Stand: 20.03.2016 15:52 Uhr

VfL-Frauen nach Sieg im Topspiel auf Kurs

von Ines Bellinger, NDR.de

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben das Bundesliga-Topspiel gegen den 1. FFC Frankfurt gewonnen und sind auf dem besten Weg, sich erneut für die Champions League zu qualifizieren. Die spielerisch besseren VfL-Frauen gewannen am Sonntag nach einer turbulenten Schlussphase mit 3:1 (1:1) und zogen damit in der Tabelle am Champions-League-Sieger aus Hessen vorbei. Auch im laufenden Wettbewerb in der Königsklasse sind die Wolfsburgerinnen noch gut dabei. Am kommenden Mittwoch steht das Viertelfinal-Hinspiel gegen den italienischen Außenseiter ACF Brescia an (18 Uhr), Frankfurt spielt gegen Rosengard. Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann stand trotz einen Bandscheibenvorfalls 90 Minuten an der Seitenlinie. "Ich bin sehr zufrieden, unser Plan ist aufgegangen, aber wir sind noch nicht durch", sagte er bei "DFB-TV". Kellermanns Protest gegen die Ansetzung von Schiedsrichterin Christine Baitinger hatte vor der Partie für viel Wirbel gesorgt. Die Unparteiische aus Friesenheim lieferte keinerlei Anlass für neuerliche Kritik. Im Gegenteil.

Hansen-Doppelpack lässt "Wölfinnen" jubeln

Spielgestalter in der Defensive

VfL Wolfsburg - 1. FFC Frankfurt 3:1 (1:1)

Tore: 0:1 Marozsan (23.), 1:1 Hansen (34.), 2:1 Hansen (79./Foulelfmeter), 3:1 Jakabfi (90.+3)
Rote Karte: Schumann (76.) nach Notbremse
Zuschauer: 2.103
VfL Wolfsburg: Schult - Dickenmann, Fischer, Goeßling, Peter - Blässe (46. Wullaert), Simic, Bussaglia, Kerschowski (63. Bachmann) - Hansen (87. Jakabfi), Popp
1. FFC Frankfurt: Schumann - Hendrich, Kuznik, Prießen (78. Preuß), Crnogorcevic (8. Störzel) - Bartusiak, Marozsan - Garefrekes, van Egmond (59. Groenen), Laudehr - Islacker

Beide Trainer warteten mit einigen überraschenden Personalentscheidungen auf. Kellermann zog Lena Goeßling erneut neben Nilla Fischer in die Innenverteidigung zurück, Babett Peter spielte hinten links. Bei Ballbesitz rückte zudem Rechtverteidigerin Lara Dickenmann weit nach vorn. Auf der Doppel-Sechs bekam Julia Simic eine Chance neben Elise Bussaglia, im linken Mittelfeld durfte die zuletzt wieder für die Nationalmannschaft nominierte Isabel Kerschowski ran. Alexandra Popp stürmte neben Caroline Hansen, Ramona Bachmann stand nicht in der Startelf. Frankfurts Coach Matt Ross verhalf Torhüterin Desiree Schumann überraschend zum Comeback. Dzsenifer Marozsan agierte neben Saskia Bartusiak im defensiven Mittelfeld. Die FFC-Spielmacherin konnte damit weniger Impulse in der Vorwärtsbewegung setzen.

Ausgleich nach Hansen-Solo

Die Partie war zu Beginn von taktischem Geplänkel gezeichnet. Die erste große Chance spielten sich die Gastgeberinnen in der 22. Minute heraus. Popp flankte von der linken Seite, im Zentrum verpasste Hansen, die am langen Pfosten heranpreschende Anna Blässe scheiterte an Schumann. Wie aus dem Nichts fiel im Gegenzug das Führungstor für die Gäste. Wolfsburg bekam den Ball nicht aus dem Strafraum, und Marozsan jagte ihn aus spitzem Winkel ins kurze Eck (23.) - VfL-Keeperin Almuth Schult sah dabei nicht gut aus. Eine glückliche Führung, die nicht bis zur Pause hielt. Hansen startete einen Sololauf, ließ an der Strafraumgrenze zwei Frankfurterinnen aussteigen und vollendete mit einem Flachschuss aus 15 Metern ins linke Eck (34.).

Rot und Foulelfmeter entscheiden Partie

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Rote Karte beim Comeback: FFC-Torhüterin Desiree Schumann.

Nach der Pause kam bei den Wolfsburgerinnen Stürmerin Tessa Wullaert für Blässe - und mit ihr neuer Schwung. Zwar setzte Frankfurts Torjägerin Mandy Islacker mit einem Volleyschuss an die Latte das erste Achtungszeichen in der zweiten Hälfte (51.), doch dann wurde Wolfsburg immer stärker. Hansen scheiterte erst nach feiner Vorarbeit von Simic an Schumann (51.) und konnte später einen Traumpass von Popp nicht verwerten (71.), Wullaert jagte eine Kopfball-Ablage von Popp knapp über das Tor (59.). Eine Notbremse nach einem Wolfsburger Konter brachte schließlich die Entscheidung. FFC-Keeperin Schumann holte die eingewechselte Bachmann an der Strafraumgrenze von den Füßen und sah Rot. Hansen blieb beim fälligen Foulelfmeter gegen Anke Preuß eiskalt und sicherte die vielleicht wichtigsten drei Punkte in dieser Saison (79.). In der Nachspielzeit gelang der eingewechselten Zsanett Jakabfi noch das dritte Tor (90.+3).

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