Stand: 30.09.2017 15:54 Uhr

Derby-Pleite - Osnabrück nun Vorletzter

von Johannes Freytag, NDR.de
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Von seiner Mannschaft buchstäblich im Regen stehen gelassen: Osnabrücks Trainer Joe Enochs.

Die Talfahrt des VfL Osnabrück geht weiter. Die Niedersachsen verloren zehn Tage nach der Niederlage in Meppen am Sonnabend das nächste prestigeträchtige Derby. Bei Preußen Münster unterlag der VfL am Sonnabend mit 1:4 (0:2) und stürzte in der Drittligatabelle auf den vorletzten Platz. Vor allem im ersten Durchgang zeigte das Team von Trainer Joe Enochs eine indiskutable Leistung. In den zweiten 45 Minuten war es kämpferisch besser, aber gegen stark spielende Münsteraner gab es kein Durchkommen. Für Enochs dürfte es trotz der jüngsten Bekenntnisse aus der Clubführung ("Wir sind weit davon entfernt, den Cheftrainer auzutauschen") angesichts von nunmehr vier sieglosen Spielen in Serie ungemütlich werden. Denn der nächste Gegner ist eine noch höhere Hürde: Am 13. Oktober kommt mit dem Tabellendritten 1. FC Magdeburg ein Spitzenteam nach Osnabrück.

Münster im Derby-Modus, VfL nicht

Mit dem Anpfiff hatte bereits ein Osnabrücker Profi Grund zur Freude. Mittelfeldspieler Tim Danneberg stand zum 279. Mal in einer Drittligapartie auf dem Platz und avancierte damit zum alleinigen Rekordhalter. Doch das, was Danneberg und seine Mitspieler anschließend auf dem Rasen boten, begeisterte den VfL-Anhang nicht. Im Gegenteil, die Niedersachsen ließen sich von Münster den Schneid abkaufen und gerieten schnell in Rückstand: Michele Rizzi trat eine Ecke genau auf den Kopf von Ole Kittner, der - sträflich allein gelassen von Adam Susac - zum 1:0 traf (4.). Auch danach schien lediglich Münster die Bedeutung des Derbys begriffen zu haben: Während die Preußen-Profis ackerten, kämpften und grätschten, wirkten die Gäste fast teilnahmslos.

Den 9.313 Zuschauern bot sich phasenweise Einbahnstraßenfußball. Osnabrücker Angriffe wurden im Keim erstickt, auf der Gegenseite bot sich Münster mehrfach die Gelegenheit, die Führung auszubauen. Einen Freistoß von Martin Kobylanski hielt VfL-Keeper Marius Gersbeck sicher fest (21.), Tobias Rühle spitzelte eine Hereingabe knapp am Gehäuse vorbei (27.). Kurz darauf durfte der Preußen-Angreifer seinen ersten Saisontreffer bejubeln: Eine Flanke von Kobylanski nickte er zum 2:0 ein (29.). Der VfL bot bis auf eine Mini-Chance von Halil Savran (31.) in der Offensive nichts, Münster hatte durch Kobylanski (32.) und Rühle (35.) hingegen noch vor der Halbzeitpause weitere gute Torgelegenheiten.

Drei Elfmeter binnen sechs Minuten

11.Spieltag, 30.09.2017 14:00 Uhr

  • Pr. Münster
  • 4:1


  • VfL Osnabrück

Tore: 1:0 Kittner (4.) 2:0 Rühle (29.) 2:1 Savran (48., Foulelfmeter) 3:1 Kobylanski (51., Foulelfmeter) 4:1 Rinderknecht (83.)
Pr. Münster: Körber - Tritz, Kittner, Mai, Menig - S. Braun, Rizzi - P. Hoffmann (73. Al-Hazaimeh), Rinderknecht, Kobylanski (81. L. Stoll) - Rühle (87. Heinrich)
VfL Osnabrück: Gersbeck - Falkenberg (46. Alvarez), Appiah, Susac, Wachs - Heider, Danneberg, Krasniqi, Reimerink (46. Zorba) - Iyoha (69. S. Tigges), Savran
Zuschauer: 9313

Weitere Daten zum Spiel

VfL-Coach Enochs stellte um und brachte mit Furkan Zorba und Marcos Alvarez zwei frische Kräfte. Alvarez führte sich gleich prächtig ein, stürmte energisch in den gegnerischen Strafraum, wo er von Sebastian Mai gelegt wurde. Savran verwandelte den Foulelfmeter zum 1:2-Anschlusstreffer (48.). Doch praktisch im Gegenzug gab es Strafstoß für Münster: VfL-Keeper Gersbeck hatte nach Ansicht von Schiedsrichter Sven Jablonski (Bremen) Münsters Rühle gelegt - Kobylanski stellte den alten Abstand wieder her (51.). Kurz darauf gab es den dritten Foulelfmeter binnen sechs Minuten, nachdem Zorba Philipp Hoffmann im Strafraum umgesäbelt hatte. Erneut trat Kobylanski an, doch diesmal behielt Gersbeck die Oberhand und wehrte mit dem Fuß ab (54.).

Münster kontert und trifft

Aber der VfL hatte nun - im Gegensatz zur ersten Spielhälfte - den Kampf angenommen und ging durch die Umstellung aufs 3-4-3 mehr ins Risiko. Torchancen sprangen allerdings kaum heraus. Münster ließ die Gäste kommen, setzte im eigenen Stadion auf Konter und sorgte damit stets für Gefahr: Kittner verfehlte (61.), Rühle scheiterte per Kopf an Gersbeck (63.), Hoffmann traf nur das Außennetz (65.) und gegen Kobylanski war erneut Gersbeck auf dem Posten (75.). Sieben Minuten vor dem Ende machte Nico Rinderknecht mit dem 4:1 den Deckel drauf (83.).

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 30.09.2017 | 14:00 Uhr

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