Stand: 18.11.2015 14:43 Uhr

Real gegen Barcelona: "Clasico" in Hamburg!

von Hanno Bode, NDR.de
Freuen sich auf das Hamburger Hallenspektakel: Mitveranstalter Stefan Kohfahl, Stefan Schnoor, Ralph Gunesch, Christoph Metzelder und Tim Borowski (v.l.).

So ganz abgeschlossen hat Christoph Metzelder mit seiner aktiven Fußball-Karriere offenbar noch nicht. "Natürlich sind wir hier alle Maschinen und könnten noch in der Bundesliga spielen", witzelte der Vize-Weltmeister von 2002 am Mittwochmorgen auf der Pressekonferenz zum Hallenfußball-Turnier um den "Hero Cup" am 16. Januar kommenden Jahres in Hamburg. "Die Spielzeit ist dann zweimal drei Minuten?", entgegnete ihm Tim Borowski mit einem Augenzwinkern. Der 35-Jährige war als Vertreter von Werder Bremen vor Ort, als das Indoor-Event in einer Werbeagentur vorgestellt wurde. Der Ex-Nationalspieler wird mit einem All-Star-Team der Grün-Weißen bei der Erstauflage der Veranstaltung in der Arena im Volkspark (Heimat der Freezers und HSV-Handballer) auflaufen. Zudem schicken die Lokalmatadoren Hamburger SV und FC St. Pauli, der Sheffield FC aus England sowie die spanischen Topclubs Real Madrid und FC Barcelona Mannschaften mit einigen ihrer früheren Lichtgestalten ins Rennen. "Das sind große Namen, da freuen wir uns drauf. Solche Sportevents gehören in diese Stadt - gerade mit Blick auf Olympia", meinte Stefan Kohfahl, der Mitveranstalter des Hallenspektakels.

Metzelder hofft auf Guti-Zusage

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Christoph Metzelder (r.) spielte von 2007 bis 2010 für Real Madrid.

Eine ganz besondere Note erhält das Turnier nicht nur durch die Nordderbys, sondern auch ob der Teilnahme von Real und "Barca". "Damit gibt es den 'Clásico' in Hamburg", freute sich Metzelder auf das ewig junge Duell zwischen den "Königlichen" und den Katalanen. Der frühere Weltklasse-Verteidiger - von 2007 bis 2010 bei Real unter Vertrag - wird das Trikot der Madrilenen überstreifen und ist sich sicher, dass ihm weitere hochkarätige Ex-Profis folgen. "Ich denke, gerade weil Barcelona da ist, werden sie mit einer schlagkräftigen Mannschaft kommen", erklärte der 35-Jährige. Sein Traum: die Zusage von José María Gutiérrez Hernández, kurz Guti. "Er ist der beste Spieler, mit dem ich in meiner Karriere zusammengespielt habe", sagte Metzelder über den inzwischen 39 Jahre alten Ex-Weltklasse-Akteur.

Werder mit Ailton und Klasnic

Die Veranstalter zeigten sich am Mittwoch zuversichtlich, dass Guti in der Hansestadt mit von der Partie sein wird. Zudem sollen zum Beispiel der ehemalige niederländische Stürmer-Star Patrick Kluivert sowie der italienische Weltmeister Gianluca Zambrotta im "Barca"-Jersey zaubern. Werder will neben Borowski unter anderem mit "Wandervogel" Ailton sowie Ivan Klasnic um den Turniersieg kämpfen. Der HSV plant derzeit mit Stefan Schnoor, Harald Spörl, Vahid Hashemian und Ex-Coach Michael Oenning. Beim Lokalrivalen St. Pauli sollen Ralph Gunesch, Florian Lechner, Deniz Baris sowie Timo Schulz den Kunstrasen umwühlen. Und dann wäre da noch der Sheffield FC, der erste Fußballverein der Welt. Die Briten werden aller Voraussicht nach mit einem gewissen Chris Waddle anreisen. Dem Mann also, der im WM-Halbfinale 1990 gegen Deutschland als einer von zwei Engländern im Elfmeterschießen scheiterte.

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Thema Sicherheit: "Wir sind gewappnet"

Bei allem Flachs, der auf der Pressekonferenz zwischen den anwesenden Fußball-Granden Metzelder, Schnoor, Gunesch und Borowski blühte, durfte natürlich in Anbetracht der Anschlagserie in Paris sowie der Absage des Länderspiels in Hannover gegen die Niederlande das Thema Sicherheit nicht fehlen. "Wir haben jetzt ein ganz, ganz anderes Level erreicht. Aber man sollte sich nicht unterkriegen lassen. Das ist das, was diese Fanatiker wollen", meinte Schnoor. Borowski, der am Vortag bereits im VIP-Raum des 96-Stadions war, bevor die Polizei die Arena evakuierte, schlug in dieselbe Kerbe. "Wir müssen damit umgehen lernen und sollten uns nicht den Lebensmut nehmen lassen", sagte der 35-Jährige.

Die Veranstalter des "Hero Cups" haben mit der Polizei bereits vor den Ereignissen in Paris und an der Leine über ein Sicherheitskonzept gesprochen. Darin ging es allerdings primär um mögliche Fanausschreitungen. "Stand jetzt ist es nicht zu erwarten, dass es eine große Hooligan-Bewegung gibt. Aber wir sind gewappnet", erklärte Kohfahl. Bleibt zu hoffen, dass der 47-Jährige Recht behält. Das traditonsreiche Internationale Hamburger Hallenfußball-Turnier war bekanntlich 2012 nach schweren Fanausschreitungen zu Grabe getragen worden. Allerdings wurde die Veranstaltung auch nicht im Volkspark, sondern der wesentlich älteren und kleineren Arena in Alsterdorf ausgetragen.

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