Stand: 20.02.2016 21:50 Uhr

Flensburg-Handewitt mit Mühe zum Sieg in Celje

von Christian Görtzen, NDR.de
Die Flensburger Spieler haben durch den Sieg ihre Führung in der Gruppe A verteidigt.

Mühsamer Arbeitssieg statt einer Handball-Gala vom Feinsten: Die SG Flensburg-Handewitt gewann am Sonnabend in der Hauptrunde der Champions League beim slowenischen Meister RK Celje vor 4.050 Zsuchauern mit 30:26 (12:15). Dadurch verteidigte die Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes mit jetzt 20 Punkten die Tabellenführung in der Gruppe A vor dem großen Titelfavoriten Paris Saint-Germain, der sich zuvor zu Hause mit 40:28 gegen Besiktas Istanbul durchgesetzt hatte. Flensburg liegt wegen der besseren Tordifferenz vor den punktgleichen Franzosen. Für die SG beginnt in der "Königsklasse" nun die entscheidende Phase um den Gruppensieg, der zum direkten Einzug in das Viertelfinale berechtigt. Zunächst steht am kommenden Sonnabend das Heimspiel gegen den Gruppendritten MVM Veszprem (Ungarn) an, am 6. März geht es zur Millionen-Truppe PSG. Der Gruppenzweite und -dritte müssen noch das Achtelfinale absolvieren. Bester SG-Torschütze in Celje war Lasse Svan mit acht Treffern. "Es war ein Erfolg der Moral. Hut ab vor meinem Team! Wir hatten die erfahreneren Spieler auf dem Feld, und gegen Ende der Partie haben wir weniger leichte Fehler gemacht", sagte Vranjes.

Flensburger verzweifeln an Celjes Torwart

RK Celje - SG Flensburg-Handewitt

Tore RK Celje: Janc 7, Mlakar 5, Zvizej 3/2, Poteko 3, Blagotinsek 2, Marguc 2/2, Babarskas 1, Razgor 1, Zarabec 1, Kodrin 1
Tore SG Flensburg-Handewitt: Svan 8, Glandorf 6, Mogensen 6, Eggert 4/4, Djordjic 2, Lauge 2, Mahe 1, Kozina 1
Zuschauer:
4.050
Strafminuten: 12:8

Vranjes hatte im Tor einen Wechsel vorgenommen: Anstelle der Nummer eins Mattias Andersson stand der Däne Kevin Möller in der Anfangsformation. Am Kreis erhielt zunächst der Kroate Kresimir Kozina eine Chance. Bis zur 16. Minute war aus Sicht der Norddeutschen alles im Lot: Holger Glandorf sorgte für das 8:6. Danach lief allerdings immer weniger zusammen bei den Flensburgern, die in der ersten Halbzeit nie an das herausragende Niveau der vergangenen beiden Spielen gegen den THW Kiel (37:27) und in der Bundesliga beim Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen (25:22) herankamen. Bei Celje wurde Torhüter Urban Lesjak immer stärker. Eine herausragende Parade gelang ihm in der 26. Minute, als SG-Rechtsaußen Svan allein auf ihn zustrebte und er im Spagat blitzschnell zu Boden sank. Er hielt den Ball, den Svan ihm zwischen die Beine hindurch ins Tor hatte werfen wollen. 12:9 stand es zu jenem Zeitpunkt schon für die Gastgeber, bei denen Miha Zarabec gekonnt das Spiel gestaltete. Svan traf dagegen unmittelbar vor dem Ertönen der Pausensirene, sodass es aus Sicht der Gäste "nur" mit einem 12:15 in die Kabine ging.

SG mit besseren Nerven in der Schlussphase

Keine drei Minuten in der zweiten Halbzeit dauerte es, und eine deutliche entschlossenere SG-Mannschaft hatte in Person von Rasmus Lauge das 15:15 erzielt. Celje zog wieder davon. Doch dieses Mal ließen die Schleswig-Holsteiner nicht locker und gingen durch Thomas Mogensen mit 18:17 (40.) in Führung. Damit gelang ein 6:2-Lauf in der zweiten Halbzeit. Nur: So ging es nicht weiter. Celje gab mitnichten klein bei. Im Gegenteil: Angetrieben von ihren lautstarken Fans kamen die Slowenen durch einen von Gal Marguc verwandelten Siebenmeter in der 45. Minute wieder zu einer Drei-Tore-Führung (21:18). Die Flensburger waren wieder gefordert, und sie kamen. Svan gelang der Ausgleich zum 21:21 (47.). Es ging hin und her. Möller hielt jetzt immer besser. Anders Eggert brachte die SG in seinem 400. Pflichtspiel per Siebenmeter mit 25:24 (54.) in Führung, Mogensen ließ bei eigener Überzahl gleich das 26:24 folgen. Und als Svan noch das 27:24 erzielte, war der Gewinn der beiden Punkte zum Greifen nah. Mit dem 28:25 durch Glandorf (58.) war die Entscheidung gefallen.

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