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"Uns Uwe": Ein Idol für alle

Beliebt, bescheiden, bodenständig und auch heute noch eines der größten Fußball-Idole in Deutschland: Uwe Seeler. Der Hamburger Ehrenbürger blieb seiner Stadt, vor allem aber seinem geliebten Hamburger SV Zeit seines Lebens treu. Uwe Seelers Leben in einer Multimedia-Dokumentation von NDR.de.

 

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Jugend

Sohn einer Sportlerfamilie

Uwe Seeler wird am 5. November 1936 in Hamburg-Eppendorf geboren. Sein Vater Erwin (hier im Bild) ist Hafenarbeiter und ein Idol der Arbeitersportler, der sich allerdings den bürgerlichen Clubs SC Victoria (1932) und dem HSV (1938) anschließt. Mutter Anny ist eine begabte Schwimmerin und Handballerin. Uwes Bruder Dieter ist fünf, Schwester Gertrud ("Purzel") drei Jahre älter. Die beiden Seeler-Söhne lernen das Fußballspielen wie fast alle Jungs ihrer Generation auf der Straße.

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Jugend

Kicken auf der Straße

Die Seeler-Brüder verbringen fast jede freie Minute mit Fußballspielen. Blessuren bleiben dabei nicht aus. Aber Klagen über Schmerzen hört "Vadder" Erwin gar nicht gern.

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Jugend

Die Anfänge beim HSV

Seit 1946 spielt Uwe in der Jugend des HSV. Die gut zwölf Kilometer zum Trainingsgelände fährt er fast immer gemeinsam mit Verteidiger Gerd Krug (im Bild links neben Seeler) per Fahrrad. Trainer Günter Mahlmann bleibt auch im Herrenbereich Seelers Coach. Er übernimmt 1954 die HSV-Oberligamannschaft.

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Jugend

Ein Hamburger Jung' spielt sich in den Vordergrund

Bei einem internationalen Jugendturnier im Frühjahr 1954 macht der damals 17 Jahre alte Seeler überregional auf sich aufmerksam. Der Mittelstürmer schießt für die deutsche Auswahl 13 der 20 Tore. Sein Debüt in der ersten Mannschaft des HSV hatte er bereits im August 1953 gefeiert. In der A-Nationalmannschaft läuft Seeler am 16. Oktober 1954 erstmals auf. Der knappe Kommentar von HSV-Trainer Mahlmann: "Klasse, Dicker!"

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Die 1950er

Publikumsliebling, Rackerer, Kopfball-Phänomen

Der HSV ist seit Mitte der 1950er-Jahre eine der besten Mannschaften in Deutschland, ihr Star ist Uwe Seeler. Nicht nur die Hamburger Zuschauer lieben den Mittelstürmer. Überall hallen die "Uwe, Uwe"-Rufe durch die Stadien. Warum ist Seeler derart populär? Was macht ihn zu einem der besten Fußballer Europas? Weggefährten geben eine Einschätzung.

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Warum eigentlich "Uns Uwe"?

Für die Hamburger ist Seeler "Uns Uwe". Ein Idol, ein Mann des Volkes. Doch wie ist der Ausdruck "Uns Uwe" eigentlich entstanden? Seelers Freund und ehemaliger Nationalmannschaftskollege Max Lorenz kennt die Antwort.

Die 1950er

Hochzeit mit Ilka 1959

Am 18. Februar 1959 heiraten Uwe Seeler und Ilka Buck in Eppendorf. Ilka ist als Handballerin beim HSV aktiv. Auf einem Silvesterball 1953 lernen sich Uwe und Ilka kennen und werden wenig später ein Paar. Seit mehr als 50 Jahren leben die Seelers in ihrem Haus in Norderstedt. Drei inzwischen erwachsene Töchter hat das Ehepaar hier großgezogen.

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Die 1950er

Rendezvous im Tierpark Hagenbeck

Ilka Seeler erzählt 2011 im Gespräch mit Bettina Tietjen von den ersten Treffen mit Uwe.

