Stand: 15.11.2017 19:52 Uhr

VfL-Frauen stehen im Königsklassen-Viertelfinale

Olympiasiegerin Alexandra Popp (r.) blieb bei Wolfsburgs 3:3 gegen Florenz ohne Torerfolg.

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg sind wie erwartet in die Runde der letzten Acht der Champions League eingezogen. Der Double-Gewinner kam im Achtelfinal-Rückspiel gegen den krassen Außenseiter AC Florenz am Mittwochabend vor heimischer Kulisse zwar nicht über ein 3:3 (2:1) hinaus. Den Grundstein fürs Weiterkommen hatte der Tabellenzweite der Bundesliga aber in der Vorwoche mit einem 4:0-Auswärtserfolg beim italienischen Meister gelegt. Tessa Wullaert (30., 33.) und Sara Björk Gunnarsdottir (71.) waren für die Niedersächsinnen erfolgreich. Ilaria Mauro (2.), Precellia Rinaldi (60.) sowie Ellie Jade Brazil (80.) trafen für Florenz. Die Auslosung für die Runde der letzten Acht (21./22. und 28./29. März 2018) sowie der Halbfinals findet am 24. November in Nyon statt. Das Endspiel steigt am 24. Mai 2018 in Kiew.

Coach Lerch rotiert vier Stars auf die Bank

"Wölfinnen"-Trainer Stephan Lerch hatte ob des beruhigenden Vorsprungs einigen seiner Leistungsträgerinnen eine Verschnaufpause gegönnt. So saßen unter anderem Kapitänin und Abwehrchefin Nilla Fischer, Mittelfeldantreiberin Gunnarsdottir, Außenangreiferin Caroline Hansen sowie Topstürmerin Pernille Harder zunächst auf der Bank. Die zuletzt im Bundesliga-Duell mit Frankfurt (1:0) überragende Ewa Pajor (Oberschenkelprobleme) stand aus Vorsichtsgründen ebenso wie die verletzte Nationalspielerin Isabel Kerschowski gar nicht erst im Kader.

Erst der Schock, dann ein Wullaert-Doppelpack

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Die VfL-Frauen bejubelten drei Tore, schenkten einen Sieg aber am Ende her.

Zumindest in den Anfangsminuten schien es so, als könne der Königsklassen-Sieger von 2013 und 2014 das Fehlen dieser wichtigen Spielerinnen nicht kompensieren. Die Niedersächsinnen hatten einige Abstimmungsprobleme und gerieten nach 120 Sekunden durch Mauro in Rückstand. Ging da doch noch etwas für den krassen Außenseiter? Florenz-Coach Sauro Fattori hatte im Vorfeld der Begegnung ja keine Zweifel daran gelassen, noch Hoffnung auf die Sensation zu haben: "Wir sind nicht zum Picknick machen hierher gekommen."

Tatsächlich legte die Fiorentina viel Leidenschaft in die Waagschale, konnte ihre individuelle Unterlegenheit damit aber nur zeitweise kaschieren. Minütlich nahm die Dominanz der Wolfsburgerinnen nach dem 0:1 zu und schlug sich zur Halbzeit auch im Ergebnis nieder. Zwei Treffer von der sehr präsenten und beweglichen Wullaert sorgten für die 2:1-Führung der Lerch-Elf. Zunächst verwandelte sie im Nachschuss einen an Alexandra Popp verursachten Strafstoß, dann war die Belgierin nach Vorlage von Anna Blässe erfolgreich.

Gunnarsdottir trifft wenige Sekunden nach Einwechslung

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Gastgeberinnen tonangebend, vermochten es aber zum wiederholten Male in dieser Saison nicht, ihre Überlegenheit in Zählbares umzumünzen. Weitaus effizienter als der Titelmitfavorit war da schon Florenz, das mit seiner ersten guten Chance in Abschnitt zwei gleich zum Ausgleich kam. Rinaldi verwertete eine Vorlage von Mauro. Zu diesem Zeitpunkt hatte Lerch bereits Hansen und Harder für Wullaert und Popp auf den Rasen geschickt. In der 70. Minute wechselte der Übungsleiter dann auch noch Gunnarsdottir für Lena Goeßling ein. Und die Isländerin war gerade ein paar Sekunden auf dem Feld, als sie von Hansen gut in Szene gesetzt wurde und zum 3:2 traf. Doch auch vom abermaligen Rückstand ließ sich die Fiorentina nicht beeindrucken. Die Italienerinnen spielten weiter locker auf und bestraften die nachlässige VfL-Abwehrarbeit in Person von Brazil ein drittes Mal. Das Tor der 18-jährigen Engländerin war der Schlusspunkt eines unterhaltsamen Fußball-Abends, den der deutsche Meister in Bestbesetzung vermutlich erfolgreicher hätte bestreiten können...

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 15.11.2017 | 22:40 Uhr

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