Stand: 09.11.2015 22:51 Uhr

"Thy amo" - FC St. Pauli besiegt Düsseldorf

von Florian Neuhaus, NDR.de

Der FC St. Pauli ist das stärkste Heimteam der Zweiten Liga. Das bekam am Montagabend Fortuna Düsseldorf zu spüren. Die Hamburger schickten ihre Gäste mit einer 0:4 (0:2)-Pleite im Gepäck auf die Heimreise ins Rheinland. Düsseldorf war mit den vier Gegentreffern, die allesamt St. Paulis Lennart Thy erzielte, sogar noch gut bedient. "Der Sieg war eine Teamleistung, auch wenn Lenny Thy mit vier Toren natürlich der Star des Spiels ist", sagte Trainer Ewald Lienen, der eine "unglaublich bissige und konzentrierte Leistung" all seiner Spieler gesehen hatte. Die Kiezkicker verbesserten sich durch den klaren Erfolg um einen Platz und sind nun punktgleich mit Spitzenreiter SC Freiburg (und dem Dritten RB Leipzig) Tabellenzweiter. Für das Team den siebten Dreier im Alleingang eingefahren, sicherte sich der 23 Jahre alte Vierfachtorschütze nach der Partie auch noch als persönliche Trophäe den Spielball.

Vierfacher Thy schießt Kiezkicker auf Rang zwei

Liebeserklärung an den Mann des Abends

15 Tore in 13 Spielen - die Kiezkicker hatten bis dato mit Treffern gegeizt. Doch gegen Düsseldorf setzten sie von Beginn an auf Offensive, die Hamburger jagten Ball und Gegner. Nachdem Fortunas Verteidiger Julian Schauerte um ein Haar einen Freistoß von Sebastian Maier ins eigene Tor geköpft hatte (4.), gerieten die Hausherren jedoch unter Druck. Mathis Bolly prüfte Keeper Robin Himmelmann (6.), Marcel Sobottka verfehlte das Tor um Zentimeter (10.). Just in der Drangphase der Gäste schlug St. Pauli eiskalt zu. Daniel Buballa brach über links durch und flankte zu Thy. Der Stürmer, der zuvor nur ein Saisontor auf dem Konto hatte, zog aus der Drehung ab: Innenpfosten - 1:0 (12.).

Die Antwort der Rheinländer fiel sehr leise aus, mehr als einen Schauerte-Schuss über das Tor (19.) brachten sie nicht zustande. Die St. Paulianer brauchten für ihren zweiten Treffer derweil nur eine weitere Chance. Maier tippte einen Freistoß nur kurz an, Christopher Buchtmann legte auf Waldemar Sobota ab und der Pole flankte. Philipp Ziereis kam vollkommen frei zum Kopfball, scheiterte am Pfosten. Doch Thy war erneut mit dem Aluminium im Bunde und verwertete den Abpraller zur 2:0-Führung (22.). Das Fanzine "Der Übersteiger" huldigte dem Doppeltorschützen bei Twitter mit einer Liebeserklärung: "Thy amo, Thy amo!" In der Folge hätten die Kiezkicker erhöhen müssen. Aber Thy (30.), Kyoung-Rok Choi (35.), Marc Rzatkowski (37.) sowie kurz vor der Pause Maier und Lasse Sobiech scheiterten allesamt an Fortuna-Schlussmann Michael Rensing.

Fortuna ideen- und hilflos

14.Spieltag, 09.11.2015 20:15 Uhr

  • FC St. Pauli
  • 4:0


  • F. Düsseldorf

Tore: 1:0 Thy (12.) 2:0 Thy (22.) 3:0 Thy (69.) 4:0 Thy (85.)
FC St. Pauli: Himmelmann - Hornschuh, L. Sobiech, Ziereis, Buballa - Buchtmann (84. Nehrig), Rzatkowski - Sobota, Choi (73. Kalla), Maier (67. Dudziak) - Thy
F. Düsseldorf: Rensing - Schauerte, Haggui, Bodzek, Bellinghausen (60. Pohjanpalo) - Sobottka, J. Koch - Bolly (67. Bebou), Demirbay, Sararer - Ya Konan
Zuschauer: 29017

Weitere Daten zum Spiel

St. Pauli startete abwartend in die zweite Hälfte. Die Fortunen rannten kopflos an, verzettelten sich immer wieder im Klein-Klein. So verstrichen die ersten zehn Minuten ereignislos. Dann patzte ausgerechnet Rensing, als er bei einem Klärungsversuch den Ball nicht richtig traf. Choi schoss allerdings überhastet drüber. Der Südkoreaner hatte wenig später auch die nächste Chance, umkurvte den Keeper und schoss aus spitzem Winkel. Auf der Linie klärte jedoch Sobottka zur Ecke (59.). Düsseldorf-Coach Frank Kramer wechselte offensiv, sein Team blieb aber weiter ideen-, sogar hilflos. Und als hätten die Gäste die erste Hälfte schon wieder vergessen, kam Thy in der 69. Minute nach einer Sobota-Flanke ungehindert zum Kopfball und markierte das 3:0. Didier Ya Konan (77.) und Sercan Sararer (83.) hätten für Ergebniskosmetik sorgen können. Stattdessen gab es noch ein viertes Gegentor - und wieder war Thy zur Stelle. Rzatkowski setzte sich auf dem Flügel sehenswert durch. In der Mitte umdribbelte Thy auch noch Rensing und schnürte damit seinen Viererpack (85.).

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