Stand: 17.02.2016 22:42 Uhr

Flensburg triumphiert in der "Höhle" der Löwen

von Christian Görtzen, NDR.de

Die SG Flensburg-Handewitt ist derzeit nicht zu stoppen. Nur drei Tage nach der 37:27-Gala in der Champions League gegen den THW Kiel meisterte die Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes am Mittwochabend in der Bundesliga auch die schwere Aufgabe beim Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen. Vor 13.200 Zuschauern in der ausverkauften Mannheimer Arena setzten sich die Schleswig-Holsteiner mit 25:22 (13:13) durch. Zum Mann des Abends wurde Flensburgs Rasmus Lauge mit neun Toren. Damit wird die Entscheidung um die Meisterschaft zu einem Dreikampf von Teams, die nahezu auf Augenhöhe sind. Die Löwen sind nach der ersten Heimniederlage der Saison mit jetzt 36:6 Punkten Tabellenführer, dahinter folgen Kiel (34:6) und Flensburg (33:7). "Es war ein ganz schöner Kampf auf dem Spielfeld. Wir waren dafür richtig gut vorbereitet. Ich bin sehr glücklich. Dieses Spiel war so wichtig, und wir werden jetzt bis zum Ende der Saison um die Meisterschaft kämpfen", sagte Lauge.

Lauge führt Flensburg-Handewitt zum Sieg

Vranjes beginnt mit Radivojevic und Wanne

Rhein-Neckar Löwen - SG Flensburg-Handewitt 22:25 (13:13)

Tore Rhein-Neckar Löwen: Gensheimer (4/1), Larsen (4), Pekeler (3), Reinkind (3), Baena Gonzales (2), Groetzki (2), Schmid (2), Ekdahl du Rietz (1), Petersson (1)
Tore SG Flensburg-Handewitt: Lauge Schmidt (9), Eggert (5/5), Djordjic (2), Jakobsson (2), Mogensen (2), Radivojevic (2), Toft Hasen (2), Gottfridsson (1)
Strafminuten: 4:8
Zuschauer: 13.200

Im Vorfeld der Partie hatte Vranjes Folgendes in Bezug auf die Löwen gesagt: "Die müssen schon ihre Bestleistung abliefern, wenn sie gewinnen wollen. Wir fahren gewiss nicht so weit, um brav die Punkte abzugeben." Der Schwede überraschte in Mannheim mit der Besetzung der Außenpositionen in der Anfangsformation. Auf der rechten Bahn begann der Serbe Bogdan Radivojevic, auf links Vranjes' Landsmann Hampus Wanne. Flensburg musste ohne Lasse Svan auskommen. Der dänische Rechtsaußen hatte aufgrund einer Magen-Darm-Grippe die Reise in den Süden gar nicht erst angetreten. Dem Spitzenspiel fehlten erstaunlich lange die Tore. Erst nach etwas mehr als fünf Minuten zappelte der Ball erstmals im Netz - und zwar in jenem der Gastgeber. Anders Eggert hatte per Siebenmeter getroffen.

Flensburg zeitweilig mit sechs Toren vorn

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Flensburgs Johan Jakobsson (l.) erhielt nach 35 Minuten seine dritte Zeitstrafe.

Die Entschlossenheit der Gäste, sich für die 25:32-Hinspielniederlage mit aller Macht revanchieren zu wollen, zeigte sich schon gegen Mitte der ersten Halbzeit deutlich. Die Norddeutschen waren enorm fokussiert, und nach 14 Minuten führten sie durch einen Treffer von Johan Jakobsson mit 8:4. Nach Radivojevic' 9:5 reagierte Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen, ersetzte seine Nummer eins Mikael Appelgren durch Boris Ristovski. Als Lauge in Unterzahl die Führung auf 11:5 (19.) ausbaute, sah es schon so aus, als könnte die Aufgabe für die SG an diesem Abend leichter zu lösen sein als gedacht. Doch weit gefehlt. Die Löwen kamen - auch dank der Paraden von Ristovski - Tor um Tor näher an die Flensburger heran, bei denen Jakobsson schon nach 20 Minuten seine zweite Zeitstrafe gesehen hatte. Europameister Hendrik Pekeler erzielte für die Gastgeber das 12:12 (28.). Zur Pause war mit einem 13:13 alles wieder auf Anfang gesetzt.

Andersson pariert, Lauge trifft

Zum Beginn der zweiten Halbzeit trat dann das ein, was die Gäste befürchtet hatten. Jakobsson sah seine dritte Zeitstrafe - mit der Roten Karte war Schluss für den schwedischen Rückraumspieler und Abwehrspezialisten. Die Löwen witterten ihre Chance und gingen durch Pekeler mit 16:15 (37.) erstmals in Führung. Vranjes nahm eine Auszeit. Und die taktische Neuausrichtung war von Erfolg gekrönt. Flensburg spielte nun wieder ruhiger, abgeklärter. Durch einen Treffer von Lauge gingen die Norddeutschen wieder mit 20:17 (46.) in Führung. Und wie schon in der ersten Hälfte der ersten Halbzeit wurde SG-Torhüter Mattias Andersson wieder zu einem Faktor. Und vorne sorgte der herausragende Däne Lauge mit seinem Tor zum 23:19 (55.) schon für eine Vorentscheidung. Die Löwen versuchten in der Schlussphase noch einmal alles, stellten auf eine 3:3-Deckung um. Den Gewinn der beiden Punkte ließ sich Flensburg aber nicht mehr nehmen.

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