Die 1960er

Das Meisterjahr 1960

In der Oberliga Nord hat der HSV keinen ernsthaften Konkurrenten und wird Jahr für Jahr norddeutscher Meister. Zum ganz großen Erfolg reicht es zunächst aber nicht. 1957 (1:4 gegen Dortmund) und 1958 (0:3 gegen Schalke) verlieren die Hamburger das Endspiel um die deutsche Meisterschaft. 1960 gelingt schließlich der große Triumph. Zunächst erzielt Seeler in der Zwischenrunde gegen Westfalia Herne und Nationalkeeper Hans Tilkowski das "Tor des Jahrhunderts". Beim 3:2-Finalsieg gegen den 1. FC Köln markiert er zwei Treffer. Am Jahresende wird Seeler zum ersten Fußballer des Jahres in Deutschland gewählt.

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Die 1960er

Das "Tor des Jahrhunderts"

Westfalia Hernes Torwart Hans Tilkowski erinnert sich an Seelers spektakulären Treffer im Volksparkstadion.

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Die 1960er

Meisterschaftsfinale gegen Köln

In Frankfurt am Main setzt sich der HSV am 25. Juni 1960 im Endspiel um die deutsche Meisterschaft gegen Köln durch. Seeler ist wieder einmal der beste Mann auf dem Platz und schießt zwei Tore.

Die 1960er

Das "magische Trio" des Hamburger SV

Torjäger Seeler (M.) und seine wichtigsten Mitspieler bei der Meisterfeier im Stadion am Rothenbaum: Gert "Charly" Dörfel (l.) ist nicht nur der Spaßvogel im Team, sondern auch einer der besten Linksaußen Deutschlands. Seine Flanken landen fast immer zentimetergenau bei Seeler. Klaus Stürmer (r.) ist das Hirn im Hamburger Mittelfeld und Uwes bester Freund. "Die Zwillinge" werden sie genannt. Stürmer verlässt den HSV jedoch ein Jahr nach dem Titelgewinn Richtung Schweiz. 1971 stirbt er im Alter von nur 35 Jahren an einer Krebserkrankung.

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Die 1960er

Europacup-Premiere mit unvergessenen Spielen

Durch den Gewinn der Meisterschaft ist der HSV erstmals für den Europacup qualifiziert. Gegen den englischen Meister FC Burnley setzt es im Viertelfinal-Hinspiel ein 1:3. Kaum jemand räumt den Hamburgern noch eine Chance aufs Weiterkommen ein. Doch Seeler und Co. siegen im März 1961 im Volksparkstadion mit 4:1. Die Partie mit zwei Seeler-Toren gilt als eine der besten in der HSV-Geschichte.

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Die 1960er

Das Drama gegen den FC Barcelona

Im Halbfinale wird Seeler zum tragischen Helden. Der Mittelstürmer markiert zunächst das 2:0 gegen den hohen Favoriten FC Barcelona. Das hätte zum Einzug ins Endspiel gereicht. Doch in letzter Minute leistet sich der Kapitän einen folgenschweren Ballverlust. Barca trifft, erzwingt ein Entscheidungsspiel und setzt sich dort mit 1:0 in Brüssel durch.

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Die 1960er

Das Millionen-Angebot aus Italien

Im Sommer 1961 wollen italienische Topclubs Seeler verpflichten. Mehr als eine Million D-Mark bietet Inter Mailand dem Torjäger. Doch der bodenständige Seeler will seine Heimat nicht verlassen und lehnt ab. Spätestens jetzt ist er in Hamburg eine Legende.

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Die 1960er

Schuhe, Trikotagen, Schlafsäcke

Trotz des geplatzten Wechsels nach Mailand verdient Seeler gutes Geld, unter anderem als Generalvertreter für Adidas. Auch als mit der Einführung der Bundesliga 1963 dem Profitum der Weg geebnet wird, gibt Seeler seinen Job nicht auf. Er lässt sich vertraglich einen trainingsfreien Tag zusichern, um Kunden zu besuchen.

