Stand: 11.07.2013 11:16 Uhr  | Archiv

Lieberknecht: "Nervosität gehört dazu"

von Florian Neuhauss, NDR.de
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Torsten Lieberknecht betritt als Trainer in der Bundesliga Neuland.

Für Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig beginnt die heiße Phase der Saisonvorbereitung am Sonnabend mit dem Spiel gegen den Hamburger SV beim Nordcup in Hamburg. Der Sportclub zeigt die Partie im NDR Fernsehen und bei NDR.de im Video-Livestream ab 15.45 Uhr. Für Erfolgstrainer Torsten Lieberknecht eine willkommene Standortbestimmung für seine "Löwen", nachdem Braunschweig 28 Jahre ohne Erstliga-Fußball auskommen musste. Verzichten musste Domi Kumbela nach seiner schweren Verletzung bisher auf die Urlaubsreise, die ihm sein Coach für die Torjägerkrone (19 Treffer) versprochen hatte. "Den Urlaub haben wir auf den Winter verlegt. Aber da werde ich ihm noch was Schönes aussuchen", sagte Lieberknecht NDR.de und fügte hinzu: "Keine Sorge, ich komme meinen Pflichten nach. Und sollte er sich die Kanone auch in der Bundesliga sichern, spendiere ich ihm ein Leben lang Reisen." Doch der Coach weiß, dass die Niedersachsen in der Beletage eine schwierige Aufgabe erwartet.

Mit NDR.de sprach Lieberknecht über...

... den Stand der Vorbereitung: "Wir hatten eine Kennlern- und eine sehr intensive Woche. Die Mannschaft ist sehr konzentriert und geht wie gewohnt mit viel Elan, aber auch Spaß und Freude an die Sache heran. Wir haben uns einige Zahlen und Statistiken zur abgelaufenen Bundesliga-Saison angesehen und müssen uns der besten Liga der Welt anpassen. Wir versuchen, das über die Trainingsarbeit in Sachen Kondition, Technik und Taktik zu steuern. Bisher haben wir viel im Defensivbereich gemacht. Alles weitere kommt jetzt."

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Torsten Lieberknecht (M.) mit vier der fünf Neuzugänge beim Trainingsauftakt.

... die bisherigen Zugänge: "Alle haben sich schnell integriert, was mir immer am wichtigsten ist, haben aber auch schon ihren sportlichen Wert gezeigt. Bei den Neuen war uns ihre Flexibilität wichtig. Torsten Oehrl kann nicht nur als Mittelstürmer, sondern in einem 4-2-3-1 auch als hängende Spitze spielen. Marco Caligiuri kann auf dem Flügel eingesetzt werden, hat seine Stärken aber im Zentrum. Da hat auch Timo Perthel in Duisburg gespielt, er soll aber in Konkurrenz zu Linksverteidiger Ken Reichel treten. Jan Hochscheidt kann im offensiven Mittelfeld jede Position spielen. Und Simeon Jackson arbeitet sehr viel für die Mannschaft und verfügt über eine hohe Schnelligkeit."

... die neue Rolle von Omar Elabdellaoui: "Omar hat bei uns zwar in der abgelaufenen Saison rechts offensiv gespielt, wir haben ihn aber schon als Rechtsverteidiger gescoutet. Dass er den Part jetzt auch für Norwegen bei der U21-EM so gut gespielt hat, hat uns nicht überrascht. Er ist bei uns dort jetzt wohl die erste Option."

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Daniel Davari verlor Ende der abgelaufenen Saison seinen Stammplatz im Eintracht-Tor.

... seine Torhüter: "Ich war sehr überrascht, dass zuletzt das Thema aufgekommen ist, ob wir noch einen neuen Torhüter verpflichten. Denn die Frage hat sich für mich nie gestellt und ich habe ja schon in der abgelaufenen Saison gesagt, dass ich von Daniel Davari und Marjan Petkovic absolut überzeugt bin. Sie haben teilweise sehr gute Spiele gemacht und haben mit uns den Aufstieg von der Dritten in die Bundesliga geschafft. Zwei bis drei Fehler passieren jedem Torhüter in einer Saison. Wir haben in Marcel Engelhardt vom TSV Havelse jetzt nur einen jungen Mann für die U23 dazugeholt."

... Domi Kumbela: "Der Heilungsverlauf ist sehr positiv. Allerdings ist der Sehnenabriss am Hüftbeuger eine sehr komplizierte Geschichte und es gibt in Deutschland praktisch keine Erfahrungwerte mit solch einer Operation. Ich gehe davon aus, dass er nicht vor Oktober spielen kann, aber wenn es früher geht, ist das super."

... die Vergleiche mit Absteiger Greuther Fürth: "Man muss sich ja fast bei den Fürthern entschuldigen. Sie haben zwar oft mehrere Spiele am Stück verloren, aber oft fehlten nur Nuancen. Es ist schade, dass Fürth sozusagen zum Synonym für den Abstieg geworden ist. Wir wollen uns nicht mit anderen Teams vergleichen, weil wir eine ganz eigene Struktur haben. Wichtig ist: Wir haben Qualität und sind davon überzeugt, dass wir überraschen können. Respekt und Nervosität gehören natürlich dazu, aber wir werden alle lernen, damit umzugehen."

... und den Nordcup: "Das Turnier bietet eine gute Möglichkeit, uns auf die neuen Umstände mit den großen Stadien und den großen Clubs vorzubereiten. Wir werden allerdings nicht ganz frisch nach Hamburg reisen, weil wir zuletzt intensiv trainiert haben. Und damit geht es ja schon am 15. Juli weiter, wenn wir ins Trainingslager fahren."

Lieberknecht: Der "Löwe" aus der Pfalz

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