Stand: 16.11.2015 11:30 Uhr

Sprüh-Attacke nach Pokal-Aus in Kiel

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Die Schmähungen muss eine Spezialfirma entfernen.

Nach dem Aus im Landespokal gegen den VfB Lübeck haben unbekannte Täter auf dem Gelände des Fußballvereins Holstein Kiel randaliert. Sie drangen in das Vereinsgelände ein und sprühten Graffiti auf mehrere Wände und Fahrzeuge. Zu lesen war der Spruch "Derby-Versager". Wie hoch der entstandene Schaden ist, war zunächst unklar. "Ich kann natürlich die Enttäuschung der Fans aufgrund der Niederlage im Derby verstehen. Aber dann geht man da eine Spur zu weit", sagte Holstein-Geschäftsführer Wolfgang Schwenke NDR 1 Welle Nord. Das könne und werde der Verein nicht hinnehmen. "Wir haben Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt." Nach Ansicht von Holsteins Präsident Roland Reime haben die Täter eine Grenze überschritten. "Das ist die Tat von einigen wenigen Chaoten, die Fußball als Vorwand für aggressive Handlungen nutzen", sagte er.

Fußballer reinigen Glasscheiben

Die Holstein-Profis beteiligten sich am Sonntag an der Reinigung der Glasscheiben. "Auf Glaswänden und Scheiben konnten wir die Schmierereien entfernen. Auf Mauern muss das aber eine Spezialfirma erledigen", sagte Reime. Er schätzt den Schaden auf bis zu 15.000 Euro. "Eine Grenzlinie ist überschritten. Es ist das erste Mal, dass Unmut in dieser aggressiven Form geäußert wird. Ich hätte es lieber verbal. Die Enttäuschung der Fans über unser Pokal-Aus ist durchaus verständlich, aber bitte anders." Bereits am Freitagabend - noch vor der Partie - hatten Kieler Fans in einem Lübecker Lokal randaliert. Schwenke kündigte an, der Verein werde kurzfristig mit den Fan-Gruppen-Vertretern über die Schmierereien sprechen. "Das ist auf alle Fälle eine Stufe, die wir hier in Kiel so noch nicht gehabt haben", sagte er.

Viert- schlägt Drittligist

Am Sonnabend hatte der Regionalligist VfB Lübeck den Drittligisten Holstein Kiel aus dem Landespokal Schleswig-Holsteins geworfen und war ins Finale eingezogen. Die Hansestädter setzten sich an der heimischen Lohmühle vor 2.557 Zuschauern mit 1:0 (1:0) durch. Anders als beim Endspiel Mitte Juli, das der VfB ebenfalls mit 1:0 gewann, könnte Kiel die Niederlage dieses Mal teuer zu stehen kommen. Im vergangenen Jahr war Holstein Kiel als Drittliga-Dritter ohnehin für den DFB-Pokal qualifiziert, weshalb das Landespokalfinale in die neue Saison verschoben werden konnte. In der Saison 2016/2017 sind die Störche wohl nicht im Wettbewerb auf Bundesebene dabei. In der Dritten Liga steht das Team von Trainer Karsten Neitzel als Tabellen-15. weit hinter den ersten vier zur Teilnahme berechtigenden Tabellenplätzen. Verpasst die KSV die Qualifikation, gehen 140.000 Euro Antrittsprämie verloren. Lübeck kämpft im Landespokal-Endspiel am 28. Mai gegen den SV Eichede oder den ETSV Weiche Flensburg um das Ticket für den DFB-Pokal. Das zweite Halbfinale wird allerdings erst am 6. Februar ausgetragen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.11.2015 | 10:00 Uhr