Stand: 02.03.2016 22:23 Uhr

Dresden für Osnabrück eine Nummer zu groß

von Bettina Lenner, NDR.de
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Pascal Testroet (l.) traf gegen seinen Ex-Club doppelt.

Die Stimmung an der Bremer Brücke fühlte sich vor der Saison-Rekordkulisse von 13.782 Zuschauern zumindest in der Anfangsphase ein bisschen wie Champions League an. Am Ende herrschte allerdings Ernüchterung. Denn auch der VfL Osnabrück konnte Dynamo Dresden, das souverän Richtung Zweite Bundesliga steuert, nicht ernsthaft Paroli bieten. Die Mannschaft von Trainer Joe Enochs, der seine erste Heimniederlage kassierte, musste sich dem unangefochtenen Spitzenreiter am Mittwochabend im Topspiel der Dritten Liga mit 0:3 (0:2) geschlagen geben. Am Sonntag will der Tabellendritte nun bei Preußen Münster wieder in die Erfolgsspur zurückfinden, muss dann allerdings ohne die gelbgesperrten Kim Falkenberg und Christian Groß sowie Alexander Dercho auskommen, der die Rote Karte sah.

Testroet bringt Dynamo früh in Führung

Die Gäste aus Sachsen strotzten vor Selbstbewusstsein und degradierten die sonst so sattelfeste Defensive des VfL von Beginn an immer wieder zu Statisten. So auch in der neunten Minute, als der Ex-Osnabrücker Pascal Testroet den Ball nach Zuspiel von Justin Eilers nur noch ins leere Tor einschieben musste. Die Hausherren zeigten sich vom frühen Rückstand nur vorübergehend geschockt, es fehlte den Angriffen aber an Struktur. Stattdessen war Dynamo dem 2:0 ganz nah, als Kapitän Michael Hefele nach einer Ecke ungehindert an den Ball kam, VfL-Keeper Marvin Schwäbe war aber auf dem Posten (21.).

Abwehrspieler stehen beim 0:2 Spalier

28.Spieltag, 02.03.2016 20:30 Uhr

  • VfL Osnabrück
  • 0:3


  • D. Dresden

Tore: 0:1 Testroet (9.) 0:2 Testroet (37.) 0:3 Eilers (84.)
VfL Osnabrück: Schwäbe - Dercho, Willers, Pisot, Falkenberg - Hohnstedt, Groß, Syhre, Ornatelli (58. Sembolo) - Alvarez (53. Menga), Savran (74. Odenthal)
D. Dresden: Blaswich - Holthaus, Hefele, Modica, Fa. Müller - Aosman (86. J.-P. Müller), Hartmann (73. J. Müller), Lambertz - Eilers, Testroet, Kreuzer (79. Moll)
Zuschauer: 13782

Weitere Daten zum Spiel

Der Tabellenführer war klar gefährlicher, die Führung hochverdient. Niklas Kreuzer hätte sie in der 27. Minute fast schon ausbauen müssen. Sein Kopfball landete aber an der Unterkante der Latte, im Anschluss setzte er im Angesicht des leeren Tores nicht geistesgegenwärtig genug nach. Glück für die Niedersachsen, die nach etwas mehr als einer halben Stunde endlich ihre erste Chance verbuchten. Doch Torjäger Halil Savran, der im August 2008 für die Dresdner den ersten Treffer der Drittliga-Geschichte geschossen hatte, scheiterte freistehend aus fünf Metern am gegnerischen Schlussmann Janis Blaswich. Eine gute Möglichkeit verbuchte vor der Pause auch Michael Hohnstedt nach einer Ecke, Giuliano Modica bekam jedoch gerade noch den Fuß dazwischen. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Lila-Weißen allerdings bereits mit 0:2 zurück: Die VfL-Abwehrspieler hatten Spalier gestanden, als Testroet ein schönes Solo überlegt mit seinem zweiten Tor des Tages abschloss (37.).

Sembolo kommt, aber nicht die Wende

Auch nach dem Seitenwechsel blieb der Tabellenführer das gefährlichere Team. Enochs setzte alles auf eine Karte, brachte ab der 56. Minute für den unauffälligen Massimo Ornatelli in Francky Sembolo einen dritten echten Stürmer. Doch die Pässe in die Spitze blieben zu ungenau, zu allem Überfluss handelte sich Dercho nach einem groben Foul an Kreuzer eine Rote Karte ein. Der VfL rund 20 Minuten in Unterzahl - das half nicht gerade dabei, noch ein kleines Fußball-Wunder zu bewerkstelligen. Im Gegenteil. Sechs Minuten vor Schluss krönte Eilers nach Vorarbeit von Testroet den souveränen Auftritt der Dresdner mit dem 3:0, die erste Pleite der Niedersachsen nach acht Spielen ohne Niederlage war endgültig besiegelt.

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