Stand: 16.08.2015 15:21 Uhr

Abstiegskampf war gestern: St. Pauli schon Dritter

von Hanno Bode, NDR.de

Die Fußballer des FC St. Pauli bleiben in der neuen Zweitliga-Saison ungeschlagen. Die Hamburger bezwangen am Sonntagnachmittag die SpVgg Greuther Fürth mit 3:2 (2:1) und verbesserten sich auf den dritten Tabellenplatz. Der Kiezclub zeigte eine eindrucksvolle kämpferische Leistung und wusste über weite Strecken der Partie auch spielerisch zu überzeugen. In dieser Verfassung steht den Norddeutschen eine ruhige, sorgenfreie Runde bevor. Möglicherweise kann der Verein, der in der vergangenen Serie erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt schaffte, sogar ein kleines Wörtchen im Aufstiegsrennen mitreden. Abstiegskampf war am Millerntor den bisherigen Eindrücken zufolge jedenfalls gestern.

"Kiezkicker" gewinnen Krimi gegen Greuther Fürth

Deichmann feiert Profidebüt

St. Paulis Coach Ewald Lienen hatte kurz vor Beginn der Partie noch umdisponieren müssen. Weil sich Kapitän Sören Gonther beim Aufwärmen an der Wade verletzte, rückte Yannick Deichmann in die Startelf. Der 21-Jährige feierte sein Profidebüt. Der etatmäßige Mittelfeldmann aus der U23 der Hamburger bildete mit Philipp Ziereis die Innenverteidigung. Letzterer sorgte dann bereits nach 18 Sekunden unfreiwillig für den ersten Höhepunkt der Partie. Mit einem schlampigen Rückpass brachte der angeblich von italienischen Clubs umworbene Abwehrspieler seinen Keeper Robin Himmelmann in große Bedrängnis. Der Schlussmann kratzte das Spielgerät gerade noch von der Linie.

Rzatkowski trifft zur Führung

3.Spieltag, 16.08.2015 13:30 Uhr

  • FC St. Pauli
  • 3:2


  • Greuth. Fürth

Tore: 1:0 Rzatkowski (20.) 2:0 M. Halstenberg (34.) 2:1 Freis (42.) 3:1 Rzatkowski (74.) 3:2 Zulj (79.)
FC St. Pauli: Himmelmann - Nehrig, Deichmann, P. Ziereis, M. Halstenberg - Rzatkowski, Alushi - Sobota (78. Buchtmann), Se. Maier (85. Choi), Buballa - Thy (68. Verhoek)
Greuth. Fürth: Mielitz - Wurtz, M. Caligiuri, Röcker, Gießelmann (26. Thesker) - A. Hofmann, J. Gjasula - Stiepermann (61. Weilandt), Zulj, Freis (71. Kumbela) - Berisha
Zuschauer: 28421

Weitere Daten zum Spiel

Die Hausherren taten sich zunächst schwer, Struktur in ihr Spiel zu bekommen. Fürth lief die Norddeutschen früh an und schaltete nach Ballgewinnen schnell um. St. Paulis Verteidigung hatte in der Anfangsphase einige Probleme und Fortune, dass die Franken ihre ansehnlichen Angriffe zu kompliziert abschlossen. Der Kiezclub setzte in Person von Waldemar Sobota ein erstes Ausrufezeichen. Der Pole setzte sich auf der rechten Seite energisch durch, sein Schuss wurde von Benedikt Röcker jedoch noch abgefälscht. Es gab Eckstoß (12). Nun waren die Hamburger im Spiel. Sieben Minuten später vollendete Marc Rzatkowski eine feine Kombination zur Führung. Daniel Buballa hatte mustergültig von der Torauslinie in den Rücken der Fürther Abwehr gepasst, der Blondschopf aus elf Metern freistehend eingeschoben.

Halstenberg mit Traumtor

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Marcel Halstenberg erzielte das 2:0 für St. Pauli.

Das 1:0 gab der Lienen-Elf weiteren Rückenwind. Die Hanseaten waren den Franken in der Folge auch spielerisch ebenbürtig und zeigten zudem im Abschluss die Entschlossenheit, die der SpVgg fehlte. Marcel Halstenberg etwa zögerte nicht lange, als er in der 34. Minute vor dem Fürther Strafraum nur halbherzig angegangen wurde. Der Linksverteidiger zog mit seinem rechten Fuß ab und traf zum 2:0 in den Winkel. Es war eine Kopie seines Traumtors zum 2:1-Sieg am zweiten Spieltag in Karlsruhe. Im Rausch der Gefühle vernachlässigte St. Pauli anschließend ein wenig die Defensivarbeit. So wurde Stefan Thesker vor seiner Flanke aus dem Halbfeld nicht aggressiv genug attackiert. Der Ball fand den Weg zu Sebastian Freis, der Himmelmann per Kopf überwand (42.). Der ehemalige Bundesliga-Stürmer profitierte zudem von einem Stellungsfehler von Ziereis.

Himmelmann hält den Sieg fest

Auch nach dem Seitenwechsel sahen die Zuschauer im Millerntorstadion eine von beiden Seiten sehr intensiv geführte Partie. Die Hausherren arbeiteten nun wieder sehr konzentriert gegen den Ball und drängten auf das 3:1. Halsteberg fehlten zu seinem dritten Saisontreffer lediglich einige Zentimeter. Sein abgefälschter Freistoß prallte an den Innenpfosten (56.). Auf der Gegenseite scheiterte Freis nach einem gefühlvollen Standard von Jürgen Gjasula an Himmelmann (63.). Präziser zielte in der 74. Minute Robert Zulj. Seinem Kopfballtreffer verweigerte Referee Frank Willenborg jedoch wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung (74.). Im Gegenzug sorgte der agile Rzatkowski für St. Paulis dritten Treffer. Der Mittelfeldmann überwand Keeper Sebastian Mielitz, nachdem dieser zuvor einen Schuss von Sobota noch reaktionsschnell abgewehrt hatte. Fürths Widerstand war aber noch nicht gebrochen. Zulj verkürzte erneut (79.), sodass der Kiezclub bis zum Schluss um seinen zweiten Saisonsieg zittern musste. Himmelmann und ein wenig Fortune sorgten am Ende dafür, dass die Kiezkicker nach einem unterhaltsamen Fußball-Nachmittag die Arme in die Höhe reißen durften.

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