Stand: 11.01.2016 13:21 Uhr

Wolfsburgs Schürrle: "Wichtiges halbes Jahr"

Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hält sich auf dem Transfermarkt bislang merklich zurück. Das habe nichts mit dem Sparkurs beim Mutterkonzern Volkswagen zu tun, stellte Sportchef Klaus Allofs im "kicker" klar. Im Gegenteil: Der VfL habe gut gewirtschaftet, "wir hätten die finanziellen Möglichkeiten, etwas zu machen." Einen Groß-Transfer wie 2015 André Schürrle und 2014 Kevin De Bruyne werde es aber in diesem Winter tatsächlich nicht geben, erklärte Allofs: "Wir haben auch so die Qualität, um zu den besten vier Mannschaften in Deutschland zu gehören. Das muss herausgekitzelt werden. Da ist noch eine Menge Luft." Das gilt für die im Sommer verpflichteten Dante und Julian Draxler, vor allem aber für Schürrle, der die hohen Erwartungen in Wolfsburg bislang nicht erfüllen konnte und nun aber endlich durchstarten will.

Schürrle: Flügelflitzer, "Rockstar", WM-Held

Schürrle bereut Wechsel nach Wolfsburg nicht

Der Weltmeister geht mit seinen bislang durchwachsenen Leistungen in Wolfsburg durchaus selbstkritisch um: "Manchmal hatte ich es nicht verdient, in der Startelf zu stehen", sagte der 25-Jährige, der vor einem Jahr für 32 Millionen Euro vom FC Chelsea in die Bundesliga zurückgekehrt war, dem "kicker". In 29 Erstliga-Einsätzen erzielte der Offensivmann lediglich ein Tor. "Man hinterfragt natürlich alles, wenn es mal nicht so gut läuft. Das habe ich auch gemacht", räumte Schürrle ein. Seinen Wechsel nach Wolfsburg bereut er dennoch nicht: "Ich bin in diesem Fall aber immer zu der Antwort gekommen, dass es die richtige Entscheidung war." Das kommende halbe Jahr sei für ihn vor allem im Hinblick auf die EM sehr wichtig: "Es ist klar, dass wir bei der EM topfitte Spieler brauchen, die im Rhythmus sind."

Dante will Deutscher werden

Auch Abwehrspieler Dante konnte noch nicht voll überzeugen, einen Abschied schließt der Brasilianer aber aus. Zuletzt waren Gerüchte über einen möglichen Abgang Dantes im Sommer in die USA aufgekommen. "Dass ich im Sommer gehe, können Sie vergessen", sagte der 32-Jährige, der sogar darüber nachdenkt, wie sein Abwehrpartner Naldo die deutsche Staatsbürgerschaft zu erwerben: "Eine Sache steht fest: Meine Familie und ich wollen noch drei Jahre in Deutschland bleiben. Wir haben dann die Möglichkeit, hier eingebürgert zu werden. Wir bekommen jetzt bald unser drittes Kind, die anderen beiden sprechen perfekt Deutsch. Ich muss da auch an meine Familie denken, wir sind glücklich hier."

Felipe arbeitet an Comeback

Einen "Neuzugang" durften die Wolfsburger dann aber doch noch begrüßen: Beim jüngsten Testspiel in Cottbus (2:0) wechselte Trainer Dieter Hecking den Brasilianer Felipe ein - erstmals seit dessen Schlaganfall im Juli 2014. "Das war ein wunderbares Gefühl, einfach unglaublich, wieder mit meiner Mannschaft auf dem Platz zu stehen", erklärte der 28-Jährige, der jetzt weiter an seinem Comeback arbeiten will: "Der Einsatz war für mich nur der erste Schritt."

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