Stand: 25.07.2015 15:52 Uhr

Fehlstart für Hansa - Werder-Reserve siegt

Hansa Rostock hat einen Fehlstart in die neue Drittliga-Saison hingelegt. Die Mannschaft von Trainer Karsten Baumann, die nach dem Drahtseilakt in der vergangenen Saison nur mit Mühe die Klasse gehalten hatte, gab am Sonnabend gegen Werder Bremen II eine 1:0-Führung aus der Hand und verlor am ersten Spieltag gegen den vom Ex-Kieler Rafael Kazior angeführten Aufsteiger mit 1:2 (1:0). Christian Bickel hatte Hansa per Foulelfmeter in Führung gebracht (41.). Nach der Pause drehten Florian Grillitsch (57.) und Ousman Manneh (60.) die Partie vor 15.600 enttäuschten Zuschauern im Ostseestadion. Für Hansa war es saisonübergreifend bereits die fünfte Punktspiel-Niederlage in Serie.

Baumann: "Balance nicht gefunden"

"Es trat das ein, was ich im Vorfeld gesagt hatte: Wir mussten die Balance zwischen Offensive und Torsicherung finden, und das ist uns nicht gelungen", sagte Baumann. Werder-Coach Alexander Nouri lobte den couragierten Auftritt seines jungen Teams: "Die Art und Weise, wie meine Jungs aufgetreten sind, nötigt mir Respekt ab - gerade vor so vielen Zuschauern!" Am kommenden Sonnabend (14 Uhr) spielt Werder II zu Hause gegen Cottbus, die Rostocker müssen zum Ost-Duell beim Chemnitzer FC antreten. Der unter muskulären Problemen leidende Torjäger Marcel Ziemer wird wohl auch dann noch nicht wieder einsatzbereit sein.

Werder trifft zweimal Aluminium, Hansa ins Tor

1.Spieltag, 25.07.2015 14:00 Uhr

  • Hansa Rostock
  • 1:2


  • W. Bremen II

Tore: 1:0 Bickel (41., Foulelfmeter) 1:1 Grillitsch (57.) 1:2 Manneh (60.)
Hansa Rostock: Schuhen - M. Gröger, Henn, Erdmann, Dorda - Jänicke, Grupe (65. Ikeng), Baumgarten (65. Kofler), Bickel - Gardawski (71. Gottschling), Perstaller
W. Bremen II: Oelschlägel - Busch, Rehfeldt, Mainka, Guwara - von Haacke (78. Argyris), Aidara (46. Manneh / 83. Lukowicz), Hilßner, Kazior - Kobylanski, Grillitsch
Zuschauer: 15600

Weitere Daten zum Spiel

Hansa begann bärenstark und schnürte die Bremer "Grünschnäbel" in der Anfangsphase in der eigenen Hälfte ein. Vor allem Rückkehrer Tobias Jänicke, der die Rostocker nun als Kapitän anführt, drehte richtig auf und war überall auf dem Spielfeld zu finden. Ihm bot sich auch die erste verheißungsvolle Chance der Partie. Nach einem Konter hatte Jänicke den Ball auch schon an Werder-Keeper Eric Oelschlägel vorbeigelegt, doch der Bremer Innenverteidiger Torben Rehfeldt kratzte die Kugel noch von der Linie (6.). Die Rostocker Sturm- und Drangphase blieb ohne Ertrag, und fast wären die Gastgeber dafür bestraft worden. Als die Bremer ab der 20. Minute besser ins Spiel kamen, stand Hansa zweimal das Glück zur Seite. Erst setzte Werder-Stürmer Martin Kobylanski einen Schuss aus 20 Metern an den Pfosten (25.), dann schlenzte Marcel Hilßner die Kugel über den zu weit herausgeeilten Marcel Schuhen ans Lattenkreuz (38.). Und dann trat wieder Jänicke auf den Plan. Der Hansa-Kapitän stürmte frei auf Oelschlägel zu, der die Notbremse zog und ihn im Strafraum von den Füßen holte. Logische Konsequenz: Elfmeter. Die fällige Rote Karte zeigte Schiedsrichter Thorben Siewer zur Verwunderung der Hansa-Fans allerdings nicht, sondern zückte lediglich Gelb (41.). Bickel ließ sich davon nicht beirren. Er schnappte sich den Ball und verwandelte den Strafstoß sicher zur verdienten Pausenführung.

Grillitsch und Manneh drehen das Spiel

Zu Beginn der zweiten Hälfte setzte zunächst Hansa-Neuzugang Michael Gardawski mit einem Pfostenschuss ein Zeichen (54.), doch dann wendete sich das Blatt. Nach einer Ecke von Hilßner zog Grillitsch, der in der Vorbereitung schon bei den Werder-Profis für Furore gesorgt hat, flach aus 18 Metern ab - 1:1 (57.). Drei Minuten später leitete der starke Hilßner mit einem Zuckerpass auf Manneh einen Bremer Konter ein, den der 18-Jährige, der vor fünf Monaten noch beim Blumenthaler SV in der Oberliga spielte, eiskalt abschloss. Manneh fiel danach noch mehrfach mit unfairer Zweikampfführung auf und wandelte am Rande einer Roten Karte, woraufhin ihn der Bremer Trainer Alexander Nouri in der 83. Minute wieder vom Feld holte. Rostock drängte in der Schlussphase mit aller Macht auf den Ausgleich, doch mehr als ein Lattenkopfball von Matthias Henn (87.) sprang nicht mehr heraus.

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