Stand: 14.08.2015 23:07 Uhr

Wieder eine Packung: HSV 0:5 in München

von Sebastian Ragoß, NDR.de

Der Hamburger SV hat sich zum Auftakt der Bundesliga-Saison die obligatorische Niederlage beim FC Bayern München abgeholt. Ganz so schlimm wie in den vergangenen Jahren wurde es nicht für die Elf von Trainer Bruno Labbadia. Nach 90 einseitigen Minuten feierten die Münchner trotzdem einen deutlichen 5:0 (1:0)-Erfolg. Die Hamburger beginnen die neue Saison, wo sie die alte beendet hatten: im Tabellenkeller. "Mit 0:1 in die Pause zu gehen, ist okay. Aber dann wird der Druck einfach zu groß und es passieren Fehler", sagte Hamburgs Torwart René Adler. "Wir haben das zweite Tor zu früh kassiert und müssen uns danach einfach cleverer Verhalten", so Labbadia, der aber zur Ruhe mahnte: "Wir wollen aus der letzten Saison lernen, weiterarbeiten und dürfen uns nicht aus dem Konzept bringen lassen."

Labbadia setzt auf vier Neuzugänge und Gideon Jung

1.Spieltag, 14.08.2015 20:30 Uhr

  • Bay. München
  • 5:0


  • Hamburger SV

Tore: 1:0 Benatia (27.) 2:0 R. Lewandowski (53.) 3:0 T. Müller (69.) 4:0 T. Müller (73.) 5:0 Douglas Costa (87.)
Bay. München: Neuer - Lahm (72. Thiago), J. Boateng, Benatia, Alaba - Xabi Alonso (56. Rafinha) - Robben (65. M. Götze), T. Müller, Ar. Vidal, Douglas Costa - R. Lewandowski
Hamburger SV: R. Adler - Diekmeier, Djourou, Spahic, Ostrzolek - Ekdal (61. Olic), G. Jung, Holtby - Gregoritsch, Schipplock (69. Lasogga), Ilicevic (69. M. Diaz)
Zuschauer: 75000

Weitere Daten zum Spiel

Ivica Olic, Pierre-Michel Lasogga, Marcelo Diaz, Gojko Kacar, Nicolai Müller - die Ersatzbank der Hamburger war beim Anpfiff der 53. Bundesliga-Spielzeit prominent besetzt. Dafür durfte Nachwuchsmann Gideon Jung ebenso von Beginn an auflaufen wie die Sommer-Neuzugänge Emir Spahic, Albin Ekdal, Michael Gregoritsch und Sven Schipplock. Das sah auf dem Papier offensiv aus, in der Realität aber ganz anders. Der HSV stand zunächst gut strukturiert im Mittelfeld. So schaffte er es, die schnellen Außen der Münchner komplett aus dem Spiel zu nehmen und Kombinationen durchs Zentrum zu verhindern. Umso bitterer für Labbadias Elf, dass die Bayern per Standardsituation in Führung gingen. Medhi Benatia bugsierte einen Xabi-Alonso-Freistoß mit Kopf und Schulter ins Tor (27.).  

Nur ein Schuss auf das Bayern-Tor

Thomas Müller (29.) und Gregoritsch mit einem verunglückten Klärungsversuch (33.) hätten beinahe direkt im Anschluss das Ergebnis weiter erhöht. Weitere gefährliche Szenen vor dem Hamburger Tor gab es bis zur Pause nicht, und das konnte der HSV als Erfolg für sich verbuchen. Dass auf der Habenseite nur ein harmloser Schuss von Lewis Holtby stand (4.) - geschenkt. Für die Norddeutschen ging es vor allem darum, erst einmal Sicherheit zu finden und Selbstvertrauen aufzubauen.

Spahic mit zu hartem Einsatz gegen Lewandowski

Deshalb änderte Labbadia an seiner taktischen Ausrichtung in der Pause nichts. Doch dieses Mal schlugen die Bayern schon nach sieben Minuten zu. Matthias Ostrzolek wehrte den Ball genau vor die Füße von Robert Lewandowski ab, solche Chancen lässt sich der Pole nicht entgehen - 2:0 (53.) und die passende Reaktion auf einen ziemlich fiesen Tritt, den der Mittelstürmer kurz zuvor von Spahic kassiert hatte. Bei konsequenter Regelauslegung hätte Schiedsrichter Bastian Dankert den HSV-Neuzugang mit Gelb-Rot vom Platz schicken müssen. Spahic blieb Teil des Hamburger Defensiv-Bollwerks, das allerdings zunehmend Lücken bekam, auch weil Labbadia offensiv wechselte. Rafinha kam nach Doppelpass mit Douglas Costa zum Abschluss, Adler parierte (64.). Fünf Minuten später hatte der HSV-Schlussmann dann zum dritten Mal das Nachsehen. Costa gab eine Kostprobe seines überragenden Tempos, Flanke mit dem Außenrist auf Thomas Müller, der entspannt per Kopf traf.

Müller schnürt den Doppelpack

Der Nationalspieler war auf den Geschmack gekommen und legte nach Traumpass von Lewandowski in der 73. Minute nach. David Alaba scheiterte anschließend an Adler (78.), Costa verzog um einen halben Meter (85.). Dann gelang dem in der zweiten Hälfte überragendem Brasilianer doch noch sein erster Bundesliga-Treffer. Gegen Costas Schlenzer war Adler jedoch machtlos (87.). Wieder einmal erlebte der HSV-Torwart in München einen bitteren Arbeitstag.

Die schlimmsten HSV-Pleiten gegen Bayern

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/sport/fussball/Hamburger-SV-fc-bayern,hsv15368.html
34 Bilder

HSV: Vom Spitzenclub zum Kellerkind

Kontinuität: Fehlanzeige. Beim HSV werden seit 2009 fleißig die Posten getauscht. Ständige Personalrochaden setzen sich auch in der neuen AG fort. Bildergalerie