Medienmacht der DFL
Wie die DFL das Bild der Bundesliga in den Medien kontrolliert.
Video starten (07:01 min)Bilder aus dem Mannschaftsbus? Fußballer, die fluchend in ihre Kabine gehen? Interviews am Spielfeldrand? Diese Bilder aus der Fußballbundesliga gibt es schon lange nicht mehr im deutschen Fernsehen zu sehen. Heute ist genau definiert, was gezeigt werden darf und was nicht. Auf keinen Fall leere Ränge, auch keine nackten Flitzer, die über das Spielfeld rennen. Und Interviews werden nur noch vor einer Sponsorenwand gegeben und sind maximal 90 Sekunden lang.
Ein Film von Grit Fischer und Stephanie Zietz.
Die DFL vermarktet die 36 Bundesligaclubs und ihr Tochterunternehmen Sportcast produziert die passenden Bilder dazu - zumindest von den Spielen. Für diese Bilder und die Möglichkeit, aus der sogenannten Mixed Zone zu berichten, wird nicht nur viel Geld etwa von Sky oder der ARD bezahlt, die Rechte sind zudem so begehrt, dass die DFL gut verhandeln kann. Sie hat eine "starke Marktmacht (...), die sie gegebenenfalls auch ganz gut ausspielt", wie André Bühler, Professor für Sportmanagement, meint.
Das Bild der Bundesliga, das bei den Zuschauern ankommen soll, bestimmt die DFL: Der Fußball und die Liga sollen attraktiv, emotional, interessant und sauber sein. Die Medienunternehmen scheinen sich den Bedingungen der DFL beugen zu müssen. Sie wollen die Rechte und die Quoten. Fußball ist eben ein Millionengeschäft und je höher der Preis, umso härter die Regeln.