Stand: 14.11.2015 16:10 Uhr

Lübeck kickt Kiel aus dem Landespokal

Lübecks Kapitän Moritz Marheineke schoss sein Team gegen Kiel ins Pokalfinale.

Der VfB Lübeck hat Drittligist Holstein Kiel aus dem Landespokal Schleswig-Holsteins geworfen und ist ins Finale eingezogen. Der klassentiefere Club setzte sich am Sonnabend an der heimischen Lohmühle vor 2.557 Zuschauern mit 1:0 (1:0) durch. Anders als beim Endspiel Mitte Juli, das der VfB ebenfalls mit 1:0 gewann, könnte Kiel die Niederlage dieses Mal teuer zu stehen kommen. Im vergangenen Jahr als Drittliga-Dritter ohnehin für den DFB-Pokal qualifiziert, weshalb das Landespokalfinale in die neue Saison verschoben werden konnte, sind die "Störche" in der Saison 2016/2017 wohl nicht im Wettbewerb auf Bundesebene dabei. In der Dritten Liga steht das Team von Trainer Karsten Neitzel als Tabellen-15. weit hinter den ersten vier zur Teilnahme berechtigenden Tabellenplätzen. Verpasst die KSV die Qualifikation, gehen 140.000 Euro Antrittsprämie verloren. Lübeck kämpft im Landespokal-Endspiel am 28. Mai gegen den SV Eichede oder den ETSV Weiche Flensburg um das Ticket für den DFB-Pokal. Das zweite Halbfinale wird allerdings erst am 6. Februar ausgetragen.

Marheineke trifft "Störche" ins Mark

Der Anpfiff der Partie Lübeck - Kiel hatte sich wegen Fan-Ausschreitungen verzögert. Nachdem den Opfern der Anschläge in Paris gedacht worden war, ging es mit rund 18 Minuten Verspätung los. Die beiden Teams begegneten sich zu Beginn in einer sehr intensiven Partie auf Augenhöhe. Die erste gute Chance hatten die Gäste: Steven Lewerenz spielte Tim Siedschlag frei. Kiels Drittliga-Rekordspieler zog ab und zwang VfB-Keeper Jonas Toboll zu einer starken Parade (13.). Just nach der ersten Druckphase der Kieler schlug der Regionalligist eiskalt zu. Die KSV-Defensive klärte einen Eckstoß nicht, Lübecks Kapitän Moritz Marheineke ließ sich nicht zweimal bitten und markierte das 1:0 (26.). Eine weitere Schrecksekunde überstanden die "Störche" eine Viertelstunde später, als Keeper Niklas Jakusch Aleksandar Nogovic anschoss und den Ball dann aus der Luft fischte (41.). Danach wachte der Favorit aber wieder auf: Erst verfehlte Manuel Janzer mit einem Fallrückzieher das Tor, dann köpfte Manuel Schäffler knapp drüber (45.).

Kiel bleibt in Hälfte zwei ohne Chance

VfB Lübeck - Holstein Kiel 1:0 (1:0)

Tore: 1:0 Marheineke (26.)
Lübeck: Toboll - Sievers (63. Bohnsack), Wehrendt, Marheineke, Knechtel, Sirmais - Nogovic (78. Voß), Maletzki, Senger - Richter (83. Meyer), Kramer
Kiel: Jakusch - Herrmann, Weidlich, Czichos, Kohlmann (82. Schmidt) - Siedschlag, Kegel, Wirlmann (46. Sané), Lewerenz (70. Heider) - Schäffler, Janzer
Zuschauer: 2.557

KSV-Coach Karsten Neitzel schickte in Saliou Sané für Finn Wirlmann einen weiteren Offensiven auf den Platz. Keine zwei Minuten nach Wiederanpfiff hätte es aber beinahe schon 0:2 aus Kieler Sicht gestanden. André Senger hatte Jakusch bereits ausgespielt, doch Rafael Czichos klärte im letzten Moment. Und Lübeck blieb dran. Der Schuss von Jan-André Sievers strich knapp drüber (48.). Nun war Feuer in der Partie, in den folgenden drei Minuten gab es gleich drei Gelbe Karten. Die Kieler taten sich auch in der Folge ungemein schwer, zu Chancen kam weiter nur Lübeck. Doch auch Stefan Richter (63.), Lukas Knechtel (67.), Henrik Sirmais (75.) und Marheineke (77.) scheiterten beim Versuch, das zweite Tor nachzulegen. So blieb es bis in die Schlussphase hinein spannend. Allerdings brachten die favorisierten Kieler nichts mehr zu Stande. Das VfB-Team von Coach Denny Skwierczynski, das in der Regionalliga im Mittelfeld festsitzt und zuletzt zu Hause nur noch vor gut 1.100 zahlenden Zuschauern spielte, feierte einen verdienten Sieg.

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