Stand: 24.01.2016 17:29 Uhr

Mensch Meier: Alexander der Große besiegt VfL

von Hanno Bode, NDR.de

Der VfL Wolfsburg bleibt in der Fremde ein gern gesehener Gast. Die Niedersachsen verloren am Sonntagnachmittag bei Eintracht Frankfurt mit 2:3 (1:0) und sind nun das auswärtsschwächste Team der Fußball-Bundesliga. Im Duell mit den abstiegsbedrohten Hessen war der Autoclub 45 Minuten lang phasenweise drückend überlegen. Nach dem Seitenwechsel wurde der Auftritt der "Wölfe" dann zunehmend fehlerbehaftet. Die Abwehr bekam keinen Zugriff mehr auf den in Hälfte eins nur körperlich anwesenden Alexander Meier. Die personifizierte Lebensversicherung der Eintracht traf dreimal (66., 73., 90.+3). Für die Gäste waren Dante (25.) und André Schürrle (79.) erfolgreich.

Meiers Hattrick lässt "Wölfe" heulen

Hecking-Team in Hälfte eins überlegen

Der VfL hinterließ zu Beginn einen mental und physisch frischeren Eindruck als Frankfurt. Das Team von Trainer Dieter Hecking trug seine Angriffe bis zum 16-Meterraum schnell und schnörkellos vor. Im Abschluss ließen die Niedersachsen die nötige Entschlossenheit zunächst aber vermissen. Der sehr bemühte Julian Draxler und die einzige Angriffsspitze Max Kruse scheiterten binnen weniger Sekunden aus guten Positionen an Eintrachts sehr aufmerksamen Schlussmann Lukas Hradecky (15.). Kurz darauf fand auch Daniel Caligiuri in dem finnischen Nationalkeeper seinen Meister (18.). Der 26 Jahre alte Sommerneuzugang von Bröndby IF war in den ersten 45 Minuten so ziemlich der einzige Eintracht-Profi in Normalform. Die Hausherren zeigten vor dem Seitenwechsel eine inspirationslose Offensivleistung. Und auch das oftmals sehr zögerliche und passive Defensivverhalten seiner Akteure missfiel dem früheren Wolfsburg-Coach Armin Veh sichtlich.

Dante trifft - Kruse und Caligiuri nicht

Sinnbildlich für den schläfrigen Frankfurter Auftritt war das Gegentor durch Dante. Der aufgerückte Innenverteidiger wurde bei einem Freistoß von Ricardo Rodriguez am zweiten Pfosten nur halbherzig von David Abraham beschattet und schloss im Stile eines Mittelstürmers mit einem wuchtigen Linksschuss ab. Im Anschluss an die hochverdiente Führung nahm die Dominanz der "Wölfe" noch zu. Der Pokalsieger machte sehr vieles richtig. Aber eben nicht alles. So vergaben Kruse (41.) und Caligiuri (42.) weitere hochkarätige Gelegenheiten kläglich. Bereits zur Pause hätte der VfL die Begegnung für sich entschieden haben können. Er hätte es eigentlich müssen.

Meier bestraft Wolfsburgs Chancenwucher

So aber konnte sich die Eintracht in der Pause sammeln und mit neuem Mut den zweiten Abschnitt angehen. Sie zeigte nach dem Wiederanpfiff tatsächlich ein anderes Gesicht und besaß kurz nach dem Seitenwechsel durch Stefan Aigner ihre erste nennenswerte Möglichkeit. Der Kopfball des Rechtsaußen stellte den bis dahin mehr oder minder beschäftigungslosen VfL-Torwarts Diego Benaglio jedoch vor keine großen Probleme. Beim Schuss des eingewechselten Mexikaners Marco Fabián musste der Schweizer dann gar nicht erst eingreifen. Der Versuch verfehlte recht deutlich das Ziel (50.). Auf der Gegenseite gingen die Gäste weiter verschwenderisch mit ihren Chancen um. So vermochte es der recht unauffällige Weltmeister Schürrle freistehend nicht, Hradecky aus wenigen Metern per Kopf zu überwinden (64.).

Eintracht wie ausgewechselt

18.Spieltag, 24.01.2016 15:30 Uhr

  • E. Frankfurt
  • 3:2


  • VfL Wolfsburg

Tore: 0:1 Dante (25.) 1:1 Meier (66.) 2:1 Meier (73.) 2:2 Schürrle (79.) 3:2 Meier (90.+3)
E. Frankfurt: Hradecky - Hasebe, Carlos Zambrano, Abraham, Oczipka - Aigner (90.+2 Ignjovski), Russ, Stendera, Huszti - Seferovic (46. Fabian), Meier
VfL Wolfsburg: Benaglio - Vieirinha, Naldo, Dante, Ricardo Rodriguez - Caligiuri (62. S. Jung), Träsch, Guilavogui, Draxler (86. Schäfer) - Kruse (78. Bendtner), Schürrle
Zuschauer: 35000

Weitere Daten zum Spiel

Die Strafe folgte auf dem Fuß. Praktisch im Gegenzug legte Aigner per Kopf auf Meier ab, der von Dante nicht am Abschluss gehindert werden konnte. Gegen den platzierten Rechtsschuss des Frankfurter Torjägers war Benaglio machtlos. Hecking war außer sich vor Zorn. Wolfsburgs Übungsleiter tobte und schrie und musste dabei mitansehen, wie der ehemalige VfL-Profi Marco Russ kurz darauf beinahe das 2:1 für die Hessen erzielt hätte. Glück für die "Wölfe", dass der Defensivmann keinen Druck hinter den Ball bekam und genau in die Arme von Benaglio zielte (68.). Die Eintracht war nun jedoch wie losgelöst, lief die Wolfsburger früh an und provozierte so ihre Fehler. Der Lohn für einen leidenschaftlichen Auftritt war der zweite Meier-Treffer. Diesmal drosch der 33-Jährige die Kugel aus 16 Metern genau in den von ihm aus gesehen rechten oberen Winkel. Erneut hatte Aigner mustergültig serviert, Dante im Vorlauf des Tores einen wichtigen Zweikampf verloren.

Entscheidung in der Schlussminute

Die Frankfurter Freude währte aber nur kurz. Genau genommen sechs Minuten. Dann flankte Sebastian Jung an alter Wirkungsstätte in die Mitte zu Schürrle, der dem Ball gut entgegenging und sofort abschloss - das 2:2. Die Norddeutschen waren dem Sieg hernach näher, ließen beste Möglichkeiten aber weiter fahrlässig aus (Schürrle/82., Naldo/86., Vieirinha/90.). So durfte Meier den Schlusspunkt unter eine turbulente Partie setzen. Wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff überwand der gebürtige Hamburger Benaglio mit einem platzierten Flachschuss zum dritten Mal.

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