Stand: 20.03.2017 15:49 Uhr

Hannover 96: Breitenreiter verbreitet Optimismus

Der Fußball-Zweitligist Hannover 96 hat sich am Montag mit sofortiger Wirkung von Daniel Stendel getrennt und am selben Tag einen neuen Trainer präsentiert. André Breitenreiter ist der neue Chefcoach der Niedersachsen. "Ich war überzeugt, dass wir jetzt nochmal etwas ändern müssen, um einen Reizpunkt zu setzen. Am Ende ist Fußball auch ein Ergebnissport und die sind in den letzten Wochen nicht so eingetroffen, wie wir uns das vorgestellt haben", sagte 96-Manager Horst Heldt bei der offiziellen Vorstellung Breitenreiters. Der freut sich, bei seinem Heimatverein angekommen zu sein. "Ich bin waschechter Hannoveraner, deswegen ist das hier eine Herzensangelegenheit für mich, sagte der 43-Jährige, der einen ligaunabhängigen Vertrag bis 2019 unterschrieben hat. Als Co-Trainer bringt er seinen langjährigen Weggefährten Volkan Bulut mit.

André Breitenreiter © dpa Fotograf: Peter Steffen

Breitenreiter: "Wollen am Rathaus feiern"

Der neue Trainer von Hannover 96, André Breitenreiter, hat bei seiner Vorstellung viel Optimismus versprüht. Manager Horst Heldt schilderte die Beweggründe für die Verpflichtung des 43-Jährigen.

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Schon zusammen auf Schalke gearbeitet

Der frühere 96-Profi Breitenreiter, 1992 DFB-Pokalsieger mit den Niedersachsen, wird die Mannschaft ab Dienstag auf das nächste Pflichtspiel in 14 Tagen gegen Union Berlin vorbereiten - einen der ärgsten Aufstiegskonkurrenten. Breitenreiter und Heldt hatten zuletzt in derselben Konstellation beim FC Schalke 04 zusammengearbeitet, ehe Breitenreiter im Mai 2016 bei den Gelsenkirchenern von Heldts Nachfolger Christian Heidel freigestellt wurde. Das in der Schlussphase auf Schalke angespannte Verhältnis zwischen Heldt und Breitenreiter sei aufgearbeitet und abgehakt, sagten beide rückblickend.

"André hat gezeigt, dass er als Trainer aufsteigen kann"

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André Breitenreiters Karriere in Bildern

André Breitenreiter hat als Fußball-Profi einige Erfolge gefeiert, aber auch manchen Rückschlag erlebt. Als Trainer ging es für den Langenhagener meist steil bergauf - auch mit Hannover 96? Bildergalerie

Breitenreiter möchte nur noch nach vorne blicken: "Es ist großartig und etwas Besonderes hier zu sein. Jetzt geht es darum, mit der Mannschaft an der Stabilität, Souveränität und auch der nötigen Lockerheit zu arbeiten, damit wir am Ende der Saison alle am Neuen Rathaus feiern können." Heldt setzt auf den 43-Jährigen. "André hat bereits gezeigt, dass er als Trainer aufsteigen kann", sagte der Manager mit Blick auf Breitenreiters Zeit als Coach beim SC Paderborn, den er 2014 in die Bundesliga geführt hatte. In Hannover werde er jetzt viele, viele Gespräche führen, um sich einen sehr guten Überblick zu verschaffen, sagte der neue Coach.

Heldt: "Sahen uns zu diesem Schritt gezwungen"

Heldt hatte Stendel die Freistellung am Montagmorgen persönlich mitgeteilt, wollte zu dem Gespräch aber keine weiteren Auskünfte geben. In der offiziellen Mitteilung des Vereins hatte der Manager von einem notwendigen Schritt gesprochen: "Hannover 96 hat in dieser Saison ein Ziel: der direkte Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga. Diesem Ziel müssen wir alle Entscheidungen unterordnen. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, sahen uns nach den Ergebnissen und den Auftritten der Mannschaft in den letzten Wochen aber zu diesem Schritt gezwungen." Stendel war am 4. April 2016 beim damaligen Bundesligisten Nachfolger des entlassenen 96-Trainers Thomas Schaaf geworden. Nach seinem Start als Interimscoach wurde der Ex-Profi 22 Tage später zum Cheftrainer ernannt.

Trennung von Stendel keine Überraschung

Kommentar

Stendel-Ablösung war notwendig

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Stendels Freistellung kommt nicht überraschend, wochenlang hielten sich bereits die Gerüchte um eine Ablösung. Der 42-Jährige war wegen der zuletzt schwachen Leistungen in die Kritik geraten, am vergangenen Sonnabend hatte 96 mit dem 0:0 im Nordduell beim abstiegsgefährdeten FC St. Pauli einen weiteren Rückschlag im Kampf um die von Clubchef Martin Kind geforderte sofortige Rückkehr in die Erste Liga erlitten. Als Vierter stehen die "Roten" erstmals seit dem 6. November nicht mehr auf einem Aufstiegsplatz.

Benefizspiel ausgerechnet gegen Schalke

Kurios: Am Donnerstag wird die neue sportliche Führung der Hannoveraner auf ihren alten Arbeitgeber treffen. Bereits vor zwei Wochen hatten die Niedersachsen ein Benefizspiel mit Schalke 04 für den 23. März vereinbart. Die Gelsenkirchener treten ab 18.30 Uhr in der 96-Arena an. Der Erlös soll der Sanierung von Fußballplätzen in der niedersächsischen Landeshauptstadt zugute kommen. "Es ist ja nur ein Testspiel. Lieber wäre es mir, es wäre ein Ligaspiel, aber so weit sind wir noch nicht", sagte Breitenreiter.

Video
43:41

Breitenreiter als neuer 96-Trainer vorgestellt

André Breitenreiter ist neuer Trainer beim Fußball-Zweitligisten Hannover 96. Die komplette Vorstellungs-Pressekonferenz des 43-Jährigen im Video. Video (43:41 min)

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 19.03.2017 | 22:50 Uhr

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