Stand: 16.10.2015 21:05 Uhr

"Tiger" Effenberg zu stark für die "Löwen"

von Florian Neuhauss, NDR.de
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Das (Trainer-) Leben ist schön: Stefan Effenberg jubelt bei seinem Debüt.

Als das 2:0 für den SC Paderborn gefallen war, lief Claudia Effenberg jubelnd quer über die Haupttribüne. Ziel war SCP-Präsident Wilfried Finke, dem sie um den Hals fiel. Unten an der Seitenlinie ballte Trainernovize Stefan Effenberg die Fäuste und brüllte seine Freude hinaus, wie es der Ex-Profi schon als "Tiger" auf dem Platz getan hatte. Das Debüt des 47-jährigen Hamburgers war gelungen, es blieb am Freitagabend beim 2:0 (1:0)-Erfolg seines neuen Vereins gegen Eintracht Braunschweig. Unter den 11.952 Zuschauern - einige Sitze des 15.000 Plätze fassenden Stadions waren leer geblieben - waren neben "Effes" Ehefrau auch dessen Eltern und sein Sohn. Für "Löwen"-Coach Torsten Lieberknecht und sein Team blieb wie schon vor dem Spiel auch danach nur die Nebenrolle.

Braunschweig verliert beim "Effe"-Debüt

Erst Holtmann, dann großer Paderborner Druck

Lieberknecht hatte versucht, den Trubel um seinen neuen Trainerkollegen nicht an seine Mannschaft herankommen zu lassen ("Für uns ist es ein normaler Spieltag"). Personelle Probleme erforderten einige Umstellungen und volle Konzentration bei den "Löwen": Neben Startelfdebütant Mads Hvilsom im Sturm war unter anderem auch der reaktivierte Innenverteidiger Deniz Dogan im 4-4-2 (statt des 3-6-1) von Beginn an auf dem Platz. Und um ein Haar wären die Gäste in der vierten Minute in Führung gegangen. Gerrit Holtmann, neuerdings U20-Nationalspieler, schaltete den Turbo ein und zog ab, scheiterte aber am Außenpfosten.

11.Spieltag, 16.10.2015 18:30 Uhr

  • SC Paderborn
  • 2:0


  • Braunschweig

Tore: 1:0 Stoppelkamp (18.) 2:0 Proschwitz (81.)
SC Paderborn: L. Kruse - Heinloth, Hoheneder, D. Brückner, Hartherz - Bakalorz, Wydra (72. M. Ndjeng) - Koc (84. Ouali), Saglik (65. Stöger), Stoppelkamp - Proschwitz
Braunschweig: R. Gikiewicz - Sauer, Baffo, D. Dogan, Reichel - Matuschyk - Ofosu-Ayeh (46. Omladic), Pfitzner (79. Khelifi), Zuck (63. Düker), Holtmann - Hvilsom
Zuschauer: 11952

Weitere Daten zum Spiel

Danach machten sich die Änderungen allerdings negativ bemerkbar, plötzlich nahm Paderborn das Heft in die Hand. Moritz Stoppelkamp scheiterte ebenfalls am Aluminium, Keeper Rafal Gikiewicz wehrte den Nachschuss von Dominik Wydra gerade noch zur Ecke ab (7.). Wenig später gingen die Ostwestfalen nach zuvor 295 torlosen SCP-Minuten mit 1:0 in Front: Ein Schuss von Süleyman Koc wurde abgefälscht und so zur Bogenlampe. Gikiewicz kam gerade noch mit den Fingern an den Ball, der aber genau vor den Füßen von Stoppelkamp landete. Der Ex-Hannoveraner brauchte nur noch einzuschieben (18.). Dem Torhüter war kein Vorwurf zu machen, zumal er in der ersten Hälfte noch der beste Braunschweiger war und zumindest weitere Treffer verhinderte. Die größte Chance hatte Mahir Saglik, der den ohnehin bereits 36 Jahre alten Dogan mit einem Dribbling noch älter aussehen ließ. Seinen Schuss parierte allerdings der BTSV-Schlussmann (22.).

Viele Chancen für den BTSV, Tor für die Hausherren

Zu Beginn der zweiten Hälfte ging es hin und her. Erst kam Braunschweigs Hendrick Zuck nach einem Doppelpass mit Holtmann zum ersten Abschluss, den der Ex-Freiburger über das Tor setzte (49.). Dann hatte Koc das 2:0 auf dem Fuß, traute sich frei vor Gikiewicz den Abschluss aber offenbar nicht zu - und spielte stattdessen einen Fehlpass (51.). Anders als in Hälfte eins blieben die "Löwen" nun dran: Marc Pfitzner (53.) und Zuck (59.) verfehlten mit ihren Schüssen das Ziel. Dass der angeschlagene Zuck vier Minuten später vom Feld musste, beendete die Drangphase der Gäste allerdings abrupt. Sie blieben zwar spielbestimmend, kamen gegen tiefstehende Paderborner aber nicht mehr zum Abschluss - obwohl Lieberknecht dreimal offensiv gewechselt hatte. Und dann lag der Ball auf der anderen Seite im Netz: Kevin Stöger setzte mit einem Traumpass Nick Proschwitz in Szene und die Sturmspitze markierte den 2:0-Endstand (81.). "Die Zweikämpfe waren heute der Hauptunterschied, unser Eins-gegen-eins-Verhalten war schlecht", sagte Lieberknecht.

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