Stand: 25.10.2017 21:01 Uhr

Kiel verliert Pokal-Spektakel in Mainz

von Hanno Bode, NDR.de
Patrick Hermann (r.) verpasste mit Holstein Kiel gegen Mainz knapp eine Überraschung.

Holstein Kiel hat den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals knapp verpasst. Das Überraschungs-Team der zweiten Fußball-Bundesliga zeigte am Dienstagabend beim klassenhöheren 1. FSV Mainz 05 aber eine ausgezeichnete Leistung und unterlag den Europa-League-erfahrenen Rheinhessen erst nach Verlängerung mit 2:3. Nach regulärer Spielzeit hatte es 2:2 gestanden. Viktor Fischer hatte den Favoriten zweimal in Front gebracht (22., 67), Kingsley Schindler (54.) und Dominick Drexler (75.) konnte jeweils per Foulelfmeter egalisieren. Für die Entscheidung gegen am Ende etwas entkräftete "Störche" sorgte Daniel Brosinski per Freistoß in der 101. Minute. "Ich finde, wir haben einen klasse Kampf abgeliefert. Schade, dass Mainz am Ende das Tor macht. Aber ich denke, wir können uns keinen Vorwurf machen - wir haben alles gegeben", resümierte Kiels Rechtsverteidiger Patrick Herrmann im Gespräch mit dem NDR Hörfunk.

KSV mutig, aber im Abschluss überhastet

Fußball DFB-Pokal, 2017/2018

  • FSV Mainz 05
  • 3:2


  • Holstein Kiel

Tore: 1:0 V. Fischer (22.) 1:1 K. Schindler (54., Foulelfmeter) 2:1 V. Fischer (67.) 2:2 Drexler (75., Foulelfmeter) 3:2 Brosinski (101.)
FSV Mainz 05: Adler (38. Zentner) - Donati, Bell, Gbamin, Brosinski - Frei, Serdar (110. Latza) - Öztunali, Maxim (65. Muto), V. Fischer (83. de Blasis) - Kodro
Holstein Kiel: Kronholm - P. Herrmann, Schmidt, Czichos, van den Bergh - Kinsombi - K. Schindler (80. Peitz), Mühling (88. Conde), Drexler (113. Hoheneder), Lewerenz - Ducksch (74. Seydel)
Zuschauer: 10441

Weitere Daten zum Spiel

Die KSV zeigte von Beginn an keinerlei Respekt vor dem Favoriten. Der Gast lief wie im Zweitliga-Alltag früh an, traf diesmal aber auf einen Kontrahenten, der sich zumindest hin und wieder klug aus der Drucksituation befreien konnte. So in der 22. Minute, als Abwehrchef Stefan Bell einen langen Ball auf Daniel Brosinski schlug, dieser gekonnt zu Fischer weiterleitete, der Keeper Kenneth Kronholm mit einem Schuss ins kurze Eck bezwang. Kiel zeigte sich unbeeindruckt und erhöhte umgehend die Schlagzahl. Top-Torjäger Marvin Ducksch besaß per Kopf die erste nennenswerte Gelegenheit für die Schleswig-Holsteiner. Die St.-Pauli-Leihgabe nahm aber nicht genau genug Maß (29.). 60 Sekunden später scheiterte Schindler an FSV-Torwart René Adler, bevor kurz darauf auf der Gegenseite Fischer freistehend die Riesenchance zum 2:0 kläglich vergab. Der Däne schob die Kugel Kronholm direkt in die Arme (34.).

FSV-Keeper Adler verletzt sich bei Rettungstat

Danach war wieder Kiel, das minütlich forscher auftrat, am Zug. Aber die "Störche" belohnten sich einfach nicht für ihre ansprechende Vorstellung. Ducksch ließ auch seine zweite Möglichkeit in Rücklage aus (36.) und scheiterte mit seinem dritten Versuch an Adler, der sich bei seiner Rettungstat allerdings verletzte (37.). Für den früheren Nationalkeeper kam Holsteins Ex-Schlussmann Robin Zentner in die Partie. Der 22-Jährige war von 2015 bis zum Ende der vergangenen Serie vom FSV an die KSV ausgeliehen gewesen.

Schindler und Drexler treffen per Strafstoß

Nachdem Zentner vor der Halbzeit nicht mehr hatte eingreifen müssen, musste er kurz nach dem Seitenwechsel als eine seiner ersten "Amtshandlungen" den Ball aus dem Netz holen. Am Kieler Ausgleich trug der Keeper allerdings keine Schuld. Jean-Philippe Gbamin hatte Schindler im Strafraum mit unlauteren Mitteln gestoppt und Referee Daniel Schlager auf Strafstoß entschieden. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte ganz sicher zum 1:1. Hernach ging es wieder hin und her. Mainz konnte erneut durch Fischer in Front gehen, der mustergültig von Levin Öztunali bedient wurde und aus wenigen Metern nur noch einschieben musste. Aber auch nach dem 2:1 konnte der Favorit die Begegnung nicht befrieden. Die "Störche" fanden immer wieder Lücken im wackeligen Defensivverbund der Rheinhessen und bekamen nach einem nicht regelkonformen Einsteigen von Zentner gegen Drexler den zweiten Elfmeter zugesprochen. Erneut trat der Gefoulte selbst an und wie zuvor Schindler verwandelte auch dessen Offensivkollege souverän. Es wäre beinahe noch besser gekommen für den Zweitligisten in der regulären Spielzeit. Weil Mainz-Leihgabe Aaron Seydel (76.) und Steven Lewerenz (82.) jedoch an Zentner scheiterten, ging es in die Verlängerung.

Brosinskis Geniestreich ist Kiels Genickbruch

In der ersten Hälfte der Extra-Zeit waren die Hausherren dann tonangebend. Die Elf von Trainer Sandro Schwarz forcierte nun das Spiel über die Flügel und kam bereits vor dem 3:2 zu guten Einschussmöglichkeiten. Aber erst ein ruhender Ball brachte den Bundesligisten erneut in Front: Brosinski schlenzte einen Freistoß aus mittiger Position mit viel Gefühl ins von ihm aus gesehen rechte obere Eck. Der Geniestreich des etatmäßigen Außenverteidigers war gleichbedeutend mit dem Endstand. In den verbleibenden Minuten fehlte der KSV die Kraft, um noch einmal zu egalisieren.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 24.10.2017 | 22:40 Uhr

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