Stand: 19.03.2016 17:24 Uhr

Pizarro beschert Werder mit Rekordtor ein 1:1

von Christian Görtzen, NDR.de

Auf seinen Oldie im Sturm kann sich Werder Bremen verlassen. Claudio Pizarro erzielte am Sonnabend im Bundesliga-Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 vor 38.416 Zuschauern das Bremer Tor zum 1:1 (1:1). Für den 37 Jahre alten Peruaner war dieser Treffer ein besonderer: Es war sein 101. Bundesligator für Werder Bremen - dadurch zog er mit dem bisherigen alleinigen Rekordhalter Marco Bode gleich. Für Viktor Skripnik bleibt Mainz ein angenehmer Gegner. Der Ukrainer blieb auch in seinem vierten Duell mit den Rheinhessen als Werder-Trainer ungeschlagen. Zwei Siege und zwei Remis stehen jetzt in seiner persönlichen Bilanz. Die Grün-Weißen gehen mit 28 Punkten in die länderspielbedingte Pause in der Bundesliga. Der Vorsprung auf den Relegationsrang, welcher von der TSG 1899 Hoffenheim (3:1 beim Hamburger SV) eingenommen wird, beträgt allerdings nur noch einen Zähler. "Ich bin zufrieden mit dem Punkt, wir haben alles versucht", sagte Werder-Manager Thomas Eichin bei NDR 2. Mit Blick auf den nächsten Gegner Borussia Dortmund fügte er hinzu: "Wir müssen jedes Spiel so angehen, als wäre es das letzte Spiel. Wir hoffen, dass Dortmund nicht gerade seinen Sahnetag hat."

Bremen verpasst erneut den Heimsieg

Baumgartlinger schockt Werder

27.Spieltag, 19.03.2016 15:30 Uhr

  • Werder Bremen
  • 1:1


  • FSV Mainz 05

Tore: 0:1 Baumgartlinger (38.) 1:1 Pizarro (45.+3, Foulelfmeter)
Werder Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Vestergaard, Djilobodji, S. Garcia - Grillitsch - Öztunali (71. Ujah), Fritz, Junuzovic, Bartels - Pizarro (81. Lorenzen)
FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bell, Hack, Bussmann - Latza, Baumgartlinger - de Blasis (90.+2 Clemens), Malli (88. Serdar), Samperio - Cordoba (90. Onisiwo)
Zuschauer: 38416

Weitere Daten zum Spiel

Vier Veränderungen hatte Skripnik an seiner Anfangsformation vorgenommen. Wieder mit dabei waren Kapitän Clemens Fritz und Zlatko Junuzovic, die bei der 0:5-Klatsche bei Bayern München vor Wochenfrist jeweils wegen einer Gelb-Sperre gefehlt hatten. Zudem konnte auch Pizarro, der große Hoffnungsträger der Werder-Fans, nach auskurierten muskulären Problemen wieder von Beginn an mitwirken. Der vierte Neue in der Startelf war Fin Bartels. Milos Veljkovic, Sambou Yatabaré, Anthony Ujah und Alejandro Galvez mussten Platz machen. Der Auftakt der Norddeutschen war vielversprechend. In der Defensive ließen sie zunächst nichts zu; das Engagement im Kampf um den Ball stimmte, und durch Papy Djilobodji (16.) sowie Pizarro (31.), der nach einem Steilpass von Florian Grillitsch aus spitzem Winkel nicht den Torschuss wagte, gab es die ersten guten Gelegenheiten. Der erste Treffer des Tages gelang jedoch den Rheinhessen. Yunus Malli war auf der rechten Außenbahn mit dem Ball bis zur Grundlinie marschiert und hatte das Spielgerät dann scharf auf den Elfmeterpunkt zurückgepasst, wo Julian Baumgartlinger zur Stelle war. Der FSV-Kapitän schoss flach zur 1:0-Führung der Gäste (38.) ein. Fritz beschwerte sich daraufhin vehement bei Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin), weil dieser einen leichten Zupfer an seinem Trikot nicht mit einem Freistoß für Werder geahndet hatte. Er sah dafür seine elfte Gelbe Karte.

 Pizarro erzielt sein Rekordtor

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Pizarro feiert sein Elfmetertor - es war in der Bundesliga die Nummer 101 im Werder-Trikot

Die Bremer wirkten geschockt. Aufgrund der zeitgleichen 2:1-Führung von Hoffenheim beim Hamburger SV waren sie zu jenem Zeitpunkt auf den Relegationsrang abgerutscht. In der zweiten Minute der Nachspielzeit hellte sich die Stimmung bei den Grün-Weißen allerdings merklich auf. Junuzovic hatte beim Eindringen in den Mainzer Strafraum den Kontakt mit Baumgartlinger gesucht und gefunden - und Gräfe entschied auf Foulelfmeter. Pizarro nahm sich der Aufgabe an. Und der 37 Jahre alte Stürmer behielt die Nerven. Er guckte den Mainzer Keeper Loris Karius aus und schob den Ball in die linke untere Ecke zum 1:1 (45+3) ein. Sein Werder-Rekordtor war zugleich sein zwölfter Saisontreffer.

Starke Bremer Schlussoffensive

Die Mainzer erhöhten zum Beginn der zweiten Halbzeit deutlich ihr Engagement. Bremen stand gegen den Europa-League-Anwärter nun stark unter Druck. Danny Latza vergab in der 57. Minute eine gute Gelegenheit. Wenig später rettete Werder-Torhüter Felix Wiedwald mit einer Glanztat den Punkt. Der Kolumbianer Jhon Cordoba kam in zentraler Strafraumposition aus nur fünf Metern Entfernung zum Schuss, doch Wiedwald riss seinen Hände nach oben und wehrte den Ball ab. Djilobodji überdrehte in dieser Phase. Er zeigte zunächst eine Kopf-ab-Geste in Richtung von Pablo de Blasis, die ungeahndet blieb. Nur Sekunden später brachte der Senegalese Cordoba mit einem Foulspiel zu Fall. Gräfe zeigte dem Bremer Defensivspieler dafür zu Recht die Gelbe Karte. Es ist seine fünfte. Er fehlt damit in zwei Wochen im Spiel bei Borussia Dortmund. Werder drehte in der Schlussphase noch einmal mächtig auf. Fritz (82.), Theodor Gebre Selassie (85.) und Bartels (88.) besaßen noch sehr gute Gelegenheiten zum Siegtreffer. Mainz gelang letztlich ein schmeichelhafter Punktgewinn.

Werders Bundesliga-Rekordtorschützen

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