Stand: 06.02.2016 18:10 Uhr

VfL Wolfsburg nur noch Mittelmaß

von Ines Bellinger, NDR.de
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Zauberfuß Johannes Geis (l.) zirkelte den Ball zum 2:0 ins Tor.

Die Krise beim VfL Wolfsburg nimmt beängstigende Ausmaße an. Der Champions-League-Achtelfinalist verlor am Sonnabend beim FC Schalke 04 hochverdient mit 0:3 (0:2) und ist in der Bundesliga nun seit sieben Spielen ohne Sieg. Den letzten Dreier holten die "Wölfe" am 21. November beim 6:0 gegen Werder Bremen. Statt erneut im Kampf um die Champions-League-Plätze mitzumischen, muss sich die auswärtsschwächste Mannschaft der Liga langsam nach unten orientieren. Manager Klaus Allofs meinte: "Die Ziele sind erst mal in weite Ferne gerückt. Aber ich denke trotzdem, dass wir es noch schaffen können." Mit 27 Punkten hat der VfL noch acht Punkte Vorsprung auf die abstiegsbedrohten Bremer auf dem Relegationsplatz. Ausschlaggebend für die Pleite in Gelsenkirchen war das desolate Abwehrverhalten der Wolfsburger, die zudem kaum Torgefahr entwickelten. Weltmeister Julian Draxler spielte bei seiner Rückkehr ins Revier mit angezogener Handbremse und wäre angesichts gellender Pfiffe bei jeder Ballberührung wohl am liebsten im Erdboden versunken. "Es war wie erwartet. Natürlich tut das weh, aber ich kann den Unmut der Fans auch verstehen", sagte Draxler

VfL-Abwehr lädt Huntelaar ein

20.Spieltag, 06.02.2016 15:30 Uhr

  • FC Schalke 04
  • 3:0


  • VfL Wolfsburg

Tore: 1:0 Huntelaar (24.) 2:0 Geis (35.) 3:0 Schöpf (87.)
FC Schalke 04: Fährmann - Caicara, Matip, Neustädter, Kolasinac - Goretzka, Geis (90. Kehrer) - Sané, Meyer (78. Belhanda), Choupo-Moting (80. Schöpf) - Huntelaar
VfL Wolfsburg: Benaglio - S. Jung, Naldo, Knoche, Ricardo Rodriguez - Guilavogui (85. Schäfer) - Vieirinha, Kruse (66. Bruno Henrique), Draxler, Caligiuri - Bendtner (81. Putaro)
Zuschauer: 61483

Weitere Daten zum Spiel

Trainer Dieter Hecking hatte dem formschwachen Abwehrspieler Dante eine Denkpause verordnet. Für ihn spielte Robin Knoche - zum ersten Mal seit Mai vergangenen Jahres. Und man merkte dem Innenverteidiger die fehlende Spielpraxis auf höchstem Niveau deutlich an. Nachdem Wolfsburg durch Sebastian Jung nach schönem Doppelpass mit Max Kruse (9.) und Daniel Caligiuri mit einem Lattenknaller aus 25 Metern (22.) zwei hochkarätige Chancen vertan hatte, brannte es im Abwehrzentrum mehrfach lichterloh. So fühlte sich auch keiner für Klaas Jan Huntelaar zuständig, als der 30 Meter vor dem Tor von Junior Caicara angespielt wurde. Der Niederländer lief ein paar Schritte, bemerkte zu seinem Erstaunen, dass Naldo und Knoche auf Scheunentorbreite auseinanderstanden und hielt aus 20 Meter einfach mal drauf. Der Ball setzte kurz vor VfL-Keeper Diego Benaglio noch auf und zischte ins linke Eck (24.).

Guilavogui überfordert

Es war nicht das letzte Mal, dass sich zentral vor dem Wolfsburger Tor riesige Lücken auftaten. Josuha Guilavogui, in Abwesenheit des gelbgesperrten Luiz Gustavo einziger "Sechser", schaffte es nicht, selbige zu stopfen. Die Verteidiger versuchten deshalb, mit Fouls außerhalb des Strafraums die Gefahr zu bannen. Doch Schalke hat einen genialen Freistoßschützen in seinen Reihen. Als Knoche Torjäger Huntelaar 25 Meter vor dem VfL-Tor regelwidrig stoppte, trat Johannes Geis an und schlenzte den Ball über die Mauer als Aufsetzer direkt neben den linken Innenpfosten - unerreichbar für Benaglio (35.).

Bundesliga-Debüt für Bruno Henrique und Putaro

0:2 zur Pause - Hecking stabilisierte zunächst die Defensive. Er beorderte Vieirinha auf die Rechtsverteidiger-Position und Jung ins defensive Mittelfeld. Das half. Die Wolfsburger gewannen jetzt mehr Zweikämpfe, an Ideen im Spielaufbau mangelte es aber weiterhin. Der gehemmte Draxler sehnte das Ende seines Spießrutenlaufs herbei. Bei Nicklas Bendtner, der für den verletzten André Schürrle (Adduktorenprobleme) stürmte, und Kruse kamen kaum verwertbare Bälle an. Hecking ersetzte den glücklosen Kruse nach 66 Minuten durch Neuzugang Bruno Henrique aus Brasilien. Und auch U-19-Stürmer Leandro Putaro kam zu seinem Bundesliga-Debüt (81.). Sie mühten sich redlich, doch es war zu wenig, um die "Königsblauen" noch in Verlegenheit zu bringen. Mit dem beruhigenden Vorsprung im Rücken taten die Gastgeber nicht mehr als nötig, aber gegen einen VfL Wolfsburg, der von seinen eigenen Ansprüchen weit entfernt bleibt, reichte das immerhin noch für das 3:0 durch den eingewechselten Alessandro Schöpf (87.).

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