Stand: 22.01.2016 20:58 Uhr

Hansa eiskalt erwischt: 1:5-Klatsche in Köln

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Wie alle Hansa-Spieler lief auch Kapitän Tobias Jänicke (r.) den Kölnern meistens hinterher.

Der FC Hansa Rostock hat zum Start in die Restrunde der Dritten Liga eine glatte Bauchlandung hingelegt. Die Rostocker verloren am Freitagabend bei Eisregen im Kölner Südstadion mit 1:5 (1:3) gegen die Fortuna. Die erste Niederlage im dritten Spiel unter Trainer Christian Brand war bereits nach 20 Minuten besiegelt. Die völlig indisponierten Gäste lagen zu diesem Zeitpunkt bereits 0:3 zurück. Für Aufsehen sorgte bei Hansa lediglich Marco Kofler. Der Österreicher brachte das Kunststück fertig, sich in der Halbzeitpause eine Gelb-Rote Karte einzuhandeln. Damit fehlt er im ersten Heimspiel des Jahres am kommenden Sonnabend gegen den VfL Osnabrück (14 Uhr/live im NDR Fernsehen und bei NDR.de), bei dem die Fans eine große Choreografie zum 50-jährigen Vereinsjubiläum zeigen wollen. Wegen des Wintereinbruchs hatte Hansa sein Trainingslager im angenehm warmen Lara in der Türkei verlängert und war erst am Dienstag nach Hause zurückgekehrt. Möglicherweise wäre es besser gewesen, sich etwas früher auf die harten Wettkampfbedingungen in der Heimat einzustellen.

Ülkers verpatztes Startelf-Debüt

22.Spieltag, 22.01.2016 19:00 Uhr

  • Fortuna Köln
  • 5:1


  • Hansa Rostock

Tore: 1:0 Biada (15.) 2:0 Königs (16.) 3:0 Königs (22., Foulelfmeter) 3:1 Jänicke (45.) 4:1 Oliveira Souza (73.) 5:1 Oliveira Souza (83.)
Fortuna Köln: Poggenborg - Uaferro, Flottmann, Hörnig - L. Bender, Andersen, O. Schröder, T. Fink (47. Kwame) - Dahmani - Königs (83. Rahn), Biada (63. Oliveira Souza)
Hansa Rostock: Schuhen - Ahlschwede, M. Hoffmann, Erdmann, Ülker (46. Henn) - Jänicke, Kofler - Schwertfeger, Gardawski, Baumgarten (46. Lukowicz) - Ziemer (83. Perstaller)
Zuschauer: 3289

Weitere Daten zum Spiel

Brand hatte im Kölner Südstadion eine Überraschung parat. Der 20 Jahre alte Hasan Ülker kam zu seinem Startelf-Debüt. Der Mittelfeldspieler wurde gleich eiskalt abgeduscht, denn über seine, die linke Seite rollte in den ersten 20 Minuten eine Kölner Angriffswelle nach der nächsten auf das Hansa-Tor zu. Bei einem Freistoß von Julius Biada konnte sich Marcel Schuhen noch auszeichnen (13.), doch zwei Minuten später musste sich der Hansa-Keeper das erste Mal geschlagen geben. Biada drückte eine Maßflanke von Kristoffer Andersen per Kopf in die Maschen. Er traf die Rostocker mit seinem siebten Saisontor bis ins Mark, denn in den folgenden Minuten wirkten sie nur noch als Statisten mit. Am Anstoßpunkt waren sie noch in Ballbesitz, dann ging es über die rechte Kölner Seite wieder ruck, zuck: Marco Königs umkurvte Hansas Abwehrspieler wie Fahnenstangen und erhöhte auf 2:0 (16.).

Kofler außer Rand und Band: Gelb-Rot in der Halbzeit

In die lange Reihe der Indisponierten im Hansa-Dress fügte sich auch der erfahrene Kofler nahtlos ein. In der 20. Minute konnte er Königs im Strafraum nur noch mit den Händen stoppen. Der Gefoulte trat selbst zum fälligen Elfmeter an: 3:0 (22.). Kofler hatte für die Aktion die Gelbe Karte gesehen - seine zehnte in dieser Saison, die also ohnehin eine Sperre für das nächste Spiel nach sich gezogen hätte. Aber es kam noch schlimmer: Kurz nachdem Kapitän Tobias Jänicke mit einem direkt verwandelten Freistoß zum 1:3 noch einmal Hoffnung gesät hatte, erwies Kofler (44.) seiner Mannschaft einen Bärendienst. Wolfgang Stark hatte bereits zur Pause gepfiffen, als der Österreicher mit dem Schiedsrichter ins Verbal-Duell gehen wollte. Der Referee fackelte nicht lange und zückte Gelb-Rot.

Nur Schuhen in Normalform

In Unterzahl war die Aufholjagd bei einsetzendem Eisregen erst recht ein aussichtloses Unterfangen. Brand wollte Schlimmeres verhindern, wechselte Matthias Henn ein und stellte die Abwehr auf eine Viererkette um. Außerdem erlöste er den überforderten Ülker und brachte Maik Lukowicz. Offensiv ging aber nicht mehr viel bei Hansa. Den K.o. versetzte den Rostockern der eingewechselte Cauly Oliveira Souza, der mit einem Doppelpack (72., 82.) noch auf 5:1 erhöhte. Allein Torhüter Schuhen, dem einzigen Hansa-Spieler in Normalform, war es zu verdanken, dass die Brand-Elf nicht noch ärger unter die Räder kam.

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