Stand: 03.11.2015 22:39 Uhr

Ohne Plan: Wolfsburgs Weiterkommen wackelt

von Johannes Freytag, NDR.de
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Wolfsburgs Bas Dost (l.) blieb in Eindhoven blass, bekam kaum verwertbare Bälle.

Der VfL Wolfsburg muss in der Champions League um den Einzug in das Achtelfinale bangen. Am Dienstagabend unterlag die Elf von Trainer Dieter Hecking bei der PSV Eindhoven 0:2 (0:0). Die Niedersachsen, die in der Offensive jegliche Durchschlagskraft vermissen ließen, sind in der Vorrundengruppe B nach vier Spieltagen nun punktgleich mit dem niederländischen Erstligisten. Aufgrund der weniger erzielten Tore ist der Bundesligist derzeit aber nur Tabellendritter. Zwei Zähler dahinter rangiert ZSKA Moskau, das 0:1 bei Manchester United unterlag. Am 25. November steht für die "Wölfe" in Moskau die nächste Auswärtsaufgabe an. Wir haben uns zu wenig Chancen herausgespielt. Das können wir besser", erklärte VfL-Torjäger Bas Dost nach der Partie: "So ein Spiel darf man normalerweise nicht verlieren, jetzt wird es schwer."

0:2 - "Wölfe" in Eindhoven ideenlos

Draxler wieder nur auf der Bank

PSV Eindhoven - VfL Wolfsburg 2:0 (0:0)

Tore: 1:0 Locadia (55.), 2:0 de Jong (86.)
Eindhoven: Zoet - Arias, Bruma, Moreno, Brenet - Pröpper, Guardado - Maher (73. Hendrix) - Narsingh (82. Pereiro) , de Jong - Locadia (73. Isimat)
Wolfsburg: Benaglio - Jung, Naldo, Klose, Rodriguez - Luiz Gustavo, Guilavogui (69. Draxler) - Caligiuri, Arnold, Schürrle (64. Vieirinha) - Dost (69. Bendtner)
Zuschauer: 35.000

Hecking hatte mit seiner Startaufstellung ein paar Überraschungen parat: Julian Draxler, der Siegtorschütze gegen Leverkusen, saß erneut nur auf der Bank: Maximilian Arnold rückte von der Sechserposition in die Zentrale im offensiven Mittelfeld, Josuha Guilavogui übernahm den defensiven Part. Ebenso überraschend war, dass die Vierer-Abwehrkette gegenüber dem Bundesliga-Auftritt unverändert blieb: Der wiedergenesene Christian Träsch blieb ebenso draußen wie Innenverteidiger Dante. Den erwarteten Wechsel gab es allerdings im Sturm: Bas Dost startete für Nicklas Bendtner. Die PSV versuchte vom Anpfiff weg die Partie zu bestimmen, machte viel Druck - ohne zunächst das Tor von Diego Benaglio ernsthaft zu gefährden. Der VfL versuchte es mit schnellem Umschaltspiel, aber die Defensive der Niederländer stand sicher, sodass Strafraumszenen Seltenheitswert hatten. Es dauerte bis zur 17. Minute, ehe die erste große Torchance des Spiels zu verzeichnen war: Der frühere HSV-Profi Jeffrey Bruma zog aus knapp 30 Metern ab, Benaglio bekam aber noch die Fingerspitzen an den Ball und wehrte zur Ecke ab. Auf der Gegenseite kam Dost einen Schritt zu spät gegen PSV-Keeper Jeroen Zoet (21.).

VfL offensiv schwach, PSV mit mehr Chancen

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Mit zunehmender Spieldauer offenbarten die Wolfsburger allerdings überraschende Schwächen im Aufbauspiel. André Schürrle und Daniel Caligiuri spielten viele Pässe zu ungenau, Arnold hatte zu viel mit Gegenspieler Andres Guardado zu tun, um die VfL-Offensive ankurbeln zu können. Dost bekam in der Sturmspitze kaum einen verwertbaren Ball. Wesentlich gefährlicher hingegen waren die Hausherren aus Eindhoven: Die "Wölfe" durften sich bei Keeper Benaglio bedanken, dass es mit einem 0:0 in die Halbzeitpause ging. Zunächst war der Schweizer vor dem einschussbereiten Luciano Narsingh zur Stelle (29.), dann riskierte er Kopf und Kragen gegen den heranrauschenden Jürgen Locadia (32.) und hielt später einen Schuss des PSV-Stürmers im Nachfassen fest (44.).

Locadia und de Jong treffen für die PSV

Zehn Minuten waren im zweiten Spielabschnitt gespielt, als die Hausherren verdientermaßen in Führung gingen: Luuk de Jong bediente Locadia - und diesmal entschied der Niederländer das Duell gegen Benaglio für sich - am VfL-Keeper vorbei schob er den Ball zum 1:0 für die PSV ins Tor (55.). Hecking reagierte und brachte Vieirinha für Schürrle (64.) und wenige Minuten später auch Draxler und Bendtner (69.). Sollte der VfL-Coach wieder ein glückliches Händchen mit seinen Einwechslungen haben? Die "Wölfe" hatten zumindest mehr Spielkontrolle, die besseren Torchancen aber weiter die Eindhovener: Adam Maher köpfte freistehend vom Elfmeterpunkt am Tor vorbei (70.). Die PSV zog sich nun weit zurück, lauerte auf Konter. Den Niedersachsen gelang es nicht, den Defensivriegel zu knacken. Einzig Naldo hatte noch ein Tor auf dem Fuß, scheiterte aber an Zoet (82.). Auf der Gegenseite machte de Jong mit einem Heber über Benaglio hinweg alles klar für die Gastgeber (86.), die damit den direkten Vergleich mit dem VfL egalisierten. Vor zwei Wochen hatte Wolfsburg sein Heimspiel gegen die PSV mit 2:0 für sich entschieden.

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