Stand: 19.02.2017 16:47 Uhr

Nachspielzeit-Schock: St. Pauli bleibt unten drin

von Florian Neuhauss, NDR.de

Es wäre der große Befreiungsschlag im Kampf gegen den Abstieg aus der Zweiten Liga gewesen, der FC St. Pauli hätte mit dem dritten Sieg in Folge endlich wieder Luft zum Atmen gehabt. Doch statt die 1:0-Führung nach Hause zu spielen, ließen sich die Gäste am Sonntag beim direkten Konkurrenten Arminia Bielefeld hinten einschnüren und kassierten in der Nachspielzeit noch das Gegentor zum 1:1 (0:0)-Endstand. "Das fühlt sich erst mal nicht gut an", sagte Trainer Ewald Lienen. "Aber wir haben wieder einen kleinen Schritt nach vorn gemacht. Jeder Punkt hilft." Letztmals über dem Strich stand seine Mannschaft nach dem siebten Spieltag. So bleibt es bei Platz 16, zumindest bis nächsten Montag, wenn der Karlsruher SC zum nächsten Abstiegskrimi in Hamburg antritt (20.15 Uhr/im NDR Livecenter).

Zwei Tore und eine riesige Chance

21.Spieltag, 19.02.2017 13:30 Uhr

  • A. Bielefeld
  • 1:1


  • FC St. Pauli

Tore: 0:1 Buchtmann (50.) 1:1 Klos (90.+3)
A. Bielefeld: Hesl - Görlitz, Behrendt, Börner, Schuppan - Schütz, Yabo (82. Hemlein) - Voglsammer, Brandy (59. Staude), Hartherz (55. Nöthe) - Klos
FC St. Pauli: Heerwagen - Dudziak, L. Sobiech, Hornschuh, Buballa - Nehrig, Flum - Sobota (80. Litka), Buchtmann, C. Sahin (80. Miyaichi) - Bouhaddouz (84. Gonther)
Zuschauer: 20426

Weitere Daten zum Spiel

Für beide Mannschaften ging es um ungemein viel, als 16. konnten die Kiezkicker jedoch abwartend ins Spiel gehen. Und mit der Spielgestaltung taten sich die Ostwestfalen, seit dem vorigen Wochenende einen Platz hinter den Hamburgern, sichtlich schwer. Bielefeld fand überhaupt kein Mittel gegen die gut stehenden Gäste. St. Pauli konzentrierte sich aber nicht nur auf die Defensive, bei Ballgewinnen ging's schnell nach vorne. In der sechsten Minute zog Spielmacher Christopher Buchtmann - weil Kyoung-Rok Choi und Mats Möller Daehli angeschlagen fehlten in der Startelf - von rechts nach innen. Nach einem Doppelpass mit Aziz Bouhaddouz stand er frei vor Wolfgang Hesl und überwand Arminias Keeper. Der Jubel währte aber nur kurz. Dem Treffer wurde genauso wie später dem von Waldemar Sobota (34.) wegen einer Abseitsstellung zu Recht die Anerkennung verwehrt.

So gab es in Hälfte eins tatsächlich nur eine echte Torchance. Sobota spazierte durchs Bielefelder Mittelfeld und hebelte mit einem Pass die ganze Abwehr aus. Bouhaddouz war durch, scheiterte aber im Duell Mann gegen Mann an Hesl (16.). Ansonsten lebte die Partie von der Spannung. Das Spiel, geprägt von vielen Nicklichkeiten, Fehlpässen und taktischen Fouls, ließ zu wünschen übrig.

Buchtmann bringt St. Pauli in Front

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Die St. Paulianer Christopher Buchtmann (l.) und Johannes Flum jubeln in Bielefeld.

Die St. Paulianer hatten sich die Führung trotzdem bereits redlich verdient, als der Ball wieder im Netz zappelte - und beim dritten Mal gab es keinen Zweifel am Treffer: Wieder konnte Sobota ungestört schalten und walten, sein Pass fand im Strafraum Buchtmann. Der "Zehner" legte sich den Ball seelenruhig auf den stärkeren Linken und schoss durch die Beine seines passiven Gegenspielers und an Hesl vorbei zum 1:0 ein (50.). Eine Antwort der Bielefelder blieb aus. Dafür fehlten Bouhaddouz nur Zentimeter, um die Kopfball-Vorlage von Lasse Sobiech über die Linie zu drücken (65.). Die Bielefelder konnten ihre Gäste bei deren Kontern nun kaum noch halten. Auch Cenk Sahin hätte auf 2:0 stellen können, scheiterte nach feinem Solo jedoch an Hesl (78.).

Nachspielzeit "stellt vieles auf den Kopf"

Lienen nahm in der Schlussphase Bouhaddouz vom Platz, um die Defensive zu stärken. Doch die Hereinnahme von Sören Gonther brachte den St. Paulianern keine Sicherheit. Vielmehr fehlte in der Folge die so wichtige Entlastung. Die Hausherren schnürten die Hamburger hinten ein - und kamen plötzlich zu Chancen. Aus dem Gewühl heraus landete der Ball bei Keanu Staude, Keeper Philipp Heerwagen rettete mit einem starken Reflex (87.). "Die lange Nachspielzeit erschließt sich mir nicht", kommentierte Lienen. "Damit wird vieles auf den Kopf gestellt." Fünf Extra-Minuten gab es - und in der dritten fiel der Ausgleich: Wieder bekamen die Gäste den Ball nicht weg, und Heerwagen diesmal nicht seine Hand ans Spielgerät. Arminia-Torjäger Fabian Klos stieß mit der Fußspitze dazwischen und drückte den Ball zum späten 1:1 über die Linie.

"Kiezkicker" verspielen Sieg in Minute 90+3

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