Stand: 04.01.2016 15:05 Uhr

Schaaf bittet um Geduld: "Es wird holprig"

Bild vergrößern
96-Co-Trainer Matthias Hönerbach, Chefcoach Thomas Schaaf, Co-Trainer Wolfgang Rolff und die Neuzugänge (u., v.l.n.r.) Hotaru Yamaguchi, Adam Szalai und Iver Fossum.

Trainer Thomas Schaaf hat seine Retter-Mission beim stark abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten Hannover 96 begonnen. Der 54-Jährige, der am Montag im Schneetreiben seine erste Trainingseinheit beim Tabellenvorletzten leitete und von rund 400 Fans herzlich empfangen wurde, gab sich kämpferisch, bat aber auch um Geduld: "Es ist keine leichte Situation, die Punkte sind nicht reichhaltig. Aber wir können es schaffen. Wir werden uns alle reinknien - das kann ich versprechen", sagte der Coach, der prognostizierte: "Es wird am Anfang holprig sein. Wir brauchen Durchhaltevermögen, bis wir das endlich gepackt haben."

Szalai dritter Winter-Neuzugang

Um 10.10 Uhr schickte Schaaf seine Mannschaft mit etwas Verspätung zum lockeren Aufgalopp auf den Platz und begrüßte die drei Neuzugänge Adam Szalai, Hotaru Yamaguchi und Iver Fossum. Szalai war pünktlich zur Vorbereitung auf die Rückrunde von der TSG Hoffenheim zu den Niedersachsen gewechselt und hatte kurz vor seinem ersten 96-Training den Medizincheck bestanden. Die Ausleihgebühr für den 28-jährigen Ungarn, der zunächst einen Vertrag bis zum Saisonende erhielt und den schwächelnden Sturm der "Roten" (nur 18 Treffer in der Hinrunde) verstärken soll, soll knapp 800.000 Euro betragen. 96 besitzt im Anschluss eine Kaufoption. "Adam hat bei all seinen Stationen nachgewiesen, dass er Tore machen kann. Wir sind sehr zuversichtlich, dass ihm das auch bei uns gelingt", sagte 96-Geschäftsführer Martin Bader.

Auch Kiyotake auf dem Platz

Fahrplan

Wintervorbereitung Hannover 96

Testspiele gegen Bundesliga-Rivalen und Trainingslager im türkischen Belek - Hannovers Plan für die Wintervorbereitung. mehr

Szalai traf in 137 Bundesligaspielen für Mainz, Schalke und Hoffenheim 32 Mal. Zuletzt hatte er aber in den Überlegungen von TSG-Trainer Huub Stevens keine Rolle mehr gespielt und bangt mangels Spielpraxis um einen Platz im EM-Kader der ungarischen Nationalelf. In der Hinrunde kam der Stürmer lediglich auf vier Kurzeinsätze. "Ich hoffe sehr, dass ich mich hier mit guten Leistungen für den EM-Kader empfehlen kann. Aber noch wichtiger ist es mir, mich so einzubringen, dass am Ende der Klassenerhalt von Hannover 96 steht", so der Ungar. Der langzeitverletzte Spielmacher Hiroshi Kiyotake stand ebenfalls auf dem Platz, muss jedoch wegen eines Haarrisses im Fuß noch kürzertreten. Er absolvierte ein Lauftraining. Einen Einsatz zum Rückrundenstart schloss Bader am Montag aus, der Japaner wird aber am Donnerstag mit ins Trainingslager nach Belek reisen.

Bildergalerie
28 Bilder

Schaaf: In Bremen eine Ikone, bei 96 gescheitert

Thomas Schaaf hat mehrere Jahrzehnte in Bremen verbracht. Erst als Spieler, dann als Trainer. Erst 2013 verließ er Werder, um über Frankfurt wieder in Norden zu kommen - zu Hannover 96. Bildergalerie

Weitere Zugänge sollen folgen

Weitere Zugänge sollen noch folgen. Schaaf will sich aber zunächst ein Bild vom aktuellen Team machen. "Wir gucken unseren Kader an und schauen, ob es Sinn macht, darüber hinaus noch Veränderungen vorzunehmen. Wir müssen absolut davon überzeugt sein, dass sie eine Verstärkung sind, nicht nur eine Ergänzung", sagte der Coach, der mit seinen ersten Trainingseindrücken zufrieden war: "Es war viel Bewegung und Aktivität da. Jeder will sich beweisen, das ist gut und zeigt, dass wir etwas verändern können." Die Wechselfrist endet am 31. Januar. Bisherige Reservisten wie Defensivspieler André Hoffmann, der nach einem Kreuzbandriss im Sommer 2014 zuletzt unter Schaafs Vorgänger Michael Frontzeck keine Einsatzzeiten mehr bekommen hatte, erhalten eine neue Chance.

Was wird aus Erdinc?

Wie auch Sturm-Flop Mevlüt Erdinc? Bei einem möglichen Transfer des Mittelstürmers, der in 13 Pflichtspieleinsätzen blieb, war 96 zuletzt zu finanziellen Abstrichen bereit: "Wir werden ihn nicht verschenken, aber wir sind flexibel", konstatierte Clubboss Martin Kind. Schaaf äußerte sich am Montag verhalten: "Es gibt Situationen, da müssen Veränderungen sein und man muss einen Weg finden, der besser funktioniert. Er muss mehr abliefern als das, was er bisher abgeliefert hat. Er wird die Zeit haben, sich zu zeigen. Dann wird man sehen, ob das reicht." Konsequenterweise verdoppelte der Trainer, der als ehrlicher Malocher gilt, gleich mal das Arbeitspensum. Für Montagnachmittag setzte er kurzfristig eine weitere Einheit an: "Ich stehe dafür, dass wir uns voll reinhängen", unterstrich er.

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/sport/fussball/bundesliga-hannover-96-schaaf,hannover10240.html

Dubai: 96-Keeper Zieler war im brennenden Hotel

Ron-Robert Zieler von Hannover 96 feierte Silvester im Hotel "The Address" in Dubai, als ein Großfeuer über 20 Stockwerke ausbrach. Auch sein Zimmer brannte aus, wie er am Montag erzählte. mehr

33 Bilder

Der 96-Kader für die Saison 2015/2016

Hannover 96 will nach einer Zittersaison in dieser Spielzeit einen Platz im gesicherten Mittelfeld. Das aktuelle Aufgebot der Niedersachsen in Bildern. Bildergalerie

Ergebnisse und Tabelle Fußball-Bundesliga

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick. mehr

Zu- und Abgänge der Bundesliga-Nordclubs

Alle Zu- und Abgänge der vier norddeutschen Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg, Werder Bremen, Hannover 96 und Hamburger SV zur und während der Saison 2015/2016 im Überblick. mehr