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Die 1960er

Dreierpack im Pokalfinale 1963

Seinen zweiten (und auch letzten) großen Titel mit dem HSV gewinnt Seeler 1963. Im Pokalfinale schlagen die "Rothosen" ihren Angstgegner Borussia Dortmund in Hannover mit 3:0.

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Die 1960er

Der Schock: Die Achillessehne reißt

Am 20. Februar 1965 stockt den Fußball-Fans der Atem. Seeler bricht bei der Bundesliga-Partie in Frankfurt ohne gegnerische Einwirkung zusammen. Die niederschmetternde Diagnose: Achillessehnenriss, damals fast zwangsläufig gleichbedeutend mit dem Karriereende. Die Anteilnahme ist groß, wie der HSV-Star Reporter-Legende Herbert Zimmermann verrät. Und "Uns Uwe" kämpft sich tatsächlich zurück.

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Der Trainingsweltmeister

Seelers Kampfgeist kommt nicht von ungefähr, er ist schon immer ein Trainingsweltmeister. Deshalb entwickelt sich Seeler auch zu einem der besten Kopfballspieler der Welt, obwohl er nur 1,70 m groß ist. Fast immer im Training dabei: das gute, alte Kopfball-Pendel.

Die 1960er

Siegtor in Schweden: Die Krönung des Comebacks

In der deutschen Nationalmannschaft geht es für Seeler zunächst nicht so schnell voran wie beim HSV. Erst bei der WM 1958 wird er Stammspieler und erzielt seinen ersten Treffer im DFB-Trikot. 1961 wird er Mannschaftskapitän. Im September 1965 muss Deutschland in Schweden gewinnen, um sich für die Weltmeisterschaft in England zu qualifizieren. Es ist Seelers erstes Länderspiel nach dem Achillessehnenriss - und er markiert den 2:1-Siegtreffer.

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Die 1960er

Das berühmte Foto von Wembley

Deutschland verliert das WM-Finale 1966 in London mit 2:4 gegen Gastgeber England. Geoff Hurst erzielt das berühmte Wembley-Tor. Nach dem Finale geht ein Bild um die Welt: Seeler mit hängendem Kopf. Doch wann genau diese Aufnahme gemacht wurde, ist lange Zeit umstritten. 2011 sorgt Seeler für Aufklärung.

Die 1970er

WM 1970: Der Kapitän in neuer Rolle

Seeler oder Gerd Müller? Kapitän oder Youngster? Fußball-Deutschland diskutiert vor der WM 1970 vor allem die Frage, wer im Angriff spielen soll. Bayern Münchens "Bomber der Nation" hat Seeler als Mittelstürmer den Rang abgelaufen und in der abgelaufenen Bundesliga-Saison sagenhafte 38 Treffer erzielt. Bundestrainer Helmut Schön überrascht fast alle Experten. Er lässt Seeler als offensiven Mittelfeldspieler auflaufen. Der Kapitän erfüllt diese Rolle vorbildlich, er ackert für Müller mit ("hat mir unheimlich viel Spaß gemacht"). Das DFB-Team spielt ein großartiges Turnier und wird Dritter, Müller mit zehn Treffern Torschützenkönig.

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Die 1970er

Das legendäre Tor gegen England

Im Viertelfinale gegen England gelingt Seeler das bekannteste Tor seiner Karriere. Er überwindet Keeper Gordon Banks mit einem akrobatischen Kopfball. Es ist der 2:2-Ausgleich. Müller schießt in der Verlängerung den Siegtreffer.

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Die 1970er

Abschied mit Rekord und Bundesverdienstkreuz

Im September 1970 bestreitet Seeler gegen Ungarn sein 72. und letztes Länderspiel. Damit übertrifft er den bisherigen Rekord des Düsseldorfer Verteidigers Paul Janes. Vor der Partie erhält Seeler als erster Sportler das Bundesverdienstkreuz. Am Ende des Jahres wird er zum dritten Mal Deutschlands Fußballer des Jahres.

