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Fussball im Tornetz mit Mauspfeil (Montage) © fotolia.com Fotograf: creativedoxfoto
 

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Werder holt sich in München eine Watschen ab

von Ines Bellinger, NDR.de

Bayerns Spieler bejubeln einen Treffer © imago Detailansicht des Bildes Zuschauen, wie die Bayern jubeln: Das war die Hauptbeschäftigung der Bremer in München. Der Nächste, bitte! Auch Werder Bremen hat nicht mehr als den Steigbügelhalter für Bayern München auf dem Weg zum 23. Meistertitel gespielt. Die Grün-Weißen unterlagen am Sonnabend bei einer besseren B-Elf des Rekordmeisters auch in dieser Höhe völlig verdient mit 1:6 (0:2). Während die Münchner ihrem Trainer Jupp Heynckes mit einem halben Dutzend Toren das passende Geschenk zum 1.000. Bundesligaspiel machten, kassierte Werder nach dem 2:3 gegen Freiburg die zweite Niederlage hintereinander und rutschte weiter in Richtung unteres Tabellendrittel ab. Die hoffnungslos unterlegenen Bremer mussten nach einer Notbremse von Sebastian Prödl (44.) die zweite Halbzeit in Unterzahl bestreiten und kamen zumindest noch zu einem Achtungserfolg: Kevin de Bruyne erzielte den Ehrentreffer (58.) und sorgte für das erste Gegentor der Münchner in der Bundesliga in diesem Jahr.

"In der zweiten Halbzeit ging es nur noch ums Überleben", sagte Bayern-Leihgabe Nils Petersen. Werder-Trainer Thomas Schaaf nahm die Vorführung gelassen hin: "Wir brauchen uns keine Gedanken zu machen. Bayern ist in dieser Form schwer zu bezwingen."

Defensivtaktik funktioniert nur 20 Minuten

Bayern München - Werder Bremen 6:1 (2:0)

Tore: 1:0 Robben (25.), 2:0 Martínez (29.), 3:0 Gebre Selassie (49./Eigentor), 4:0 Gomez (51.), 4:1 de Bruyne (58.), 5:1 Ribery (86.), 6:1 Gomez (89.)
Rote Karte: Prödl nach Notbremse (44.)
Zuschauer: 71.000
München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Contento - Martínez (52. Timoschtschuk), Luiz Gustavo - Robben, Shaqiri (72. Pizarro), Ribery - Gomez
Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl, Lukimya, Schmitz - Junuzovic, Ignjovski - Arnautovic, Hunt (46. Pavlovic), De Bruyne - Petersen

Angesichts der komfortablen Tabellensituation ließ Jubilar Heynckes kräftig rotieren und veränderte die Startelf im Vergleich zum 3:1-Sieg bei Arsenal London gleich auf sechs Positionen. Schaaf reagierte auf die Heimpleite gegen Freiburg, schickte in Aaron Hunt, Marko Arnautovic und Theodor Gebre Selassie drei frische Spieler in das schier aussichtslose Unterfangen, die Münchner zu stoppen. Seinen zuweilen offensivsüchtigen Spielern hatte er eine streng defensive Taktik auferlegt, die aber nur 20 Minuten lang funktionierte. Den ersten Torschuss des wütend anrennenden Teilzeitarbeiters Arjen Robben konnte Bremens Keeper Sebastian Mielitz noch festhalten (20.). Fünf Minuten später war es dann um Werder geschehen. Eine Flanke von Philipp Lahm flog auf den einschussbereiten Franck Ribery zu, doch der völlig alleingelassene Robben preschte von hinten in Richtung Fünfmeterraum und schnappte seinem kongenialen Partner Ball und Tor weg (25.).

Werder hofft vergeblich auf Mitleid

Die Bayern bestraften den ersten schweren Fehler der zweitschlechtesten Bundesligaabwehr an diesem Nachmittag, viele weitere Patzer sollten folgen. Als Zlatko Junuzovic Robben auf der rechten Seite nur mit einem groben Foul bremsen konnte, schlug der Niederländer eine maßgerechte Freistoßflanke in den Bremer Strafraum. Dort stiegen nur Bayern-Spieler zum Kopfball hoch, am höchsten Javi Martínez (29.). 0:2 nach einer knappen halben Stunde - und es sollte noch schlimmer kommen. Prödl konnte Mario Gomez nur per Notbremse stoppen und wurde folgerichtig mit Rot vom Platz geschickt (44.). Von nun an durfte Werder nur noch auf das Mitleid der Bayern hoffen, um den Bundesliga-Klassiker nicht zur Lachnummer verkommen zu lassen. Doch im Luxuskader der Bayern wollten so einige auf sich aufmerksam machen.

Eigentor krönt Pleiten, Pech und Pannen

Schiedsrichter Marco Fritz zeigt Werders Sebastian Prödl die rote Karte. © witters Fotograf: Matthias Hangst Detailansicht des Bildes Erst Rot gegen Sebastian Prödl (4.v.r.), dann ein Eigentor von Theodor Gebre Selassie. In München ging für Bremen gar nichts. Schaaf ahnte, dass sich die Gastgeber nicht mit zwei Toren begnügen wollten und brachte nach der Pause Mateo Pavlovic für Hunt. Doch das Bundesliga-Debüt des Kroaten hätte nicht viel schlimmer beginnen können. Vier Minuten nach Wiederanpfiff ließ er eine Flanke von Gomez zu. In der Mitte war Gebre Selassie zwar bei Ribery, doch der Ball prallte dem Tschechen ans Standbein und von dort ins eigene Tor. Gegentreffer Nummer vier ließ nicht lange auf sich warten. In der 51. Minute spielte Xherdan Shaqiri einen herrlichen Pass auf Ribery. Der lupfte den Ball über Mielitz, doch wie zuvor schon Robben wollte auch Gomez dem Franzosen kein Tor gönnen und hielt den Fuß noch dazwischen.

Nur de Bruyne trifft gegen Bayern

Auf der Bremer Bank schaute man nun beunruhigt auf die Uhr: Was würde in den verbleibenden 40 Minuten noch alles passieren? Auf jeden Fall etwas Unerwartetes. Bei einem der wenigen zaghaften Angriffsversuche der Gäste hatte sich de Bruyne im Rücken der Bayern-Abwehr in den Strafraum geschlichen. Als ihm dann ein verunglückter Torschuss von Aleksandar Ignjovski vor die Füße fiel, schob er den Ball flach an Manuel Neuer vorbei ins lange Eck (58.). Dieser Treffer änderte so gar nichts am klaren Sieg der Bayern, der Nationaltorwart ärgerte sich trotzdem schwarz: Es war das erste Gegentor, das er in der Bundesliga in diesem Jahr hinnehmen musste. Die Münchner waren aber noch nicht fertig. Ribery (86.) und Gomez (89.) setzten den Schlusspunkt unter die Lehrstunde für die Bremer. Werder kassierte die höchste Niederlage gegen die Bayern seit 1980.

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Werder Bremens Clemens Fritz © imago/MIS
 
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Von Aaron Hunt über Nils Petersen bis Zlatko Junuzovic: Das Aufgebot des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen für die Saison 2012/2013 in Bildern.

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Sportclub | 24.02.2013 | 22:45 Uhr

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Bremens Marko Arnautovic © imago/ActionPictures
 

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