Fussball-Tippspiel
Fussball im Tornetz mit Mauspfeil (Montage) © fotolia.com Fotograf: creativedoxfoto
 

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Der NDR hat auch in der Saison 2012/13 wieder den Fußball-Experten im Norden gesucht. mehr

 

Stummer Protest: Schweigen in den Stadien

Fanproteste in Hannover © picture alliance / Sven Simon Fanproteste gegen das geplante Sicherheitskonzept.

Die Szenerie war ebenso ungewohnt wie gespenstisch: Keine Fan-Gesänge, keine Stimmung - auch beim Nordduell der Zweiten Bundesliga zwischen Eintracht Braunschweig und dem FC St. Pauli am Mittwochabend setzten die Fans ihre stillen Proteste gegen das geplante Sicherheitskonzept im deutschen Fußball fort. Zwölf Minuten und zwölf Sekunden schwiegen die Zuschauer wie geplant zu Beginn der ersten Halbzeit. Als "seltsam" und "befremdlich" beschrieb St.-Pauli-Trainer Michael Frontzeck die Kulisse, sein Braunschweiger Kollege Torsten Lieberknecht äußerte sich drastischer: "Das war beschissen und hat mit Fußball-Stimmung nichts zu tun. Das darf nicht die Normalität werden. Ich gehe davon aus, dass man da einen Weg findet", konstatierte der Coach des Zweitliga-Spitzenreiters.

"Brauchen mehr Zeit und mehr Ruhe"

Die Fan-Szene will im Rahmen der bundesweiten Kampagne noch an zwei weiteren Spieltagen der Bundesligen gegen das geplante Sicherheitskonzept protestieren, das die 36 Proficlubs nach dem Willen der DFL bei ihrer Vollversammlung am 12. Dezember verabschieden sollen. "Es gibt immer noch Punkte, die mit den Fans nicht abgesprochen wurden. Wir hatten nur sieben Tage Zeit, auf dieses Papier zu reagieren und damit nicht die Möglichkeit, uns zu allen Punkten zu äußern. Fanprojektarbeit ist beispielsweise ein Thema, da muss man die Fans zu hören", plädierte Braunschweigs Fan-Pressesprecher Robin Koppelmann im Gespräch mit dem NDR Sportclub für eine Fristverlängerung: "Wir möchten uns noch einmal in Ruhe mit den Verbänden zusammensetzen. Wir brauchen mehr Zeit und mehr Ruhe."

96-Clubboss Kind: "Wird kein Neuland beschritten"

Hannover-96-Clubboss Martin Kind fordert in der emotional geführten Debatte vor allem Sachlichkeit: "Ich denke, die Fans sollten sich deutlich inhaltlich mit diesem Papier auseinandersetzen. Sie werden dann sehr schnell erkennen, dass 80 Prozent der Dinge auch bisher schon geregelt sind. Also kein Neuland, das dort beschritten wird."

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