjährigen Sohn Aron Agust in der Hansestadt lebt. Er habe viele tolle Menschen kennengelernt in Hamburg. "Ich werde euch alle und diese Zeit nie vergessen". Er sei "enttäuscht, stinksauer, traurig, fassungslos", wie alle anderen, denen der HSV am Herzen liege.

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