Stand: 26.09.2015 08:53 Uhr

Hannover 96 verpflichtet Bader

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Martin Bader wird neuer Geschäftsführer Sport bei 96.

Hannover 96 ist in der Bundesliga auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht, hat in puncto Personalpolitik aber endlich ein Ergebnis vermelden können. Martin Bader wird ab dem 1. Oktober als Geschäftsführer Sport die Geschicke des Clubs leiten. Der 47-Jährige, der zuletzt als Sportdirektor beim 1. FC Nürnberg tätig war und dort noch bis 30. September unter Vertrag steht, wird künftig die Bereiche Lizenz, Nachwuchsleistungszentrum, Marketing, Sponsoring und Fanbetreuung im Club verantworten. Über die Vertragsdauer wollte der Verein keine Angaben machen. "Ich freue mich sehr auf diese interessante Herausforderung. Ich habe 96 immer als toporganisierten Verein wahrgenommen, dessen Strukturen und Umfeld erstklassig sind - dem wollen wir mit dem Erreichen der sportlichen Ziele gerecht werden", sagte Bader, der auch erst am kommenden Donnerstag offiziell vorgestellt wird.

Sportdirektor-Posten noch zu besetzen

Somit ist Bader für die Arbeit im Hintergrund zuständig. Ansprechpartner für die Mannschaft und auch den Trainer soll weiterhin der Sportdirektor sein. Der Posten ist nach Dirk Dufners Abgang ebenfalls neu zu besetzen. Bader soll hier Mitspracherecht haben, wie Kind bereits vor der Einigung betont hatte. Ein Anwärter auf den Posten soll Oliver Kreuzer sein. Der frühere Bayern-Verteidiger ist durch seine Zeit beim Hamburger SV bereits krisenerprobt. Somit ist aber auch klar, dass die Trainer-Frage in Ermangelung anderer Entscheidungsträger in Kinds Verantwortung fällt. Potenzielle Frontzeck-Nachfolger gibt es auf dem Markt derzeit einige. Der Name Mirko Slomka fällt da fast reflexartig in Hannover. Der hatte die "Roten" vor gar nicht allzu langer Zeit zweimal in die Europa League geführt. Kind widersprach den Gerüchten: "Es gibt weder direkt noch indirekt, jedenfalls von mir beauftragt, Gespräche mit Mirko Slomka", sagte er "Sky".

Diskussionswürdige Kaderplanung

Aber in Hannover wird nicht nur über den Trainer, sondern auch über die Qualität im Kader diskutiert. Mittelfeldantreiber Lars Stindl und Angreifer Joselu wurden im Sommer abgegeben, aber kein adäquater Ersatz geholt. Kurz vor Ende der Transferperiode lehnte es Coach Michael Frontzeck sogar noch ab, Verstärkungen einzukaufen. "Ob das klug und richtig war, kann man natürlich diskutieren", sagte Kind. Fragwürdig ist allerdings auch das lange Festhalten des Club-Boss an Ex-Manager Dirk Dufner, der hauptverantwortlich für die Kaderplanung war, obwohl Kind immer wieder durchblicken ließ, mit der Arbeit Dufners nicht zufrieden zu sein. Die Personal- und Vereins-Politik des mächtigen Club-Präsidenten stößt bei vielen Fans schon lange auf Ablehnung. "Kind muss weg"-Rufe schallten neben "Frontzeck raus"-Sprechchören auch nach der Partie gegen Stuttgart durchs 96-Stadion.

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