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Die 1970er

Hamburg sagt "Tschüs, Uwe"

70.000 Zuschauer im Volksparkstadion verabschieden am 1. Mai 1972 Hamburgs größtes Sportidol. Seeler beendet mit einer Partie seines HSV gegen eine Weltauswahl seine aktive Karriere.

Nach der Karriere

Geschäfte und die Traditionself

Seeler bleibt nach seinem Karriereende umtriebig und widmet sich vermehrt seinen Geschäften. Auch auf dem Fußball-Platz ist der ehemalige HSV-Star häufiger zu sehen. Mit der Uwe-Seeler-Traditionself bestreitet er Freundschafts- und Benefizspiele. 1996 gründet er die Uwe Seeler-Stiftung, die unschuldig in Not geratenen Menschen hilft.

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Die 1970er

Der frühe Tod von Bruder Dieter

Uwe Seeler ist ein Familienmensch, der immer engen Kontakt zu seinen Eltern und Geschwistern pflegt. Hart trifft ihn deshalb der Tod von Bruder Dieter, der im September 1979 im Alter von 47 Jahren an Nierenversagen stirbt. 2011 erinnert er sich im Gespräch mit NDR Reporter Wolfgang Biereichel an die schwere Zeit.

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Nach der Karriere

1995: Seeler wird HSV-Präsident

In den 1990er-Jahren ist der Glanz der Happel-Zeit beim HSV komplett verblasst. Der Club hat finanzielle Probleme und dümpelt im Bundesliga-Mittelfeld herum. Seeler lässt sich dazu überreden, als HSV-Präsident zu kandidieren. Am 5. Oktober 1995 wird er mit überwältigender Mehrheit gewählt.

Nach der Karriere

Viel Ärger und Rücktritt 1998

"Zwei große Fehler habe ich in meinem Leben gemacht: Mir ein Schwimmbad zu bauen und HSV-Präsident zu werden", sagt Seeler über seine Amtszeit. Seine Mitstreiter im Präsidium sorgen für allerhand Skandale, Seeler tritt 1998 entnervt zurück. Sein guter Name hilft jedoch maßgeblich, den Stadion-Umbau auf den Weg zu bringen.

Foto: Das HSV-Präsidium im August 1995: Harry Bähre, Uwe Seeler, Volker Lange, Jürgen Engel (vl.n.r.).

Nach der Karriere

Ein Riesen-Fuß statt Uwe-Seeler-Stadion

Im Sommer 2000 ist der Umbau des Volksparkstadions in eine moderne Arena abgeschlossen. Viele Fans wünschen sich, dass die Spielstätte in "Uwe-Seeler-Stadion" umbenannt wird. Doch der HSV entscheidet anders und verkauft die Namensrechte an einen Internetanbieter. Den berühmtesten Spieler der Vereinsgeschichte ehren die Hamburger mit einem überdimensionalen Bronze-Fuß, der 2005 vor dem Stadion aufgestellt wird.

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Nach der Karriere

Als erster Sportler Hamburger Ehrenbürger

2003 wird Seeler als erster Sportler zum Hamburger Ehrenbürger ernannt. Zuvor war diese Auszeichnung erst 29 Personen zuteil geworden. Der Erste Bürgermeister Ole von Beust überreicht die Urkunde.

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"Ich genieße das Leben"

Was wünscht sich Uwe Seeler für die kommenden Jahre? Vor allem Gesundheit für sich und die Familie.

Credits

Uwe Seeler wird 80

Eine Multimedia-Dokumentation von NDR.de

Credits

Matthias Heidrich
Bettina Lenner
Sebastian Ragoß
Merlin Schrader
Joshua Zonnekein

Vielen Dank an:
NDR Sportclub
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Das Erste
Hamburg Journal
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Kulturjournal

Porträt

Uwe Seeler - Beliebt, bescheiden, bodenständig

Fast 20 Jahre lang ging Uwe Seeler für den HSV auf Torejagd - stets mit vollem Einsatz. Noch immer ist der Hamburger Ehrenbürger für viele Fußball-Fans ein Idol. mehr

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