Stand: 21.10.2015 15:41 Uhr

Neue Vorwürfe gegen Ex-Hansa-Boss Dahlmann

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In der Kritik: Ex-Hansa-Vorstandschef Michael Dahlmann.

Knapp drei Wochen nach seinem Rücktritt werden gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Fußball-Drittligisten Hansa Rostock, Michael Dahlmann, neue Vorwürfe laut. So hat Dahlmann inzwischen eingeräumt, das Vereins-Eintrittsdatum des potenziellen Investors Rolf Elgeti nachträglich verändert zu haben. Nach Unterlagen, die der "Ostsee-Zeitung" und dem NDR vorliegen, ist das Eintrittsdatum auf den 18. Mai 2005 vordatiert worden - tatsächlich ist Elgeti aber erst fünf Jahre später Hansa-Mitglied geworden. "Dies geschah ohne mein Wissen und ich missbillige das ausdrücklich!", teilte Elgeti dem NDR schriftlich mit.

Hansa-Chef Michael Dahlmann © picture alliance / ZB Fotograf: Bernd Wüstneck

Hansa Rostock: Neue Vorwürfe gegen Dahlmann

Nordmagazin -

Ein vordatiertes Vereins-Eintrittsdatum, Drohungen, Dienstwagen: Drei Wochen nach seinem Rücktritt als Vorstandschef von Hansa Rostock gibt es neue Vorwürfe gegen Michael Dahlmann.

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"Schubsen bringt nix. Einfach zuhauen"

"Die nachträgliche Änderung ist ein schwerer Fehler gewesen, den ich sehr bedauere, aber einräumen muss", bekannte Dahlmann in einer öffentlichen Erklärung. Aus einem E-Mail-Verkehr, der der "Ostsee-Zeitung" und dem NDR ebenfalls vorliegt, wird zudem deutlich, dass Dahlmann Ende September in einem internen Kreis Drohungen gegen den ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Harald Ahrens ausgesprochen hat. Dahlmann schreibt wörtlich: "Bitte Harald nicht mehr bedrohen, wir machen jetzt einfach. Is' wie früher auf dem Schulhof. Schubsen bringt nix. Einfach zuhauen." Diese E-Mail ging unter anderem an Elgeti und Personen aus der Ultra-Fanszene. Dahlmann konstatierte dazu, er habe "Herrn Ahrens zu keiner Zeit bedroht. Mit dem bildlich verwandten Schulhof-Vergleich habe ich selbstverständlich nicht zu körperlicher Gewalt aufgerufen."

Zweiter Dienstwagen von Ehefrau genutzt?

Weitere Informationen

Michael Dahlmanns Erklärung im Wortlaut

Hansa Rostocks Ex-Vorstandschef Michael Dahlmann hat sich am Montag, den 19. Oktober via Facebook geäußert. Seine Erklärung im Wortlaut. mehr

Auch die Nutzung zweier Dienstwagen durch Dahlmann erscheint fragwürdig. Einen davon - ein Fabrikat Golf - habe regelmäßig Dahlmanns Frau gefahren, lautet ein Vorwurf. Dahlmann bestritt jedoch, dass dem Verein dadurch Kosten entstanden seien. Auf seiner Facebook-Seite räumte der zurückgetretene Vorstandschef jedoch ein: "Leider wurde dieser (der Golf; Anm.d.Red.) aufgrund eines Versehens im Jahr 2013 auf den Verein zugelassen. Um keinen weiteren Halterwechsel zu vollziehen, der ja den Wert gemindert hätte, wurde es so gelassen."

Zu hohe Abfindungszahlung an Dahlmann?

Neben diesen Vorwürfen sorgt auch eine äußerst großzügige Abfindungszahlung seitens des Vereins an Dahlmann für Irritationen. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll der Ex-Hansa-Chef nach seinem "freiwilligen" Abgang rund 150.000 Euro erhalten. Der 37-Jährige wollte sich dazu nicht äußern und beruft sich auf eine im Aufhebungsvertrag vereinbarte Verschwiegenheitspflicht. Der Betrag von 150.000 Euro übersteigt jene Summe deutlich, die Dahlmann bei einer Beurlaubung durch den Verein erhalten hätte. Bis zum Ende seines bis zum 30. Juni 2016 laufenden Vertrages hätten ihm noch rund 72.000 Euro zugestanden.

Dahlmann war in die Kritik geraten, weil er sich von Ultras in Strategie-Fragen beraten lassen hatte. Kurz darauf hatte er seinen Rücktritt angeboten, den der Aufsichtsrat akzeptierte. Eine mögliche Rückkehr in den Vorstand dürfte nun vom Tisch sein. Am 1. November findet die Mitgliederversammlung des FC Hansa Rostock statt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.10.2015 | 06:00 Uhr

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