Stand: 25.05.2017 23:13 Uhr

Relegation: Wolfsburg legt gegen Braunschweig vor

von Johannes Freytag, NDR.de

Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hat das erste Relegationsduell mit Zweitligist Eintracht Braunschweig für sich entschieden. Im eigenen Stadion gewannen die "Wölfe" am Donnerstagabend 1:0 (1:0) gegen den Landesrivalen. Nationalstürmer Mario Gomez sorgte mit einem höchst fragwürdigen Handelfmeter für den einzigen Treffer der Partie, in der beide Teams vor allem kämpferisch überzeugten. Spielerische Glanzpunkte bekamen die 29.100 Zuschauer in der ausverkauften Wolfsburger Arena kaum zu sehen.

"Ich hätte gerne einen höheren Sieg gesehen", erklärte VfL-Coach Andries Jonker nach der Partie. Braunschweigs Torsten Lieberknecht haderte mit dem Elfmeterpfiff: "Deswegen hasse ich die Relegation. Wegen einer solchen Fehlentscheidung ist vielleicht die ganze Saison am Arsch." Das entscheidende Rückspiel findet am Montag (20.30 Uhr, live im Ersten und im Livecenter bei NDR.de) in Braunschweig statt.

Dejagah erstmals im VfL-Kader

Auf Wolfsburger Seite fehlten nach dem 1:2 beim HSV die verletzten Sebastian Jung und Jakob Blaszczykowski, dafür standen Christian Träsch und Daniel Didavi in der Startelf. Erstmals seit seiner Rückkehr nach Wolfsburg zählte Ashkan Dejagah zum VfL-Kader und saß auf der Bank. Braunschweig begann mit vier Veränderungen gegenüber dem 2:1 gegen Karlsruhe: Quirin Moll, Jan Hochscheidt, Nik Omladic und Onel Hernandez ersetzten Salim Khelifi, Domi Kumbela (beide Bank), Julius Biada und Suleiman Abdullahi (nicht im Kader).

Standardfestival in Wolfsburg

Das Duell der Landesrivalen war geprägt von vielen Zweikämpfen. Immer wieder unterbrachen Freistöße den Spielfluss. Die sorgten allerdings oft für Torgefahr: Zunächst sprangen Yannick Gerhardt und Luiz Gustavo nur knapp an einer Hereingabe von Yunus Malli vorbei (2.), dann ließ Wolfsburgs Keeper Koen Casteels nach einem Omladic-Freistoß den Ball fallen - Schiedsrichter Sascha Stegemann (Niederkassel) entschied jedoch auf Foulspiel von Christoffer Nyman (5.). Drei weitere Freistöße von Malli fanden ebensowenig den Weg ins Tor, einmal verpasste Gomez (11.), zweimal packte Braunschweigs Keeper Jasmin Fejzic sicher zu (15., 20.). Die erste herausgespielte Chance der Partie hatte Braunschweig: Nach einem Konter chippte Nyman den Ball gefühlvoll in den Fünfmeterraum, wo Mirko Boland allerdings unbedrängt neben das Tor köpfte (23.).

Zwei Fehlentscheidungen sorgen für VfL-Führung

Der VfL hatte mehr Ballbesitz, Braunschweig hielt mit Kampfgeist dagegen und geriet dann auf ganz bittere Art in Rückstand. Nach einer Hereingabe hatte Gomez im Luftduell mit Gustav Valsvik die Hand im Spiel, der Ball landete bei Malli, und dessen Direktabnahme traf aus kurzer Distanz im Strafraum den sich wegdrehenden Valsvik am Arm - trotz aller Braunschweiger Proteste entschied Schiedsrichter Stegemann auf Handelfmeter. Gomez verwandelte trocken zum 1:0 für den VfL (35.). Kurz vor dem Pausenpfiff hatte dann Wolfsburg seine erste Torchance aus dem Spiel heraus, Fejzic war aber vor Gerhardt am Ball (43.).

Braunschweig kämpft, Wolfsburg verwaltet

1.Spieltag, 25.05.2017 20:30 Uhr

  • VfL Wolfsburg
  • 1:0


  • Braunschweig

Tore: 1:0 Gomez (35., Handelfmeter)
VfL Wolfsburg: Casteels - Träsch, Knoche, Wollscheid, Gerhardt - Guilavogui (72. Arnold), Luiz Gustavo - Malli, Didavi (83. Dejagah), Ntep (46. Vieirinha) - Gomez
Braunschweig: Fejzic - Sauer, Decarli, Valsvik, K. Reichel - Moll (60. Schönfeld), Boland - Omladic, Hochscheidt - Nyman (60. Kumbela / 72. Zuck), Hernández
Zuschauer: 29100

Weitere Daten zum Spiel

Vier Minuten nach Wiederanpfiff hatte der VfL die nächste gute Gelegenheit. Doch Didavi traf nach feinem Pass von Malli aus spitzem Winkel nur das Außennetz (49.). Die Wolfsburger drängten auf den zweiten Treffer und schnürten den Zweitligisten phasenweise in dessen Hälfte ein. Fejzic wehrte mit einem großartigen Reflex einen Kopfball von Gomez ab (54.) und war auch gegen Didavi zur Stelle (58.). Mit frischen Kräften versuchte BTSV-Coach Lieberknecht, seiner wirkungslosen Offensive neuen Geist einzuhauchen - Kumbela und Patrick Schönfeld kamen ins Spiel (60.). Die Maßnahme verpuffte, weil Kumbela schon zwölf Minuten später verletzt vom Platz humpelte - Hendrick Zuck ersetzte den Deutsch-Kongolesen.

Die Partie verflachte nun zusehends: Braunschweig wirkte kräftemäßig am Ende. Auf der anderen Seite verwaltete Wolfsburg den knappen Vorsprung. Einmal brandete noch Jubel auf, als Dejagah zu seinem Saisondebüt für die "Wölfe" kam (82.). Aber auch der Deutsch-Iraner brachte keine Impulse mehr. Ein Distanzsschuss von Ken Reichel in der Nachspielzeit sorgte noch einmal für ein wenig Aufregung, aber Casteels war auf dem Posten (90.+1).

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 25.05.2017 | 22:40 Uhr

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